Auf der Homepage der Band liest man dazu: „….Kurz… wir haben uns schlichtweg übernommen, wollten zuviel und erhalten gerade die Quittung. Das letze Jahr war für die gesamte Truppe ein sehr anstrengendes und emotionales Jahr…..“

Die Neubesetzung des Sängerpostens und diverse private Probleme haben der Band wohl ziemlich zugesetzt. Doch das sei nun Vergangenheit und man präsentiert stolz das neue Album „Unendlich viele Wege“, welches am 07.03.2014 über Trollzorn veröffentlicht wird.

Direkt beim ersten Durchlauf fällt auf, dass diese Scheibe anders ist als die beiden Vorgänger. Und das liegt nicht nur an der Stimme von Neu-Sänger P.G. Andreas Hansel, die ein ganzes Stück kühler und plastischer wirkt als man es von Alex Trappe gewohnt war. Insgesamt ist die Musik von Ignis Fatuu düsterer geworden und Parallelen zu Bands wie Letzte Instanz oder ASP sind durchaus berechtigt. Die Gitarren stehen, gerade im ersten Teil des Albums, deutlich im Vordergrund und lassen kaum etwas von der magischen Symbiose altertümlicher und moderner Instrumente geschehen. Dadurch verliert die Musik ein ganzes Stück ihrer Eigenständigkeit, welche man eigentlich bei einer so vielschichtigen Instrumentierung erwarten würde. Die Produktion, die bieder und gleichmachend klingt, trägt ihr übriges bei.

Auch lyrisch bewegt man sich immer weiter weg von der klassischen Mittelalter- und Fantasy-Thematik und hin zu schwermütigen Texten zu Selbstfindung und Lebensbewältigung. Der Titelsong Unendlich viele Wege“ beispielsweise scheint zum Teil eine Retrospektive auf das bisher erreichte und zum Teil ein ungewisser Blick in die Zukunft zu sein. Und mal abgesehen vom mit Sprechgesang gespickten „Der Rabe und der Wolf“ finden sich auf dem Album weiter keine Fabelwesen oder Geschichten von großen Schlachten, so wie man es von Ignis Fatuu bisher gewöhnt war.

Aber auch wenn Ignis Fatuu sich musikalisch neu orientieren, ist auf „Unendlich viele Wege“ längst nicht alles schlecht. Positiv fallen zum Beispiel die tollen Duette von Sänger P.G. Andreas Hansel und Irene Gawlik auf. Die Stimmen der beiden harmonieren sehr gut miteinander und entwickeln im Wechselspiel eine interessante Dynamik. Als Beispiel sei hier das balladeske „Signal“ genannt. Und dass Ignis Fatuu auch noch Ohrwürmer schreiben können beweisen sie mit dem Opener „Glaube“, der mit einer sehr eingängigen Melodieführung überzeugen kann.

Alles in allem kann das Album aber nur bedingt überzeugen. Gerade die Abkehr von der für Ignis Fatuu so typischen Lyrik und der vielschichtigen, aber nicht übertriebenen Instrumentierung sorgen für Punktabzug. Gerade diese Punkte haben einen großen Teil der Authentizität dieser Band ausgemacht.

Tracklist:

  • 01. Glaube
  • 02. Hyazinthen
  • 03. Unendlich viele Wege
  • 04. Mit dem Wind
  • 05. Blut geleckt
  • 06. Alchemie
  • 07. Der Rabe und der Wolf
  • 08. Wenn alle Worte schweigen
  • 09. Signal
  • 10. Letztes Wort
  • 11. Die Pforte

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