Wertung: 6 von 10

Je höher die Erwartung desto größer die Enttäuschung: Im Fall des neuen Albums von In Solitude trifft diese Aussage leider zu; zumindest nach dem ersten Hördurchlauf. Nachdem man sich dann aber die Zeit genommen hat, das Album ein paar Mal mehr durchzuhören, relativiert sich die Enttäuschung zumindest ein wenig.


Was machen In Solitude? Noch mehr Retro-Metal, der vor dem King (nicht Elvis) einen Diener bis zum Boden macht.

Ich stehe prinzipiell auf guten, altmodischen Metal/Rock. Hier wird das Rad nicht neu erfunden und das ist auch genau richtig so. Man nehme Altbewährtes, versuche seine eigene Note hinzuzufügen und fertig kann ein lecker Album mit Langzeitwirkung sein.

Die Betonung liegt auf kann: Denn wo Bands wie Blood Ceremony, Doomsword oder Atlantean Codex vieles und bisweilen sogar alles richtig machen, versagt bei In Solitude irgendwas.

Das Album ist gar nicht so schlecht; es ist aber leider auch nicht eigenständig genug, um mich vollends zu begeistern oder mitzureißen. Wo die oben genannten Bands es schaffen, den „80er-Spirit“ voll einzufangen und glaubhaft in ihrer Musik zu transportieren, klingen In Solitude leider nur wie eine Mercyful Fate-Kopie.

Sie bekommen es nur selten hin, im Songwriting mal etwas Spannendes einzubauen oder gute Hooklines zu schreiben. Nachdem man das Werk 4-5 mal gehört hat, stellt sich dann aber doch ein Wiedererkennungseffekt ein. Normalerweise ist Musik, die nicht sofort beim ersten Hören im Ohr kleben bleibt, eine gute Sache, weil hier erfahrungsgemäß nicht ein schneller Abnutzungseffekt eintritt, der einem nach ein paar Hördurchläufen die Lust auf die Musik nimmt.

Aber in diesem Fall sind die Songs einfach nicht so stark, als dass sie ein Suchtpotenzial entfalten könnten.

Ich stelle mir bei jedem Durchlauf die Frage, warum ich mir das eigentlich anhöre, wenn ich doch viel besser eine alte Mercyful Fate-CD einwerfen könnte, wo ich die Art von Musik, die In Solitude machen, viel besser, origineller und mit einer ordentlichen Produktion versehen, genießen kann.

Also, in diesem Fall sind die Vorschusslorbeeren, die In Solitude in vielen Magazinen und Onlinereviews kassiert haben, meiner Meinung nach übertrieben. „The World. The Flesh. The Devil.” ist zwar nicht wirklich schlecht aber auch alles andere als unverzichtbar. Wenn man auf diese Art von Metal steht, sollte man sich dann doch lieber „Melissa“ oder „9“ reinziehen, da bekommt man dann auch durchgängig geniale Songs und die dazu kompatible Gänsehaut.

Songs, die man kennen könnte und auch mögen würde: „Serpents Are Rising“ mit einem gelungenen Riff, was gut nach vorne rockt und „Poisoned, Blessed And Burned“ welches durch den coolen Refrain zu begeistern versteht.

Trackliste:

  • 01. The World The Flesh The Devil
  • 02. We Were Never Here
  • 03. Serpents Are Rising
  • 04. Poisoned, Blessed And Burned
  • 05. Demons
  • 06. To Her Darkness
  • 07. Dance Of The Adversary
  • 08. On Burning Paths
Dieser Metaller.de Artikel wurde heute bereits 1x gelesen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen