Heavy New Year, die Zweite. Nachdem ich schon letztes Jahr über diese schöne Veranstaltung berichten durfte, war ich auch diesmal wieder dabei, um zu sehen, ob sich die Stimmung vom letzten Mal überhaupt noch toppen lässt – und war überrascht..

Um es vorwegzunehmen; auch wenn dieses Jahr leider weit weniger

Zuschauer da waren, hat das HNY-Festival gerockt wie eh und jeh!

Den Anfang heute Abend machten die vier Jungs von Yours Sincerely, die

von den 150 – 200 Zuschauern mit wärmstem Applaus aufgenommen wurden.

Die ca.

30 minütige Setlist bot eine interessante Mischung aus harten und sanften

Klängen. Explosive Gitarren, mutiger, emotionaler Gesang. Gemeinsam mit dem

Publikum taute auch die Band nach 20 Minuten erst richtig auf und legte sich

derbe ins Zeug. Gitarrist und Bassist schwangen wie verrückt mit ihren

Instrumenten umher und ernteten soviel Sympathie, dass man sie ohne Zugabe

gar nicht gehen lassen wollte.

Ein Mitarbeiter vom „Haus der Jugend“ erklärte uns aber alsbald, dass

daraus leider nichts werden würde. Um 0.00 Uhr müsse die letzte Band von der

Bühne sein, deswegen sei ein straffer Zeitplan einzuhalten.

Ungeduldige konnten sich daher freuen: die Umbaupause wurde in

Rekordzeit vollzogen und nach nur 10 Minuten ging es weiter im Programm mit

den Speedrockern von Daytona.

Denen machte die Zeitknappheit nun rein gar

nichts aus, weil sie auf große Worte gänzlich verzichten konnten. Der

powergeladene, harte Rock schlug ein wie 'ne Bombe und ließ sowohl Freunde

des Pogos, als auch des Headbangens voll auf ihre Kosten kommen. Die Band

machte es ja auch gut vor! Die zwei Gitarristen rockten, was das Zeug hielt,

der Bassist und Chefshouter Stefan schien den Rest der Welt schon gar nicht mehr

wahrzunehmen und donnerte auf sein Instrument ein, als ob sein Leben davon

abhinge.

Band und Publikum schaukelten sich hoch, bis am Ende ein hübscher,

kleiner Moshpit entstand und die ersten durchgeschwitzten Pullis in die Ecke

flogen.

Aber ihr kennt ja das Motto des Abends:

Scheiß auf lange Pause, ausruhen

könnt ihr euch zuhause!

(hey, das reimt sich!)

Es blieb gerade mal Zeit für

ein neues Bier, da kamen auch schon Purid auf die Bühne. Und während schon

Daytona den Zuschauern einiges abverlangt hatten, brach bei denen wirklich

die HÖLLE los!

Brutale Riffs, schmetterndes Schlagzeug, irre Live-Power!

Modern Rock Core vom Feinsten! Auch ich konnte jetzt nicht mehr hinten

stehen und war schnell ganz vorne dabei. Und als ich schon dachte, es geht

nicht mehr besser, überraschte mich Sänger Pascal auch noch mit etwas, was

ich bei einer so rauh klingenden Band gar nicht erwartet hätte: Eine

verdammt geile Stimme! (Mich persönlich erinnerte sie sehr an Aaron Lewis

von „Staind“.) Schnell kristallisierten sich diejenigen heraus, die speziell

wegen Purid gekommen waren und der Moshpit wurde binnen kurzem so brutal,

dass der Rest der Zuschauer lieber auf außreichenden Sicherheitsabstand

ging.

Bei Sweet Zoe wurden anschließend wieder etwas ruhigere Töne

angeschlagen, was für die völlig fertige Pogo-Front wohl auch gar nicht mal

so schlecht war.

