Die große Mehrheit wird sich denken: „Was ist denn das Überflüssiges?!“ Allerdings gibt es auch eine Minderheit, die sagen wird: „Absolut genial! Das ist Kult!“ Auch ich befinde mich auf einer Gratwanderung, was diese Aussagen anbetrifft. Warum das so ist, lässt sich ganz einfach erklären. Von der technischen Seite her ist es so simpel gehalten, wie das Bohren eines Loches durch eine morsche Wand. Die Songs bestehen jeweils aus 3-4 Riffs, die ein wenig variiert werden und die ein Gitarrenschüler nach der zweiten Unterrichtsstunde problemlos nachspielen kann. Zudem ist es mir ein Rätsel, wofür in dieser Band zwei Gitarristen anwesend sind. Die Drums sind durchweg im Midtempo-Bereich gehalten. Taktwechsel sucht man fast vergeblich. Nur in Track Nr. 3 „Mustan Surman Rukous“ kann man gelegentliche Breaks ausmachen. Im Track „Ääni Yössä“, der übrigens ganze 21 Minuten einnimmt und ein ausschlaggebender Grund dafür ist, warum diese 4 Songs umfassende CD 44 Minuten dauert,

erscheinen die Drums wie einmal kurz eingespielt und dann auf Endlosloop gestellt. Gleiches gilt für die Gitarrenarbeit. Dazu muss man allerdings sagen, dass genau diese Monotonie eine derart klirrend kalte und zugleich beklemmende Atmosphäre schafft, dass man mit Gänsehaut diesen Klängen lauscht. Nicht ganz unschuldig daran ist Sänger Corvus, dessen Gesang sich zwischen fiesestem Gekeife und Heulkrämpfen im Stil von Silencer bewegt. Dieser Gesang ist so dermaßen abstoßend hässlich, dass er schon wieder gut ist und auf eine gewisse Weise bestialisch den Gehörgang kitzelt. Ein Hörer, der mit dem Genre True Black Metal (welches öfter mal zu Recht ins Lächerliche gezogen wird) nichts am Hut hat, wird dieses Gefühl nie erleben. Personen, die sich dem Genre zugetan fühlen, werden allerdings in den Genuss eines eben solchen kommen.Konzeptionell befassen sich Horna auf diesem Silberling mit dem Thema Pest, was auch das Cover gut wiederspiegelt, auf dem ein nacktes weibliches Wesen sich inmitten einer Schar von Ratten wiederfindet (die Ratten erklären sich von selbst, was das Mädel dort zu suchen hat ist mir schleierhaft). Es ist sehr düster und eher farblos gehalten, was auch die Atmosphäre des ganzen Albums wiederspiegelt. Gestaltet wurde es übrigens von Aran (seines Zeichens Gitarrist und Sänger bei Lunar Aurora ). Produktionstechnisch hört sich dieses Album an, als wäre es in einer Blechmülltonne aufgenommen worden und erinnert etwas an Darkthrone´s „Transilvanian hunger“. Auch wenn dieses für das Genre des True Black Metal schon irgendwie typisch ist, hätte man sich doch etwas mehr Mühe geben können. Außerdem hätten sich Horna im Laufe ihres dreizehnjährigen Bestehens durchaus weiterentwickeln können, egal, wie Trve man sein möchte und egal, wie sehr man gegen Kommerz ist. Dieses zwanghafte Festhalten an dem so bitterbösen Image erscheint schon etwas lachhaft.Als Fazit bleibt mir zu sagen, dass ich diese Scheibe wirklich nur verdammt hartgesottenen Anhängern des rauhen und simplen Black Metals empfehlen kann. Allen anderen Menschen muss ich vom Kauf dieses Werkes dringend abraten. Sie hätten absolut keine Freude daran.

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