Das ist ihnen mittlerweile gelungen und nun darf man sich über das neue Machwerk „Ut de graute olle tied – Deel I“ freuen, welches dieses Jahr das Licht der Welt erblickt hat. Der erste Song ist ein typisches Intro, welches klassischerweise ohne Gesang auskommt. Sofort fällt der episch, melancholische Einschlag auf, der die Musik von Heimdalls Wacht so einzigartig macht. Ansonsten verläuft das erste Stück sehr ruhig ohne bemerkenswerte Höhepunkte. Ganz anders kommt da schon „Mythologem“ daher. Direkt wird man ohne Gnade von den Drums an die Wand getackert. Die Gitarren sägen tiefe Furchen in die Gehörgänge und das anfängliche Schreiduell von Narhemoth und Saruman trägt sein Übriges zur Atmosphäre bei. Zur Mitte hin wird dem Hörer eine kurze Verschnaufpause in Form eines kurzen Akustikgitarreneinschubs gewährt. Die zwischenzeitlichen Hooohohooo-Gesangspassagen sind zwar genretypisch, wirken aber keinesfalls verbraucht. Die Drums unterlegen das Ganze mit einem donnernden Doublebassteppich.

“de-AT” style

“MARGIN-BOTTOM: 0cm; widows: 2; orphans: 2″>Aufstand der Stellingas“ beginnt genauso donnernd, wird aber recht schnell von einem wunderbar verzerrten Basslauf unterbrochen, um danach schwer schleppend fortzusetzen. Die Lyrics passen sehr gut zum geschichtlichen Hintergrund des Titels (Stellingas ist eine Ableitung des Wortes Stellinger, einem Heidevolk, welches sich gegen das Christentum auflehnte). Dementsprechend werden diese auch mit purer Aggression und Hass aus vollstem Herzen dargeboten. Die Gitarrenläufe scheinen durch ihre Atmosphäre den Hörer herzlich dazu einzuladen erhobenen Schwertes mit Heimdalls Wacht in die Schlacht zu ziehen. Kurz unterbrochen wird der Song von einem Interlude, welches die Schlacht darzustellen scheint, gefolgt von einem exzellenten Gitarrensolo. Danach geht der Kampf in vollem Tempo weiter.

“de-AT” style

“MARGIN-BOTTOM: 0cm; widows: 2; orphans: 2″>Passend zum Titel „In des Herbstes kalten Armen“ folgt nun das Intro zu eben diesem Track. Mit Regen und Donnergrollen wird man in der Zeit zurückversetzt in die so schön ungemütlichen und düsteren westfälischen Herbsttage. Man meint schon, hier würde vom Tempo her einen Gang zurück geschaltet, wird aber schnell eines Besseren belehrt. Durch die Lyrics und die Art, wie diese vorgetragen werden, fühlt man sich unweigerlich an alte Nocte Obducta Alben erinnert.

“de-AT” style

“MARGIN-BOTTOM: 0cm; widows: 2; orphans: 2″>Und wieder brennen sich die eingängigen Melodieläufe folgenschwer in die Hörrinde. Man schwebt geradezu in die grauen Herbsttage. Da bekommt man gezwungenermaßen eine wunderbare Gänsehaut.

“de-AT” style

“MARGIN-BOTTOM: 0cm; widows: 2; orphans: 2″>Der nächste Song „Ut de graute olle tied“ ist der Titelsong und gleichzeitig der längste auf der Scheibe. Zu Anfang prägen akustische Gitarren das Bild, um danach vom bekannten Geknüppel abgelöst zu werden. Lyrisch bedient man sich hier an Werken des westfälischen Mundartdichters Augustin Wibbelt. Da diese auf Plattdeutsch gehalten sind, fällt es zumindest mir recht schwer, den Sinn dahinter zu deuten. Leute, die dieser altdeutschen Sprache mächtig sind werden damit wohl keine Probleme haben. Umso mehr wirken diese Lyrics atmosphärisch, da sie sowohl clean als auch gekeift rübergebracht werden. Wie schon in den Stücken davor kommt die Musik als wunderschöner Klangteppich daher. Nicht zuletzt durch die eingesetzte Geige im Hintergrund.

“de-AT” style

“MARGIN-BOTTOM: 0cm; widows: 2; orphans: 2″>So ruhig wie man aus dem Vorgängersong entlassen wurde, geht es in „Stimmen im Wind“ weiter. Begonnen wird mit Windheulen und Regen, um dann drückend melancholisch weiterzumachen. Diese Melancholie lässt sich übrigens in allen Songs auf diesem Silberling wiederfinden und ist ein unverwechselbares Merkmal von Heimdalls Wacht. Unweigerlich stellen sich einem hier die Haare wieder auf.

“de-AT” style

“MARGIN-BOTTOM: 0cm; widows: 2; orphans: 2″>Abgeschlossen wird mit „Hethinussion“, einem rein instrumentalen Outro mit passendem Folkeinschlag. Irgendwie scheinen die Jungs aus Westfalen eine gewisse Affinität zu Regen im Hintergrund zu haben. Denn auch hier fehlt dieser nicht.

“de-AT” style

“MARGIN-BOTTOM: 0cm; widows: 2; orphans: 2″>Abschließend bleibt nur zu sagen, dass Heimdalls Wacht mit dieser CD ein absolutes Hammeralbum produziert haben, welches sich jeder Mensch der Black/Pagan Metal gut gesinnt ist, unbedingt kaufen sollte. Es herrscht ein regelrechter Kaufzwang! So kann ich auch ohne Reue 4,5 Punkte vergeben. Bleibt zu hoffen, dass dieses Niveau auf den (hoffentlich!) noch folgenden Alben gehalten wird. Es zu toppen wird wahrlich schwer werden.

Score: 4,5 von 5

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