Die Band aus Süddeutschland, die schon als Vorband für

Größen wie die „Beatsteaks“ oder die „Sportfreunde Stiller“ gespielt haben,

feierten mit ihrem heutigen Auftritt die inoffizielle Release-Party ihres

neuen Albums, dass sie auch nahezu ganz präsentierten. Sweet Zoe spielten

Emocore-Stücke mit starken Gitarren, trauten sich aber auch, immer wieder

mit langsameren, teils akustischen Songs eine klarere, entspanntere

Atmosphäre zu erzeugen. Die vier machten ihr 45 Minuten Set wirklich

unterhaltsam. Schade war jedoch, dass der Platz direkt vor der Bühne, den

vorher bei Purid die Mosher eingenommen hatten, jetzt wie leergefegt war und

da sich keiner wirklich traute, weiter nach vorne zu kommen, entstand ein

großes Loch zwischen Band und Publikum. Doch die Musik kam gut an und die

(unterdessen nur noch etwa 120) Zuschauer spendeten weiter kräftig Applaus.

Als dann die Headliner der Abends, das Quartett Mr. Brown an der Reihe

war, hatte sich der vordere Bereich zum Glück wieder gefüllt und es sah

endlich wieder aus, wie auf einem Rock-Festival.

Die Band, einheitlich

gekleidet in weissen Hemden, roten Pullundern und braunen Krawatten brachte

binnen Sekunden wieder Tanzlust unter die Leute.

Mr. Brown überzeugten

schnell mit sympathischem, ehrlichem Rock, den man vielleicht als „einfach“

bezeichnen, aber trotzdem in keine Schublade stecken möchte. Schnelles

Tempo, viel Energie, Gesangspassagen, die einem im Ohr bleiben. Schön laut

und einfach genau das richtige, wenn man heute noch nich pogen war. Da die

Headliner eine ganze Stunde Zeit zur Verfügung hatten, nahm man sich auch

erstmals Zeit, auf die Zuschauer einzugehen. Man versprach, nach dem

Auftritt noch Poster zu verschenken (was man auch massenweise tat!),

witzelte rum und gab sogar ein paar Bier an die ersten Reihen ab.

Zum Ende

hin überraschten die vier dann nochmal mit dem Ausnahmesong „Face It“, bei

dem Frontmann Daniel die Saiten seiner Gitarre mit einer Wasserflasche zum

schreien brachte. Natürlich kehrte die Band kurz nach ihrem ersten „Auf

wiedersehen!“ nochmal für eine Zugabe zurück und bescherte und noch zwei

Kracher, bevor dann um ca 00.15 Uhr (beinah pünktlich, liebe Organisation!)

endgültig die Lichter ausgingen.

Wer ernsthaft meint, die 5 Euro Eintritt hätten sich nicht

gelohnt, hört wahrscheinlich „Depeche Mode“!

Also ich freu mich jetzt schon

auf nächstes Jahr!

Setlist Yours Sincerely:

1. Anger

2. Fool Proof Staridity

3. Mami I Know Things

4. Letters To Marci

5. Lumaticum

6. J. E. Whatever

7. I'm Ready

8. Kick Back

Setlist Daytona:

1. Black Beast

2. Demon Like

3. Disco Chicks

4. Party Blood

5. Ghost Cat

6. Dingo Dance

7. Black Soul Renegade

8. 9 To 5

9. Basheba's Bay

10.Lo Win

Setlist Purid:

1. Shattering

2. Il Tempo

3. Breathing Hate

4. Stroner Than You

5. B.L.S.

6. Creation

7. Worst Case Scenery

8. Destroyed

9. Friends

10.Alone

Setlist Sweet Zoe:

n/a

Mr. Brown:

1. Yeah

2. Wonderful

3. Lovesongs

4. Karaoke

5. Teaser

6. Better End

7. Face It

8. Robot

9. Star

10.Talk It All Over

11.Shivos

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Location: xxxxx
Datum: xxxxx
Autor: xxxxxxxx


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