Hell Patröl – Front Row Speedbanging MadnessHELL PATRÖL also. Rock Döts, vier Jungs in Lederjacken und ein „Front Row Speedbanging Madness“ (F.R.S.B.M.) lautender Titel – man fühlt sich glatt ein paar Dekaden zurückgebombt, als man Alben nach dem Cover im Laden zur Hörprobe ausgesucht hat. Ich glaube, hier bin ich richtig.

In der Tat ziehen die Heidelberger Jungs das Speed Metal-Brett seit 2013 von vorne bis hinten durch, live hat man sich bereits die Bühne mit Speedtrap und Skull Fist geteilt, im Mai erschien dann schließlich das erste Demo „F.R.S.B.M.“ Die 4-Song Kaltschale entstand komplett im Eigenbrau ohne geschmacksverirrende industrielle Zusatzstoffe. Mal auf die Zutaten kucken:

Vom ersten Song „Blitzkrieg Mania“ an wird das Gaspedal voll durchgetreten und nur ganz selten mal abgebremst, schon die allererste Strophe der Scheibe gibt die textliche Marschrichtung vor („We’re running wild, we’re running free, you’re running for your life / Raging Metal maniacs, bound to fuck the world“ – noch Fragen?). Auch die zweite Hälfte des Songs hat es in sich: kreischender Schreiiiiiiiiiiiiii, Solo, Doublebass-Einlage, Gangshouts, Solo. Peng, voll in die Fresse!

Schnörkellos rasen HELL PATRÖL mit „Sword Day“ weiter, hier wird sich in zu erwartender Weise textlich beim Wortfeld „Manowar“ bedient und das Ganze wieder mit traditionellen Shouts, Soli und einem live garantiert noch epischerem Refrain garniert.

Die mit „On the edge“ leider jetzt schon anbrechende zweite Hälfte von F.R.S.B.M. beginnt mit einem Turbonegro-Drumintro („Prince of the rodeo“…austesten…) und reiht sich unauffällig in die anderen Songs mit ein, unter denen sich, soviel sei jetzt schon verraten, kein Ausfall befindet. Sie alle zeichnen sich durch geile Gitarren mit teils herrlich dissonanten Slayer-Soli, eine sauber klingende Batterie und die prägnante Stimme von Sänger und Basser „Domaniac“ aus, die zugegebenermaßen, anfangs gewöhnungsbedürftig klingt bis man aber spätestens ab einer Minute merkt, dass sie so und auf keinen Fall anders sein muss.

Das Beste zum Schluss gilt auch für den Titeltrack. Hier hört man den Schweiß kotzenden Übersong der Platte, die Hymne, eine tongewordene Ode an den Freitagabend mit all seinen Facetten und Essenzen und spontan erinnere ich mich an einen vergleichbaren Song namens „Freibier“ von vier Jungs aus Frankfurt … P.S.: wer die Kuhglocke im Song findet, darf sie behalten.

„We’ll be back to bang and drink, this will never end“: auch hier muss ich zitieren um den Spirit der Platte und insbesondere vom Endgegner „F.R.S.B.M.“ schriftlich vermitteln zu können.

Wer zukünftig Stallion, Blizzen und andere Newcomer aufzählt, darf HELL PATRÖL auf keinen Fall auslassen. Sie hauen bereits mit ihrem Debüt eine starke Scheibe raus, die Bock auf mehr und vor allem Livegigs macht und so kann bei „Front Row Speedbanging Madness“ jeder bedenkenlos zugreifen, der schon seit seiner metallischen Einschulung gegen Nightwish geimpft ist.

Für `nen läppischen Fünfer kann die Platte direkt bei der Band geordert werden, wahlweise auch mit einem T-Shirt, falls das andere vom letzten Freitag noch schweißdurchtränkt in der Ecke…steht.

Alter, ich hab 8,5 Promille.

Tracklist:
1. Blitzkrieg Mania
2. Sword day
3. On the edge
4. F.R.S.B.M.

 

weitere Informationen: http://www.hellpatroel.de / http://www.facebook.com/hellpatroelspeed