Wertung: 6 von 10

Manowar würden diese blutjungen Mädels auf der Stelle heiraten, wenn sie es nicht schon längst getan haben. Oder noch schlimmer: Manowar würden diesen schnukeligen, nein heißen Feger, die halbnackten Oberkörper einölen und sie als Dauerdekoration und Bühnenausstattung mit auf Konzerte nehmen und sie da heiraten. Oder sowas in der Art. Bei Hystreica, einer schwedischen True Metal Band (truer gehts nicht), die im Schnitt gefühlte 15 Jahre ist, werden sogar Manowar hysterisch. Hysterisch vor Belustigung, Verblüffung und purer Erotik. Harrr!


Hautenge Leder- und Latexbekleidung, tiefe Ausschnitte und lange Mähnen, charakterisieren das Aussehen der Fünfer-Truppe. Und Posen können sie auch perfekt. Ich weiß gar nicht, wie die netten Waffenattrappen alle genannt werden, die im Booklet, zusammen mit den Schnitten, hübsch zur Schau gestellt werden, aber mit dem passenden Brüllen in die Kamera, kommt jeder Metaller dieser Welt ins Schwitzen. Heiß!! (Schreiberling dieses Textes ist weiblich…nur so nebenbei).

Aber jetzt zur Musik. Die ist zwar gut, aber lange nicht gut genug. Sängerin Anni de Vil, gerade Mal 19 überzeugt mit einer starken und ausdruckskräftigen Stimme, die das Feeling eines echten Heavy Metal-Songs, in dem es obendrauf auch noch um Heavy Metal geht, gut rüberbringt. Ab und zu ein bisschen zu dick aufgetragen und zu sehr herausgekreischt, aber das machen die Männer auch oft genug. Also genehmigt und drüber weggesehen.

Weniger gut kommen die Gitarrenspuren rüber. Bitchie und RockZilla sind nun nicht gerade große Talente oder verbergen dieses hinter ’ne Menge gut-Aussehen-Arbeit und true-sein. Ein kleines Solo ab und zu ist schon drin, klar gehört dazu, aber musikalisch sind die eher weniger nennenswert. Trotzdem haben Hysterica ein paar nette Melodien gezaubert, die an- nein ich nenne die Band jetzt nicht nochmal.

Vielmehr möchte ich über die Untiefen des genialen Songwritings aufmerksam machen. Hier ein paar Kostproben. Über die perfekte männliche Metal-Schnitte wird folgendes geweissagt: „A man who rocks your world when you’re alone, like a perfect taste of heaven and hell, if he’s got long hair and tattoos everywhere, you can be sure he’s a heavy metal man“ („Heavy Metal Man“). „Girls Made Of Heavy Metal“ ist die perfekte Bandhymne und „Metalwar“ könnte es genauso gut werden.“Hail to us all, you’ve come to see the show, raise your hands in the air“ und so weiter. Soviel Frauenpower. Da müssen die Herren mal mehr Gas geben. Allein für das geniale Image würde diese Band von mir 4 Punkte kriegen. Doch muss ich auch die Musik, sprich das Album bewerten. Und jetzt kommt der Hammer. Abgemischt wurde dieses Werk nämlich von keinem anderen als Mr. Peter Tägtgren (Hypocrisy, PAIN). Das hört man auch, die Produktion ist glasklar, und sauber. Entweder findet der liebe Peter die Mädels einfach nur süß und hat’s deswegen gemacht oder er sieht wirklich einiges Potential in ihnen. Und ganz ehrlich, das tue ich auch. Die Songs sind zwar musikalisch noch nicht ganz ausgereift, aber gute Ansätze sind vorhanden und präsentieren kann sich Hysterica allemal. Darum gibt es von mir die Hälfte aller Punkte, die es zu vergeben gibt. Plus einen halben Sympathiepunkt, oder besser gesagt, Unterhaltungspünktchen, den sie sich aber bei einer Live-Show nachträglich verdienen dürfen. Sowas MUSS man sich mal ansehen!

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