Wertung: 8 von 10

Angeschwärzten Thrash Metal hat es seit den frühen 80ern immer gegeben und das wird sich wohl auch so schnell nicht mehr ändern. Die Musik, die von Bands wie Venom und Sodom geprägt wurde, zieht sich seit jeher wie ein dünner roter Faden durch die durchaus von Trends geprägte Metalszene und war nie wirklich völlig verschwunden.


In den letzten Jahren ist das Interesse an düsterem Thrash mit satanischem Image wieder gestiegen. Kappellen wie Desaster, Cruel Force, Aura Noir oder auch Deströyer 666 und Skeletonwitch bringen Silberlinge mit ordentlich teuflischem Geballer heraus und sorgen so schon fast für einen wahren Hype. Grund genug sich genauer mit den Machwerken junger und motivierter Truppen auseinander zu setzen, die eben genau diesen Zeitgeist entsprechend zur Tat schreiten.

Eine von diesen frischen Bands sind die Australier Hellbringer, die ein Jahr nach ihrer selbstbetitelten EP nun ihr Debüt-Album „Dominion of Darkness“ herausgebracht haben. Die Tatsache, dass die Jungs aus Down Under dies über das in der Szene durchaus bekannte und geschätzte Label High Roller Records veröffentlicht haben, hat mich dann doch neugierig gemacht. Schon das Cover macht einen guten Eindruck und lässt durch düstere Farben, Dämonen und ein umgedrehtes Kreuz grob erahnen, auf was man sich als Hörer gefasst machen kann. Die Songtitel unterstreichen ebenso die thematische Ausrichtung: Namen wie „Necromancer’s Return“ oder „Hellbringer“ sprechen wohl für sich.

Nach einem atmosphärischen Intro, geht es mit dem Titeltrack „Dominion Of Darkness“ direkt zur Sache: Ein ordentlicher Mid-Tempo-Nackenbrecher schallt aus den Boxen und geht schlussendlich in den erhofften Thrash-Sturm auf. Sänger und Basser Josh Bennett keift sich bösartig durch den blasphemischen Text. Abwechslung gibt es durch einige Tempowechsel und kurze Passagen, die zum martialischen Headbangen einladen. Der Opener ist dem Trio auf jeden Fall gelungen. Nahtlos geht es mit „Sermon Of Death“ weiter. Weder an Härte, noch an Tempo wird gespart. Das Riffing ist eingängig und wird nicht langweilig, da auch hier wieder ausgiebig für Abwechslung im Tempo gesorgt wird. Der Sound ist druckvoll und dank satter Produktion kann jedes Instrument herausgehört werden. In meinen Augen ein ordentlicher Pluspunkt. Ohne den Fuß vom Gas zu nehmen ballern die Australier durch die Songs und treten zu keinem Zeitpunkt auf der Stelle. Ehe man sich versieht ist Track um Track vorüber, ohne dass man eigentlich genau weiß, was man gerade gehört hat. Mit dem Song „Bell Of The Antichrist“ legt das Trio ein Stück vor, das genauso gut auf einem der ersten Alben der legendären Slayer hätte Platz finden können. Allein beim ersten Schrei und beim Gesang hat sich Bennett schwer von Tom Araya inspirieren lassen. Beim Intro zum folgenden „Satanic Destructor“ lassen die Herren es scheinbar etwas ruhiger angehen, doch diesem kurzen Gedanken zum Trotz zeigen Hellbringer im weiteren Verlauf des Stücks wieder Geschredder vom Feinsten. Der Refrain lädt zum fanatischen Mitgrölen ein und Gitarrist James Lewis zeigt, dass er nicht nur schnelle Riffs spielen kann, sondern auch mit einem melodisch-düstere Solo zu überzeugen weiß. Dieses Zusammenspiel lässt „Satanic Destructor“ zu einem der Höhepunkte des Albums werden. Zum Ende des Langspielers weichen die Australier keinen Zentimeter von ihrem Wege ab und hetzen mit „The Rites Of Evil“ dem Ende entgegen. Mit dem letzten Song „Demon’s Blood“ geht es dem Hörer noch ein letztes Mal an den Nacken. Der Song beginnt mit schnellem, treibenden Riffing, welches sich direkt in die Muskulatur des Nackens krallt. Das Tempo baut sich langsam wieder zur gewohnten Geschwindigkeit auf und wird bis zum letzten Solo aufrechterhalten. Auf der Zielgeraden wird dem Hörer ein letzter Araya-Gedächtnis-Schrei entgegen geschmettert bevor die treibenden Klänge langsam im Nichts verhallen.

Böse Zungen könnten nun über „Dominion Of Darkness“ behaupten, dass man alle Teile der Songs schon irgendwo irgendwie irgendwann gehört hat. Das mag natürlich stimmen, aber dann stellt sich meiner Meinung nach die Frage, welchen Anspruch man an ein Album stellt, das einen Musikstil bedient, der sich vor inzwischen fast 30 Jahren entwickelt hat und der heute genauso wie damals die Fans polarisiert. Auch wenn man es nicht wahrhaben will, die einst legendären Bands, die den schwarzen Thrash-Sound geprägt haben, die satanisches Image und Texte voller Blasphemie, Tod und Misanthropie für die Ewigkeit auf Vinyl und CDs gebannt haben, wird es irgendwann nicht mehr geben, und an dieser Stelle freue ich mich persönlich, dass Kappellen wie Hellbringer (und natürlich noch andere) dieses musikalische Erbe aufgreifen und so eben solche großartigen Klänge fortbestehen lassen.

Fans von modernem, aufpoliertem Metal, der Genregrenzen einreißt und so den musikalischen Horizont erweitert, werden besser bedient sein, indem sie die Finger von dieser Platte lassen. Vor allem Old-School Thrash und Black-Fans werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichleit ihre Freude mit dieser Scheibe haben. „Dominion Of Darkness“ ist ein absolut gelungenes Debüt und definitv ein großartiger Geheimtipp für Fans von schwarzmetallischen Thrash-Geballer.

Tracklist

  • 1. Dominion Of Darkness
  • 2. Sermon Of Death
  • 3. Deceiver’s Chamber
  • 4. Necromancer’s Return
  • 5. Bell Of The Antichrist
  • 6. Satanic Destructor
  • 7. Hellbringer
  • 8. The Rites Of Evil
  • 9. Demon’s Blood

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