Wertung: 8 von 10

Her Whisper sind mit ihrem zweiten Album zurück auf der Bildfläche, und zeigen damit eindrucksvoll auf, das sie bei Weitem keine Eintagsfliege sind.


Bereits Anfang 2004 fanden sich die Schweden um den Sänger und Gitarristen Magnus af Nestergaard zusammen, damals noch unter dem Bandnamen Dragonfly. Im Sommer desselben Jahres nahmen sie bereits eine 4-Track Demo auf und konnten sich damit einen Gig angeln. Auf diesem fand die Band allerdings heraus, dass ihr Bandname irgendwie Zitat: „schwul klingt“ und benannten sich noch auf dem Gig in Her Whisper um. Ein Jahr später, im Winter 2005 fanden Her Whisper und ihr Label STF-Records zusammen und ein halbes Jahr später war ihr erster Silberling auf dem Markt. Das Album kam gut an, denn ihr Sound war neu und anders. Nun, Anfang 2008 dürfen wir uns über ihr zweites Album freuen. Nach einem obligatorischen Introtrack zimmert „Structures of Deceit“ auch schon voll rein. Die Baseline ist sehr kräftig, die Vocals äußerst ausgeglichen und es wird ein Tempo vorgelegt, das auf großes hoffen lässt. Diese Erwartungen werden in „Path of the Redeemer“ nur allzu gut erfüllt. In diesem Track wird zudem noch mit nur halblaut zu hörenden zweiten Vocals experimentiert. Sehr im Kontrast dazu steht der folgende Track „Artificial Intelligence“, der langsam und geradezu vorsichtig startet. Ein kurzer Jingle, der nur allzu künstlich rüber kommt lässt einen verwundert aufhorchen, ob wir jetzt ganz in der EBM Schiene gelandet sind, aber zum Glück darf man dann doch den gewünschten Riffs lauschen. Und das wird auch nicht enttäuscht, es werden sogar in den vorhergehenden Tracks unbekannte kurze Soli mit eingebaut.„Emperor of Sorrow“ startet erwartungsgemäß äußerst düster und schwermütig. Ein sehr schöner Kontrast zu den ersten Tracks, die eher schnell und fröhlich angekommen sind. Dieser Titel bringt meiner Meinung nach am meisten Nackenschüttlerqualitäten mit. „Fiend Angelical“ schlägt aber selbst zu diesem schon anderen Gesicht von Her Whisper nochmals eine neue Seite auf. Ein guter Teil des Tracks wird allein einem langsam spielenden Klavier gewittmet, das zusätzlich durch langsame und schwere Vocals begleitet wird. Die einsetzenden Gitarren und die Drums halten sich sehr zurück und so bietet Her Whisper offensichtlich auch tolle Balladen an. Als sei das noch nicht genug Überraschung wird sogar im späteren Verlauf einer Geige die Führung überlassen. Absolutes Gänsehautgebiet.„Schadenfreude“ ist für mich allerdings bereits schon beim Lesen des Booklet ein potentielles Schmankerl gewesen. Warum bitte wittmen Schweden einem ihrer Tracks einen deutschen Titel?! Ich kann es euch leider nicht beantworten. Die dann auch erwarteten deutschen Vocals blieben mir verwehrt, was allerdings dem treibenden Song an sich keinen Abbruch nimmt.Ebenso wenig wie den nachfolgenden „Their finest Hour“, und „Sinners Paradise“, welche deutlich melodischer auftreten als viele andere Tracks auf dem Silberling. „Elegy for a dying Rose“ knüpft ein wenig an „Fiend Angelical“ an, denn das Klavier und die Geige dürfen nochmals zum Einsatz kommen. Allerdings diesmal nicht in eine Ballade verbaut, sondern für einen gewohnt flotten Track. Sie sind sehr geschickt arrangiert und geben dem Song noch irgendwie etwas magisches.Man sagt ja immer, das Beste kommt zum Schluss, und so wird es sich wohl Her Whisper auch gedacht haben. Denn ihren Titelsong haben sie an das Ende ihres zweiten Albums gesteckt. Schade eigentlich, denn er ist meiner Meinung nach einer der besten Tracks auf dem Album, und so muss man sich erst durchhören. Er wartet nochmals mit dem ganzen Können der Band auf. Eine ganze Reihe Tempowechsel und kräftige Riffs runden die Scheibe wirklich hervorragend ab.Fazit: Technisch hervorragend gespielt und sehr gut abgemischt. Keines der Instrumente drängt sich in den Vordergrund oder versackt im Hintergrund. Die Vocals kommen gleichmäßig rüber und beweisen, dass es die Schweden einfach können gute Musik zu produzieren. Leider klingen einige Tracks relativ „gleich“, und das ist auch der einzige Punkt der diesen Silberling meiner Meinung nach vom Topscore trennt. Dennoch eine Kaufempfehlung für Freunde des Melodic Power Metal.Anspieltipps: „Fiend Angelical“, „The great Unifier“, “Emperor of Sorrow”

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