Wertung: 6 von 10

Hinsides(dt. Jenseits) sind eine norwegische Drei-Mann-Band, die erst seit 2008 besteht. Sie legen mit „Etemenanki’s Followers“ ihr Debüt vor. Sie verstehen ihre Musik als „Old School Black Metal“, im Stile der Anfang 90er. Ihre Themen sind alte, nordische Mystik mit einer betont antichristlichen Haltung.

Die Musik wird von schnellen, statischen Gitarrenriffs untermalt, Vocals kreischen (unverständlich) in einer Mischung aus Aggressivität, Brutalität und Verzweiflung, mit sehr viel Hall versehen. Das Gesamttempo der Scheibe bleibt trotzdem gemäßigt, ist an einigen Stellen sogar ausgesprochen langsam und der Sound entspricht dem dumpfen, muffigen Underground-Sound, den man erwartet. Die explizite Anlehnung der Band an die frühen Darkthrone und Satyricon ist ebenfalls nicht zu überhören, allerdings hält die Band dem Vergleich mit den Vorbildern (noch) nicht stand.

Der erste Track der CD fällt aus dem Black Metal Rahmen völlig heraus, da es sich hier um ein Pianostück handelt, das irgendwie nicht so recht auf die Scheibe passt. Etwas näher möchte ich auf das Titelstück (Nr.2) „Etemenanki’s Followers“ eingehen. Die Tracks 3,4,5 sind – bis auf die Intros – sehr ähnlich.

„Etemenanki’s Followers“ besitzt eine Länge von mehr als neun Minuten – man kann sagen, dass das Stück in zwei Teile unterteilt werden kann, die durch eine langsamere, etwas schleppende Passage verbunden sind. Nach einer schnellen, aggressiven Einstiegsphase (das Stück setzt ohne Intro unmittelbar ein), wird der schnelle, klassische Black-Metal-Gitrarrenklangteppich durch verzerrte langsamere Akkorde aufgelöst. Im langsameren Zwischenspiel mischen sich in den sehr langsamen Kreischgesang einige tiefe Growls, die hier eine bedrohliche dumpfe Atmosphäre erzeugen. Der Schlussteil besteht symmetrisch wieder aus dem schon beschriebenen Klangteppich, zusammen mit noch aggressiver geschrienen Vokals.

Insgesamt ist es der Band gelungen, Old School Black Metal einzuspielen. Allerdings ist die Kürze der CD (nur 30:42) an der Grenze, um überhaupt als Debüt-„Album“ durchzugehen – ich würde sie eher als Debüt EP bezeichnen. In Anbetracht der Gleichförmigkeit und Ähnlichkeit der letzten drei Stücke der CD kann man nur hoffen, dass die Kürze des Albums nicht an der Einfallslosigkeit der Band liegt. Insgesamt ist es ein wenig riskant, sozusagen das Entwicklungsrad zurückdrehen zu wollen – aber im zweiten Stück zeigt Hinsides auch den Beginn einer Eigenständigkeit, die sie hoffentlich weiter auszubauen verstehen.

Insgesamt also ein solider Einstieg der Band, auf dem sie aufbauen kann.

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