Wertung: 4 von 10

Wirklich guten Progressive Metal zu schaffen ist verdammt schwierig. Infinite Horizon aus Nordrhein-Westfalen versuchen genau das seit mehr als zehn Jahren. In der lokalen und überregionalen Szene konnten die Jungs dabei durchaus schon Lob und Erfolge einfahren – einhergehenden mit einem Deal mit Black Bards Entertainment. Über dieses Label veröffentlichten sie jetzt auch ihr viertes Album “Dominion”.


Die musikalische Marschrichtung ist klar: Progressiver Metal mit einem Hang in die Power Metal-Ecke. Oder kurz zusammen gefasst: Progressive Power Metal. Diese Art von Musik setzt vor allem auf eine Kombination aus eingängiger Rhythmik, vertrackten Melodien, zahlreichen Tempo-Wechseln und klassischem Metal-Gesang. Schwierig also in einem so klar abgesteckten Feld etwas neues zu erschaffen. Und genau das ist es auch was der Combo nicht gelingt. Was die Musiker hier abliefern klingt nicht gerade frisch und unverbraucht, sondern eher so als hätten andere Bands das musikalische Material schon zig mal durchgekaut und wieder ausgespuckt.

Auch die Umsetzung des Grundgerüstes gelingt nicht immer. Die Rhythmik ist zwar grundsätzlich eingängig und weist auch zahlreiche Tempo-Wechsel auf. Allerdings hätte es dem Material durchaus gut getan, wenn Drummer Christian Schmidt mal den Fuß von den Bremse genommen und ordentlich Gas gegeben hätte. Dann wären die Songs wahrscheinlich auch deutlich eher zu Ohrwürmern geworden.

Die beiden anderen Bedingungen sind grundsätzlich erfüllt: Die Melodik ist vertrackt genug um als progressiv zu gelten und auch die Soli sind technisch ausgefeilt und beeindruckend ohne allerdings dudelig oder nervig zu wirken. Auch der Gesangsstil von Marc Lemler ist deutlich klassischer cleaner Metal-Gesang. Zwischendurch versucht er immer wieder diesen durch kurze Schrei-Parts aufzulockern. Allerdings gelingt ihm das nur bedingt. Es ist vom Songwriting her gesehen gut und richtig diese Parts einzufügen. Allerdings merkt man deutlich, dass Marc nicht so brüllen kann wie er gerne möchte.

Gute Ansätze sind also reichlich vorhanden. Allerdings fehlt es insgesamt noch etwas an der Ausgewogenheit. Die Stärken von Infinite Horizon liegen eindeutig im technischen Bereich. Indes sind es die vielen Kleinigkeiten, die dieses Album vor einer guten Bewertung bewahren. Beim Songwriting sollten die Jungs beispielsweise ein wenig mehr auf Tempo, Spaß und Eingängigkeit achten. Und letztendlich haben sie auch nicht immer das nötige Personal, um ihre Ideen gut umzusetzen. Hier muss entweder das Material angepasst werden oder das Personal. Dann könnte diese Band mit reichlich Potential nach so langer Zeit, endlich den, durchaus nicht unverdienten, Durchbruch schaffen.

Tracklist

  • 01. I’m Alive
  • 02. God Of Lies
  • 03. 28 Days
  • 04. Liar
  • 05. Code Of Decadence
  • 06. N.G.S.
  • 07. Pay High Fly Low
  • 08.Lines In The Sand
  • 09. Living On The Edge
  • 10. Oblivion
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