Wertung: 8 von 10

Dem geneigten Die Hard Thrash Fan seit Jahren, wenn nicht sogar seit Bandgründung, ein Begriff, den anderen völlig unbekannt oder völlig egal. So lässt sich am besten beschreiben, wie es um den Stand der Amerikaner Hirax um Bandchef Katon W. de Pena in der Szene bestellt ist. Nachdem das Release-Datum des neuen Albums „Immortal Legacy“ um mehrere Monate verschoben wurde, ist das Warten nun endlich vorbei. Am 21.02. erscheint die neue Platte der amerikanischen Thrash Urgesteine. Ob sich das Warten gelohnt hat?


Im Grunde genommen ist alles auf den ersten Blick so geblieben, wie es seit der Reunion der Truppe um den charismatischen Die-Hard-Metalhead Katon W. de Pena gang und gebe ist: Ein buntes, martialisches Barbarencover (gezeichnet von niemand geringerem als Phil Lawvere, aus dessen Feder ebenfalls die Kreator Klassiker „Endless Pain“ und „Pleasure To Kill“ stammen), das bekannte Logo und der Albumtitel am unteren Rand. Keine Experimente also. Es wäre aber auch ein absoluter Schock wenn etwas anderes auf dem Cover eines Hirax-Albums zu sehen sein würde. Old-School muss es sein und auch das ein oder andere Klischee bedienen. Das Bandfoto spiegelt dies genau wieder. Schwarzes Leder, Nieten und Bandshirts. Aber genau das erwartet man und will man haben, wenn man sich eine Hirax Platte ins Regal stellt. Zum Teufel mit Trends und Moderne. Das was vor 20 bis 30 Jahren gut war, ist immer noch gut. Und Recht haben Sie! Nicht umsonst gibt es derzeit diese Sturmflut an Old-School Thrash Kappellen aus aller Herren Länder, die enge Hosen, High Tops und schnelle Songs zelebrieren. Und das Hirax anno 2014 (also 30 Jahre nach Bandgründung) genauso wie diese frischen und jungen Kombos daherkommen und sogar manch eine auf alte Schule getrimmten Jungspund-Bande lupenrein an die Wand donnern können zeigt das neuste Machwerk „Immortal Legacy“. Es sei natürlich noch vorab gesagt, dass die Kalifornier zu den Bands gehören, die man entweder hasst oder liebt. Ein Mittelding ist bei diesen Herren eher selten. An dieser Tatsache werden die kommenden knapp 40 Minuten wohl nichts ändern können. Auch wenn das Quintett Ende letzten Jahres einen kleinen Bekanntheitsschub durch die Veröffentlichung der Split-Single „Hellion Rising / Water Boarding“ mit den legendären Sodom erlangt haben. Mit „Hellion Rising“ gab es schon einen kleinen Vorgeschmack auf das nun folgende Album und was soll man sagen? Es hat sich auch auf den zweiten Blick und das erste Hören nichts geändert. De Penas Stimme ist noch genauso unverwechselbar quäkend und eigenwillig wie schon zu Zeiten von „Hate, Fear and Power“ oder dem Debüt „Raging Violence“ und die Songs sind schnell und kraftvoll. Tightes Riffing und treibende Drums sind permanent vorhanden und gehen direkt in den Nacken derer, denen es egal ist, dass das alles irgendwo, irgendwie, irgendwann schon mal so gemacht wurde. Schon der Opener „Black Smoke“ ist ein solch’ ordentliches Old-School Brett. Auch das bereits angesprochene „Hellion Rising“ und das folgende „Victim Of The Dead“ bieten nicht wirklich nennenswerte Abwechslung. Erst bei „Thunder Roar, The Conquest, La Boca de la Bestia – The Mouth of the Beast” wird das Tempo zu Beginn etwas runtergeschraubt und eine gewisse “Atmosphäre“ geschaffen. Jedoch kommt nie wirklich ein ausladendes Gefühl von Größe auf. Dafür sorgen die gesanglichen Grenzen von Katon W. de Pena. Mehr als Lückenfüller und weniger als technisches Griffbrett-Gefrickel ist das kurze Gitarrensolo „Earthshaker“ zu sehen. Hier hätte man eventuell etwas mehr draus machen können. Man schreddet sich also weiter munter durch die Songs, die trotz des hohen „schon-mal-gehört“ Charakters, dennoch auch ein paar neue Einfälle in sich bergen. Einen besonderen Platz nimmt hierbei das reine Bass-Instrumental „Atlantis (Journey To Atlantis)“ ein, das die beiden anderen Intrumentals „Earthshaker“ und „S.O.W.“ ohne weiteres in den Schatten stellt und schon fast ein wenig überflüssig erscheinen lässt. Hier hat Basser Steve Harrison (Namen, die so oder ähnlich klingen haben wohl guten Einfluss auf das Können am Bass) hat hier ein nettes Zwischenspiel gezaubert, dass vor dem Endspurt mit „The World Will Burn“ das Geschehen noch einmal auflockert. Das insgesamt hervorstechenste an „Immortal Legacy“ ist aber sicherlich die fette Produktion, die die Platte soundtechnisch zum Besten macht, was Hirax bislang veröffentlicht haben. Produzent Bill Metoyer, mit dem Hirax bereits „Hate, Fear and Power“ aufgenommen haben, hat einen großartigen Job gemacht, kann er doch auf jahrzehntelange Thrash Erfahrung zurückgreifen (u.a. Flotsam & Jetsam, Sacred Reich, Slayer und Warbringer).

Alles in allem ist die Platte ein heißer Anwärter auf die Bestenliste der diesjährigen Thrash Veröffentlichungen und ich kann ein absolute Kaufempfehlung für Genre-Fans aussprechen. Mit „Immortal Legacy“ ist den Amis ein würdevoller Nachfolger, wenn nicht sogar eine Steigerung, zum starken Vorgänger „El Rostro de la Muerte“ gelungen. So muss Thrash Metal der alten Schule klingen: Roh, kraftvoll und schnell. Wollen wir mal hoffen, dass die Herren Hirax sich dieses Jahr mal wieder hierzulande blicken lassen, auf das man sich auch live von den Qualitäten der Band überzeugen kann.

Tracklist:

  • 01. Black Smoke
  • 02. Hellion Rising
  • 03. Victims of the Dead 03:07
  • 04. Thunder Roar, The Conquest, La Boca de la Bestia – The Mouth of the Beast
  • 05. Earthshaker
  • 06. Tied to the Gallows Pole
  • 07. Deceiver
  • 08. Immortal Legacy
  • 09. S.O.W.
  • 10. Violence of Action
  • 11. Atlantis (Journey to Atlantis)
  • 12. The World Will Burn

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