Wertung: 8 von 10

Das Mittelalter rockt! Und zwar gewaltig. Denn Ingrimm bringen ihr neues Album „Henkt Ihn!“ an den Start. Bereits als die Band anno 2006 ihr erstes Promo „Feuertaufe“, zu jener Zeit noch unter dem Namen Grimm, auf den Markt schmiss war jedem schnell klar, dass man diese Band nicht so einfach dem Medieval Genre zuordnen kann. Mit donnernden Drums und thrashigen Gitarren hat man schon damals die metallischen Elemente des Stilmix sehr ernst genommen. Und daran hat sich auch bei „Henkt Ihn!“ nichts geändert.


Alles beim Alten also, könnte man meinen. Doch wer genau hinhört dem wird auffallen, dass der Gesang doch ein wenig anders klingt als auf den vorherigen Scheiben. Dies liegt natürlich daran, dass sich auch bei Ingrimm das Besetzungskarussell gedreht hat und Sänger und Gründungsmitglied „Fenris“ die Band verlassen hat. Ersetzt wurde er durch den in der Szene bislang wenig bekannten Rene Brandt. Darüber hinaus ist mit Sabine „Bine“ Radies nun auch eine Geigerin mit an Bord. Gut, an Rene`s Stimme muss man sich erst einmal gewöhnen und die Die-Hard Fans werden sicherlich die rauhe Stimme von Fenris vermissen. Gerade bei den tiefen Growls hört man diesen Unterschied schon deutlich heraus. Nichts desto trotz macht Rene seine Sache gut und fügt sich bestens in das Ingrimmsche Musikgefüge ein.

Die Gesamtstimmung des Albums ist dieses Mal etwas düsterer ausgefallen. Partykracher der Marke „Spielmann“ oder „Diaboli“ sucht man auf „Henkt Ihn!“ leider vergebens. Dafür bietet das Album starke, zumeist eher getragene Songs, die zum Nachdenken anregen. So wird zum Beispiel in „Schwarzes Gold“ die unersättliche Gier der Menschen nach Öl thematisiert. In „Asche auf mein Haupt“ geht es um Brandstifter und in „Fühl dich frei“ scheint es um Spielsucht zu gehen. Nicht verzichten muss der Hörer allerdings auf die klassische Mischung aus Drehleier, Dudelsack und Co. auf der einen und einem donnernden Schlagzeug, harten Gitarrenriffs und starken Melodien auf der anderen Seite. Dabei schaffen es Ingrimm überdies noch so manche griffige Hookline zu kreieren. Mit „Engel“ präsentieren uns die sechs Regensburger sogar noch eine richtig schöne Halbballade welche sowohl textlich wie auch musikalisch auf ganz hohem Niveau ist.

Alles in allem steht „Henkt Ihn!“ seinen Vorgängern also in nichts nach, ist aber jetzt auch kein Quantensprung. Die leicht veränderte Instrumentierung tut der Musik allerdings gut. Und da Ingrimm schon von Anfang an einen sehr hohen Wert auf den metallischen Part in ihrer Musik gelegt haben, fällt die textliche Entfernung von mittelalterlichen Texten auch nicht so schwer ins Gewicht. Tja und die Stimme des neuen Sängers kann man entweder mögen oder nicht mögen. Gesanglich ist er auf jeden Fall über jeden Zweifel erhaben und macht eine gute Figur.

Tracklist:

  • 01.Hetzer
  • 02.Carpe Diem
  • 03.Asche auf mein Haupt
  • 04.Hängt ihn
  • 05.Eiskalter Wind
  • 06.Schwarzes Gold
  • 07.Fühl dich Frei
  • 08.Tritt mich
  • 09.Sanduhr
  • 10.Engel

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