Wertung: 8 von 10

Die im vergangenen Jahr erschienene EP „Åsgards Fall“ diente als Einleitung. Nun fauchen die Normannen von Helheim zum siebten Mal in Albumlänge zur heidnischen Konterrevolution. Mit martialischem Viking Metal lassen sie Odin in Walhall, ob neuer Einherier, frohlocken.


Ich muss zugeben, bisher hatte ich Helheim nur eher beiläufig wahrgenommen. Zuletzt erhaschten sie meine Aufmerksamkeit mit dem Record-Release-Auftritt zu „Kaoskult“ in einem Kindergarten (akustisch, versteht sich). Missionsarbeit mal anders. Zur aktuellen Veröffentlichung, bestand für geneigte Hörer, oder solche die es werden wollten, die Möglichkeit, ein Konzert per Live-Stream im Internet zu verfolgen. Das Streben nach Aufmerksamkeit sei ihnen gegönnt, kann sich „Heiðindómr ok Mótgangr“ (zu deutsch: „Heidentum und Widerstand“) doch sehr wohl hören lassen.

Aus dem Fahrwasser von Enslaved, mit denen Vergleiche in der Vergangenheit nahe lagen, haben sich Helheim zu Ufer gerettet. Noch immer tief in schwarzmetallischem Boden zu verorten, saugen die Wurzeladern ihre Energie auch aus fremden Gebieten.

Das hat in diesem Fall nichts mit metverschmiertem Gedudel zu tun. Die im Viking Metal üblichen Folk-Einflüsse, werden hier, wenn, in psychedelischer Manier angewendet. So tönt es zeitweise nach Wald-und-Wiesen-Übersetzung von Nachtmystiums „Assassins“.

Beherrscht wird das Geschehen allerdings vom gekonnten Black-Metal-Riffing, welches selbst Nostalgikern kein Dorn im Auge sein dürfte. Der Einsatz von Waldhorn und Pauken verleiht Opulenz, diverse Gasttroubadoure sorgen für Abwechslung. Hoest von Taake kreischt einen Freundschaftsdienst, die genre-fernen Gunnar Emmerhoff (von der Psychedelic-Rock-Formation Emmerhoff & The Melancholy Babies) und Pop/Rock-Sänger PV Staff steuern klare Vocals bei. Alles wirkt dabei wie aus einem Guss, funktioniert somit wirklich als Album, folgt textlich aber nur einem losen, auf vier Songs konzentrierten Konzept. Zum ersten Mal seit 2000 komplett in norwegischer Sprache, beruft man sich auf die Worte Odins.

Sehr gute vier Punkte für eine offensive, impulsive, an Höhepunkten nicht arme Veröffentlichung, die ihre Zeit braucht um sich in den Gehörorganen zu entfalten.

Trackliste:

  • 01. Viten og Mot (Sindighet)
  • 02. Dualitet og Ulver
  • 03. Viten og Mot (Stolthet)
  • 04. Maðr
  • 05. Viten og mot (Årvåkenhet)
  • 06. Element
  • 07. Nauðr
  • 08. Viten og mot (Bevissthet)
  • 09. Helheim 8

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