Der Fortbestand unseres Genres scheint definitiv gesichert zu sein. Solange gute Metalsongs das Ohr erfreuen gibt es keinen Grund zu mosern. Unter die aktuellen Namen wie Warbringer, Evile, Gama Bomb, Bonded By Blood und wie sie nun alle heißen stoßen dieser Tage vier junge Dänen, um uns ihr Debütmachwerk um die Ohren zu donnern.

Es stehen vergnügliche Minuten an, soviel sei an dieser Stelle bereits offenbart. Das Album beginnt im wahrsten Sinne des Wortes mit der Ruhe vor dem Sturm: Vor einer verregneten Geräuschkulisse leiten Bass und eine klare Gitarre unter näherkommendem Donnergrollen das Stück „Fear“ ein. Langsam aber sicher steigert man sich in Sachen Geschwindigkeit und startet nach knapp zwei Minuten in das Thrashgewitter. Ein solider Opener donnert durch die Boxen und macht direkt Laune. Einzig die inflationäre Benutzung des Titels geht zum Ende des Stückes ein wenig auf die Nerven. So keift nach nahezu jeder Zeile der Backgroundchor „Fear“ in die Mikros. Ohne Zeit zu verlieren geht es mit dem Titeltrack des Albums weiter. Nettes Geriffe und eine gehörige Portion Nackenmotivation prägen das Stück, das mit knapp fünfeinhalb Minuten das längste Stück mit Gesang des Albums darstellt. Im Großen und Ganzen kein Song, der zu einem exzessiven Circle Pit geeignet ist, sondern eher die headbangfanatischen Thrasher erfreuen dürfte: Mid-Tempo, Geschwindigkeit und Soli wechseln sich ab und lassen den Song nicht langweilig werden. Anders sieht das schon beim folgenden „See What I See“ aus. Hier herrschen pfeilschnelles Geschredder und Double Bass-Geprügel, allerdings ohne sich in purer Brutalität zu verlieren. Einzig ein kurzer Midtempo-Part lässt dem Trommelfell Entspannung. Ich kann es also kurz machen: Das erste Highlight des Albums ist ein Thrashtitel wie aus dem Lehrbuch. Mit „Aggressor“ halten Impalers das Niveau und das Tempo aufrecht, sorgen aber vorerst für keinen weiteren Höhepunkt. Das folgende „Nuclear Night“ knallt dann wieder eine Spur schneller daher und macht derbe Spaß. Mit dem Titel „Army Of Darkness“ wird es erneut etwas abwechslungsreicher. Nach einem sich langsam steigernden Intro dominiert kantiges Riffing und sorgt so für eine ganz besondere Dynamik, die durch Midtempo im Refrain noch untermalt wird. Auch ein Stück, das direkt in den Nacken geht. Auf der Zielgeraden haben die Dänen dann ein sehr langes Intrumentalstück eingebaut. „When The World Hungers“ demonstriert zwar die technischen Fähigkeiten der Mannen aus unserem nördlichen Nachbarland, aber es schafft es nicht die Stimmung, die durch die vorangegangen Songs aufgebaut wurde, aufrecht zu erhalten. Dies liegt vornehmlich an der Länge des Stückes, das mit etwa sieben Minuten das längste Stück von „Power Behind The Throne“ ist. Das Songwriting und die Position des Tracks auf dem Album lassen in jedem Fall erahnen, dass eine gewisse Band namens Metallica einen großen Einfluss auf die Jungs von Impalers gehabt haben muss. Getreu diesem Vorbild ist, wie auf den 80er Alben der Amerikaner, bei den Dänen das letzte Stück noch einmal ein wahrer Geschwindigkeitsrausch.

Das Debüt der Dänen ist eine gelungene Scheibe und für jeden Fan, der auf Bay Area Thrash steht, eine Empfehlung. Fans von dunkleren Klängen im Stile von Toxic Holocaust, Antichrist oder Hellbringer sind auch gut beraten ein Ohr zu riskieren, aber hierfür fehlt es dann wohl an der nötigen „Düsternis“ um vollends zu überzeugen. „Power Behind The Throne“ ist kein Meilenstein der Thrashgeschichte, aber ein definitiver Beweis dafür, dass die Thrashszene lebendig ist und es für Geschwindigkeitsjünger und Circle Pit-Renner immer wieder was lohnenswertes Neues zu entdecken gibt.

Tracklist

  • 1. Fear
  • 2. Power Behind The Throne
  • 3. See What I See
  • 4. Aggressor
  • 5. Nuclear Nights
  • 6. We Are Nothing
  • 7. Army Of Darkness
  • 8. When The World Hungers (instrumental)
  • 9. Death In Fire

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