Und dann kommt sie auch: mit Tribal-Drums und genug Flanger im Bass um einen Bus voll Holländer damit zu mästen.

Die Strophe des Openers „Under Your Skin“ erinnert stark an „Soulfly“, und auch der spätere Downbeat-Break unterstreicht diesen Eindruck.

Die Riffs und Licks bewegen sich auch weiterhin zwischen den Polen des Industrial, Thrash und Hardcore, sodass den Hörer songwritingtechnisch keine Überraschungen erwarten, er aber auf keinen Fall enttäuscht wird. Man steht halt auf der sicheren Seite. Einige Supportshows von Hollow Point mit “Crowbar” und sogar “Heaven Shall Burn” sprechen wohl für sich.

Das komplett selbst produzierte Album mit dem Titel „1st year assault“ kommt in Punkto Sound sehr ordentlich daher, dreht man den Hahn nicht ganz so weit auf. Denn je lauter das Volumen, desto mehr verschmilzt die Gitarre mit den brummenden Klängen des Bass. Dass es zwei Gitarren sind, die einem auf „1st year assault“ den Kopf weich prügeln, wird leider nur sehr selten deutlich. Auf mittlerer Lautstärke jedoch rockt der Fünfer ziemlich massiv nach vorne, unterstützt von einer gut abgemixten Schießbude, die weder zu weit im Vordergrund steht noch im allgemeinen Gebrüll und der Bauchstimmenepik des Vocalisten ReD untergeht. Durch die etwas hektische Handhabung seines Instruments schmälert Drummer OS allerdings den Höreindruck, insbesondere am Anfang der Walze „The Living Dead“ scheint ihm seine Doublebass etwas unter den Füßen wegzurutschen.

Solche kleineren Schönheitsfehler können durchaus verziehen werden, gönnt man sich einen Blick auf die äußerst passend eingesetzten Klangeffekte, die den Sound von Hollow Point sehr treffend vorantreiben: so passt zum Beispiel der „Hammer-auf-Amboss-Sample“ am Schluss des Tracks „The Living Dead“ ganz wunderbar ins Konzept und reißt die Fäuste des Hörers unweigerlich bei jedem Schlag nach oben.

Auch die wirklich recht ansehnliche Leistung des Throaters ReD Kann sich sehen und hören lassen. Während seine Scream Parts gleitend zwischen Kehlenlauten à la Rob Flynn von „Machine Head“ und Crossoverscreaming der Marke „Hatebreed“ hin und her taumeln, und sich vor nichts und niemandem verstecken müssen und sollten, kommen die gesungen Parts in diversen Refrains und Breaks etwas schwächer daher. Die nicht zwingend aufgrund der Stimme des Sängers, die an alte „Earthtone9“ erinnert sowie von Zeit zu Zeit ins tragische à la „Killswitch Engage“ abwandert, sondern eher an der mangelnden Kreativität. Nichts Neues, nicht sehr catchy, aber fett gemacht und gespielt. Immerhin.

Und doch, und doch… Ein Track ist da, der es mir richtig angetan hat. Das zeitlich separat von der Platte live im Proberaum aufgenommene „Exhume“ vermittelt einen kleinen Eindruck davon, wie Hollow Point live klingen müssen. Und ich sach Mal: Alter Schwede! Strange Melodie, hammerharte Breaks und unerwartete Übergänge… Der am schlechtesten produzierte und zeitlich zuerst aufgenommene Song der Band haute mich am meisten aus den Socken. Hut auf!

Fans des Genres machen mit dieser Scheibe keinen Fehltritt.

Fürs erste Jahr gelingt den Jungs der Angriff auf die Ohren schon ganz gut, ein wenig mehr Kreativität und Gespür für Melodien könnte den 5 Jungens nicht schaden.

Anspieltipps:

The Living Dead

Exhume

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