Wertung: 7 von 10

Ignis Fatuu bedeutet „Feuer des Schicksals“. Ihr eigenes musikalisches Schicksal nehmen fünf Musiker aus Nürnberg jetzt mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums „Es werde Licht“ in die eigene Hand.


Zunächst einmal ist dabei allerdings zu konstatieren, dass die vier Jungs mit ihrer Dame nicht einmal sonderlich kreativ zu Werke gehen. Was hier geboten wird ist altbekannte Kost: Die klassische Rock-Instrumentierung wird durch einige mittelalterliche oder frühneuzeitliche Instrumente wie Dudelsäcke, Flöten, Schalmeien oder ähnliches verstärkt, um Musik im Dunstkreis von Bands wie In Extremo, Subway To Sally oder Schandmaul zu zelebrieren. Dabei haben sich die Musiker leider nicht getraut die Grenzen des Genres auch einmal zu überschreiten und so für wirkliche Ausrufezeichen in der Szene zu sorgen.

Auch textlich bewegen sich Ignis Fatuu leider auch auf recht ausgelatschten Pfaden. Es ist die Rede von Drachen, Helden, Weibern, Spielmännern und so weiter. Alles was sich in der mittelalterlich angehauchten Fantasy-Literatur oder in den Lyrics, der bekannten Bands des Stiles, eine Rolle spielt, findet auch in der Musik der Nürnberger seinen Niederschlag. Sogar die altehrwürdigen mittelhochdeutschen Merseburger Zaubersprüche, die beispielsweise schon von In Extremo vertont worden sind, müssen mal wieder als Grundlage herhalten.

Allerdings sollte an dieser Stelle nicht die Vermutung aufkommen, dass es sich bei „Es werde Licht“ um ein schlechtes Album handelt! Was die Scheibe durchaus hörenswert macht, ist der hohe musikalische Anspruch, den die Musiker scheinbar mit ihrem Schaffen verbinden. Handwerklich ist das, was hier abgeliefert wird von allererster Güte: Die Rhythmik treibt ordentlich, die Melodien sind eingängig und transportieren die Emotionen ebenso perfekt wie der Gesang. Dieser stellt übrigens die einzige Besonderheit im musikalischen Schaffen der Combo dar. Denn neben den Lyrics von Alexander übernimmt auch immer wieder Flötistin Irene einige Vokalparts und trägt so zur Abwechslung bei.

Auch die Produktion steht ganz im Dienste dieses hohen musikalischen Anspruchs. Der Klang dieses Albums braucht sich nicht vor dem zu verstecken, den bekanntere Bands, die auf wesentlich größeren Labels zu finden sind, normalerweise abliefern. Das Material knallt amtlich aber der Techniker hat trotzdem daran gedacht auch die Feinheiten der Melodieführung und der vielschichtigen Instrumentierung hörbar zu machen.

Wer sich bisher nicht für Mittelalter Metal begeistern konnte wird sicherlich auch mit „Es werde Licht“ nichts anfangen können. Alle Fans des Genres sollten hier aber durchaus mal ein Ohr riskieren. Zwar haben Ignis Fatuu die Gelegenheit verpasstm das Genre zu revolutionieren und gehen auch nicht so heftig zu Werke wie In Extremo oder Ingrimm aber insgesamt dürfte wohl niemand, der mit den richtigen Erwartungen an dieses Album geht, enttäuscht werden. Wenn Ignis Fatuu sich noch ein wenig entwickeln und auch einmal trauen über den Tellerrand zu schielen, dann dürfen sie getrost einer großen Zukunft im Mittelalter-Metal entgegensehen.

Tracklist

  • 01. Auf der Flucht
  • 02. Nordwind
  • 03. Dein Stern
  • 04. Narrenweib
  • 05. Sehnsucht
  • 06. Illusion
  • 07. Drachenreiter
  • 08. Einsam
  • 09. Frühlingsreigen
  • 10. Spielmann
  • 11. Zeit
  • 12. Zauberspruch
  • 13. Wächter der Nacht

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen