Schon 2007 hatten wir das Vergnügen, Alexander Kaschte, seines Zeichens Mastermind hinter der Avantgarde Black Metal Band Samsas Traum zu einem Gespräch zu treffen.

Nun bot sich uns erneut die Möglichkeit und wir sprachen mit Alex ausführlich über das neue Album „13 Jahre lang dagegen – Anti bis zum Tod“, über Menschen, Tiere und Persönliches aus Alex´ Leben.

OM: Hallo Alex, wie geht dir heute?

Alex: Mir geht es wieder gut, ja. Als ich heute morgen aufgewacht bin, war ich ein bisschen erschöpft. Gestern war ein recht anstrengender Tag. Außerdem hatten wir alle in der Band, also ich noch nicht, mit gesundheitlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, da es sehr kalt wird da draußen und wir halt viel Arbeit zu leisten haben jeden Abend und viel schwitzen, Dabei kann man sich leicht verkühlen in kalten Clubs, wie es gestern zum Beispiel der Fall war. Aber wir trinken alle fleißig Tee, saufen Medizin und nehmen präventiv Hustensaft.

OM: Dann wollen wir hier mal schnell loslegen:

Fangen wir gleich mit dem wichtigen an, mit deinem neuen Album: Was glaubst du wie die Öffentlichkeit auf das neue Album reagieren wird?

Alex: Ich habe keine Ahnung, wie die Öffentlichkeit darauf reagieren wird, und ich interessiere mich da auch ehrlich gesagt nicht für, weil – ich bin Künstler und habe Lust, Dinge zu tun. Mir ist es egal, weil ich mich als Künstler ausdrücke und nicht Rücksicht darauf nehmen kann, was andere Leute von meiner Musik denken. Sonst würde meine Musik nicht so werden, wie ich das will.

Ich glaube, dass wir Leute damit zu unserer Fanschar dazugewinnen können, die vielleicht aus dem Mainstream kommen. Ich glaube aber auch, dass wir vielleicht alte Fans wieder zurückgewinnen können, weil das Album ja nicht so aufs Gaspedal tritt wie „Heiliges Herz“ zum Beispiel. Ich glaube, grundsätzlich ist es ein lichteres, fröhlicheres und einfacheres Album als es vorher bei Samsas Traum‚ jemals gab.

OM: Damit hast du auch schon die nächste Frage beantwortet…

Alex. Was war denn die nächste Frage?

OM: Die Frage wäre gewesen, ob du glaubst, dass du deinen alten Fans treu geblieben bist und ob neue Fans hinzugekommen sind.

Alex: Pass mal auf: Das Problem ist, dass die Fans bei Samsas Traum so vielschichtig sind wie Samsas Traum selbst. Ich habe zum Beispiel heute zwei Messages über MySpace gekriegt. Der erste Fan hat mir geschrieben: „Alex, dein neues Album, die Instrumente – die klingen zu normal, die Texte beinhalten keine Hilfestellung für mein zukünftiges Leben und außerdem ist dies hier schlechter als die Alben vorher!“

Der Nächste schrieb mir: „Dein neues Album ist das genialste, was du jemals gemacht hast, und vereint die Kreativität von a-Ura mit der Intensität von „die Liebe Gottes“ – was meiner Meinung nach totaler Schwachsinn ist, da das Album weder nach dem Einen noch nach dem Anderen klingt. Man kann es nicht jedem recht machen, man muss einfach drauf scheißen, sein Ding durchziehen, und hoffen, dass es den Leuten gefällt.

OM: Der erste Titel auf deinem neuen Album klingt ja ziemlich pessimistisch. Hast du denn als Mensch auch eher eine pessimistische Einstellung, oder kommt das den Zuhörern nur so vor?

Alex: Also zuerst einmal bin ich der Meinung, dass der Titel gar nicht pessimistisch klingt, sondern eher freudvoll, kraftvoll und nach vorne blickend klingt, so nach dem Motto „wir haben die letzten 13 Jahre überstanden, dann werden wir auch die nächsten 13 Jahre überstehen.“ So ist es gedacht.

Aber ich bin im normalen Leben natürlich nicht unbedingt Optimist. Ich gehe also nicht durch die Welt und denke mir, dass alles schön und bunt und toll ist, sondern es ist schon so, dass ich das Schlimmste befürchte und das Schlechteste erwarte und versuche, mich auf all das möglichst gut vorzubereiten. Also das ist meine Lebenseinstellung.

OM: Dieses Album hat ja schon etwas härtere Klänge, fast metallastige Klänge und unterscheidet sich so von manch einem Album zuvor. Würdest du sagen, dass dieses Album ein Umbruch auf etwas Neues ist, oder ist dieses Album lediglich Ausdruck deines vielschichtigen Charakters?

Alex: Es ist rauer. Es ist rauer gemischt. Es klingt einfach dreckiger, aber es ist kein Geknüppel drauf, es ist mindestens halb so schnell wie andere Lieder von mir und es ist alles nur im mittleren Bereich und alles komplett nachvollziehbar von mir. Es ist keinesfalls chaotisch, deswegen verstehe ich nicht. warum es härter sein soll. Aber, um deine Frage zu beantworten, es ist überhaupt nicht zukunftsweisend es ist auch nicht ernst gemeint. Die Platte habe ich gemacht, weil ich auf einem Konzert war, und die entsprechende Band fand ich so geil, dass ich mir gedacht habe: Komm, probierst auch mal aus, solche Lieder zu schreiben. Und aus diesem kleinen Experiment wurde dann diese Idee, daraus eine Geburtstagsplatte zu machen, da dieser rockige Partycharakter aus den Stücken hervortrat. Die nächsten Alben werden nicht so klingen. Die nächsten Albern werden klingen wie eine Mischung aus „Heiliges Herz“ und „a.Ura“, wie das, was ich bisher gemacht habe.

Dies ist ein Ausnahmealbum und es sollte von vornherein ein Ausnahmealbum sein. Es wird auch eine Ausnahme bleiben, wir machen jetzt keinen Death’n’roll weiterhin. Aber es ist auch natürlich eine Seite von meinen Charakter, sonst hätte ich diese Ausdrucksform nicht gewählt. Für dieses räudige, dreckige… da war einfach mal die Zeit reif dafür.

OM: Wofür steht der Käfer mit dem Knochen bei dir auf der MySpace-Seite?

Alex: Na, der steht dafür, dass vieles Alte bei Samsas Traum am Zerbröckeln ist, denn es ist ja kein erhaltener Käfer, sondern quasi ein Käfer-Skelett. Es hat nach wie vor die Form eines Käfers, aber es bedeutet eben auch, dass Dinge im Hause Samsas Traum nicht mehr sind.

OM : Was wolltest du speziell mit diesem Album ausdrücken?

Alex: Der Grundgedanke im Album ist eigentlich perfekt im Titel wiedergegeben. Ich habe diese Platte gemacht, weil ich den 13. Geburtstag meiner Band feiern wollte, da ich der Meinung bin, dass wir das Recht dazu haben, auch mal einen Geburtstag zu feiern. Wir haben viele Höhen und Tiefen durchlebt, wir haben viele Neider, wir haben viele Lästermäuler, viele Feinde, Menschen, die weder mich noch meine Musik noch meine Ansichten gut finden oder sich damit anfreunden können. Wir wollten einfach mal mit diesem Album ein Statement setzen, dass es uns jetzt 13 Jahre lang gibt und es uns noch weiterhin geben wird. Das ist stärker als jemals zuvor.

OM: Wie sind die Aufnahmen zu dem Album im Studio gelaufen?

Alex: Die Aufnahmen sind furchtbar gelaufen, es war das pure Grauen. Wir sind auf jemanden hereingefallen, der sich uns als guter Tontechniker und Produzent verkauft hat, es dann aber letztenen Endes nicht war, so dass wir einen Monat lang umsonst gearbeitet und tierisch viel Geld verloren haben. Letzen Endes mussten wir die entstandenen Aufnahmen ein zweites Mal woanders mischen lassen, bis das ganze in die Form kam, wie wir es haben wollten. Schließlich waren es sechs Wochen purer Terror und diese Zeit würde ich am liebsten aus meinem Leben streichen.

Es waren keine schönen Tage da. Wir mussten für dieses Album härter kämpfen als für je ein Album zuvor. Wir waren dann bei Alex Theisen vom Ultraton Studio in Mainz , wo unter anderem so Sachen gemacht werden wie die Donots oder Agathodaimon, Virgina Jetzt oder Sportfreunde Stiller. Dies ist ein Analog-Studio mit vielen alten Geräten, der macht so einen richtig fetten Schweinesound. Dem bin ich sehr dankbar dafür, was er da rausgeholt hat und schlussendlich ist die Platte dann doch noch so geworden, wie ich das haben wollte. Es war ein langer Weg bis dahin. Wir sind richtig auf die Schnauze gefallen.

OM: Was glaubst du, wie sieht die Welt in 13 Jahren aus? Wo siehst du euch in 13 Jahren? Wo wird die Wissenschaft sein? Die Forschung? Die Kirche? Texte?

Alex: Lass mich mal rechnen: in 13 Jahren bin ich 34 Jahre alt. Da wird es Samsas Traum bestimmt noch geben. Wir machen dann so Musik wie Radiohead heute. Die Kinder werden immer blöder, die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer. Es wird in 13 Jahren leider noch nicht für eine Revolution reichen, da es den Leuten bis dahin noch nicht schlecht genug geht. Für die Kirche interessiere ich mich nicht. Und was waren die anderen Sachen?

OM: Ist nichts Konkretes, rede einfach mal ein bisschen aus dem Nähkästchen. Vielleicht etwas über den Klimawandel?

Alex: *lacht* Das kann ich nicht vorhersagen, da bin ich weder intelligent genug noch informiert genug dazu. Vielleicht kann ich die Frage weitgehend damit beantworten, dass die Polkappen schmelzen werden, es wird mehr regnen, die Wälder werden mehr abgetragen, es wird grundsätzlich heißer – dann labere ich alles, was andere auch wissen.

Ich würde mich freuen, wen ich in 13 Jahren irgendwo ein Haus habe und es mir und meinen Liebsten gut geht und ich weiterhin das machen kann, was ich gern tue, mämlich meine Musik. Und das in der Form, dass ich mich immer ausdrücken kann, ohne dass ich mich da einschränken muss. Meine Texte werden hoffentlich an Intensität nicht verlieren, aber reduzierter sein, leichter verständlich und deutlicher.

OM: Ich möchte die jetzt gerne zwei Zitate vorlesen aus den Songs vom neuen Album und von dir möchte ich gerne, dass du uns dazu erzählst, was du dir dabei geacht hast usw. Das erste lautet: „31 Jahre erleben, in denen du manches Mal vergisst, dass du nicht mehr 13 bist“

Alex: Ich wollte damit ein ganz spezielles Gefühl zum Ausdruck bringen, was ich habe. Es ist nämlich die Kluft in mir zwischen dem Verhalten, welches ich an den Tag legen muss, und dem Menschen, der wirklich in mir steckt. Es existiert eine Differenz zwischen meiner Außenwirkung und zwischen der Art und Weise wie ich wahrgenommen werde und dem Kind, dem Teenager, dem Rabauken, der da immernoch irgendwo verschüttet in mir steckt. Und dieser Konflikt, der ist manchmal herbe und schmerzhaft und den würde ich bis auf Weiteres gerne loswerden.

OM: das zweite Zitat: „Die Welt hat nie von dir geträumt, du hast dich niemals aufgebäumt, wer oder was dich auch ersann: Du kotzt mich an!“

Alex:

Das bedeutet, dass man, wenn man in so einer Stadt wie Marburg lebt, 18.000 Studenten um sich herum hat und auch viele weibliche Studenten. Dieses Lied richtet sich komplett gegen Mädchen-Studenten aus Marburg, es ist ein Anti-Studentinnen Lied gegen Studentinnen aus Marburg.

Die laufen da alle nämlich herum und halten sich für die Königinnen von morgen. Ich mag in den Augen der Leute diesen seltsamen Glanz nicht, den sie haben, wenn die recht grün hinter den Ohren und naiv gerade das Abi in der Tasche haben und denken, dass ab dem Augenblick, ab dem sie zu studieren beginnen, ihnen die Welt zu Füßen liegt. Dass sie jetzt von zu Hause ausziehen, ihre eigene Bude haben, saufen können, was das Zeug hält und irgendwann in vier Jahren einen Job bekommen – denn das werden sie nicht. Und die Naivität dieser Menschen, die kotzt mich enorm an. Also dieser Glaube daran, dass die Welt sie braucht und dass sie wichtig sind für die Welt und dass auf sie gewartet wird, dass Deutschland, dass die Wirtschaft, dass die Gesellschaft nur auf diese Leute wartet, die größtenteils mittlerweile ihr Studium von Mama und Papa finanziert bekommen. Das mag ich nicht und ich glaube, das wird dazu führen, dass es weitere gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringen wird. Und ich hoffe, dass diese Menschen auf die Schnauze fallen, dass sie in die Arbeitslosigkeit stürzen, wenn sie von der Uni kommen, und dass sie dann mal merken, dass sie ihr Leben neu sortieren müssen. Das wünsche ich denen.

OM: Hast du eine besondere Verbindung zu einem Lied auf dem jetzigen Album?

Alex: Ja, zu jedem. Ich habe zu jedem Lied eine tiefe Verbindung, denn ich habe mir auf Basis dessen, auf Basis der existierenden Verbindung aufgrund vom Affinitäten zu Themen der Literatur oder des Films die Sachen herausgesucht.

„Happy Birthday“ mag ich, weil es so witzig ist. Ich mag „Agnes“ wegen dem Film „Schreie und Flüstern“ von Inge Bergmann. Ich mag „Ich werde da sein“ wegen der veganen Message, die das Lied transportiert. Und ich habe auch eine tiefe emotionale Bindung zu „Barfuß“, weil es von einem Ehepaar handelt, das an den Folgen von Tschernobyl zugrunde gegangen ist. Ich schreibe nur über Sachen, die mich bewegen. Es ist nicht so, dass ich irgendwelche Themen habe, die nur Wortmalereien sind, oder die nichts aussagen. Ich schreibe wirklich nur über Sachen, die mir nahe gehen, sonst würde Samsas Traum vielleicht gar nicht so wirken, wie es wirkt.

OM: Mit wem würdest du am liebsten ein Duett singen?

ALEX: Mit wem ich am liebsten ein Duett singen würde? Mit der Sabina von Alight. Sie singt seit ein paar Tagen mit mir jeden Abend „Sterbende Liebe“ und „Satanshimmel voller Geigen“. Das Mädchen ist 18 Jahre alt und sie hat eine Stimme, die ist der absolute Hammer. Wenn du sie auf der Bühne siehst, glaubst du gar nicht, dass aus so einem kleinen, winzigen, niedlichen Menschen so etwas herauskommen kann. Sie ist einfach eine der besten Persoen, mit denen ich in den letzten Jahren zusammengearbeitet habe. Und ich glaube, aus ihr wird noch viel werden.

OM: Was ist denn in kommender Zukunft geplant? Ein Buch? DVD? Hörspiel? Eine Biografie?

Alex: Buch. DVD. Hörspiel. Wieso gerade Biografie? Warum sollte ich denn eine Biografie schreiben?

OM: Weil ich das interessant finde

Alex: Ich bin 31, Ich habe nichts zu erzählen, da ich finde, dass Leute nur dann eine Biografie schreiben sollten, wenn sie wirklich etwas zu sagen haben. Ich meine, wen ich so alt bin wie Lemmy jetzt ist, dann habe ich das Recht, überhaupt mal die Schnauze aufzumachen und von meinem Leben zu berichten, denn ich habe angefangen, den Krempel zu machen, als ich 16 Jahre alt war. Die Band gibt es, seitdem ich 18 war, das sind 13 Jahre und das ist eine mickrige Zeitspanne im Vergleich zu dem Werk, das andere Menschen vollführt haben. Vielleicht schreibt jemand mal über mich, wenn ich alt bin, da helfe ich auch gerne mit, aber ich selbst werde über mich niemals schreiben.

OM: Gleich gibst du wieder ein Konzert. Hat sich am Empfinden zwischen dem ersten Mal auf der Bühne und heute was verändert? Fühlst du dich anders?

Alex: Da hat sich gar nichts verändert. Das ist genau noch so wie vorher, es ist so, dass ich eigentlich gar nichts fühle, bis es zeitlich kurz vor der Show ist, dann werde ich schweinenervös, was sich aber in dem Augenblick entlädt, wenn ich auf der Bühne bin. Dann hängt es immer vom Publikum ab, dann hängt es davon ab, wie die leute drauf sind, dann hängt es davon ab, wieviel Unterstützung wir bekommen, dann hängt es davon ab, wie die Leute abfahren und es kann passieren, dass sie von Anfang an abgehen. In diesem Fall kommt man sofort da irgendwie rein und ist wie in Trance, zieht es einfach durch und vergisst alles. Es kann auch sein, dass die Leute nicht so munter drauf sind, und dann muss man sich erstmal den Arsch aufarbeiten und motivieren und versuchen, sie zu bewegen. Aber wenn man dann erstmal drin ist, ist es für mich immer das gleiche Mantra, da es immer dieser Zustand ist. Man versetzt sich in diesen Zustand des Miterlebens. Das ist so, als wenn du nach Hause gehst und sagst “Boah, die Band hatte Spaß auf der Bühne und das hat sich auf uns übertragen und das war geil”. Wenn es so ist, dann war es gut. Und dieses Spaßhaben auf der Bühne, das habe ich nach wie vor genauso unverändert wie beim ersten Konzert. Es war so, dass wir auf dieser Tour Schiss um unsere Gesundheit hatten, ich habe natürlich schon so Sorge. Ich frage mich manchmal: Wird es heute Abend anstrengend? Das ist schwer, denn wir sind 2.5 Stunden auf der Bühne. Und das ist die einzige Sorge, die vefliegt irgendwann während dessen. Wenn man alles vergisst, ist es einfach, nur Musik machen.

OM: Wie sieht dein Alltag aus? Wenn du morgens aufstehst und Zeit hast. Was machst du am liebsten?

Alex: Wenn ich Zeit habe?

OM: Beides – allgemein und wenn du Zeit hast.

Alex: Ein schlimmer Tagesablauf sieht so aus, dass ich morgens um sieben Uhr aufstehe, Kaffee koche, E-mails checke und dann ungefähr ewig lange Büroarbeiten erledige, ein bisschen an Musik arbeite und mit dem Hund eine Runde drehe, nach Hause komme und ein bisschen mehr an Musik arbeite, zu Abend esse, dann etweder mit Freunden ausgehe, ins Kino oder auf Konzerte gehe oder mich vor die Glotze lege. So zieht ein nomaler schlimmer Tag aus.

An einem guten Tag ändert sich natürlich nicht das Kaffeetrinken und das E-mails checken oder das mit dem Hund raus gehen, sondern dann mache ich dann länger Musik, da höre ich mir eine CD, die ich noch nicht kenne, oder eine CD aus meiner Sammlung mit Kopfhörern an, weil ich einfach ein großes Interesse an Musik habe, lese noch 30 Seiten in einem Buch und kümmere mich mehr um mich. Also der Alltag wird dadurch besser, wenn ich mehr Zeit für mich selbst habe, was aber manchmal schwierig ist. Im letzten halben Jahr war nicht immer alles sehr schön, war wenig Zeit für mich, um es mal so zu sagen.

OM: Du bist ja überzeugter Veganer. Dazu habe ich zwei Fragen und fange einmal mit der harmloseren von beiden an: Welche Motivation steckt dahinter, dass du die Tierschutzorganisation PETA so unterstützt?

Alex: PETA sind eine weltweit agierende Organisation, die Unsummen an Gelder wälzt und mit der ich nicht in jedem Punkt übereinstimme. Das ist aber gar nicht möglich, mit irgendjemandem in allen Punkten übereinzustimmen. Ich stimme auch nicht mit Greenpeace über ein, ich stimme auch nicht hundertprozentig mit Paul Watson überein, ich stimme auch nicht mit “Vier Pfoten” überein oder dem VGT aus Wien. Der Punkt ist allerdings der, dass PETA etwas tun, das andere nicht tun. Gerade in ihrer Lobby, gerade mit PETA2 erreicht man unglaublich viele junge Menschen auf eine ziemlich hippe und trendige Weise und man kann solche Organisationen als Plattform verwenden, sein Gedankengut, seine Ansichten, sein Wissen, für eine Sache einzusetzen, die dann davon profitiert. Und wer davon profitiert ist das Leben selbst. Das heisst: egal über wen, egal mit welchen Mitteln ich dafür sorge, dass tausende Kinder da draussen meine Meinung lesen, über meine Gedanken informiert werden und meine Anschauung vielleicht teilen, ich üerzeuge die Leute dadurch, und da muss ich nicht hundertprozentig hinter PETA stehen. So sehe ich das.

OM: Und nun die andere Frage: Angenommen, es gibt nur zwei Varianten: Soll man Fleisch kaufen, um den Tieren eine jahrelange Qual in den zuchtanlagen zu ersparen, oder soll man kein Fleisch kaufen und hoffen, dass die Unternehmen aufhören, Tiere zu züchten?

Alex: Das Beste ist es, eine Band zu gründen, mit der man einen sechsstelligen Jahresumsatz fährt und mit diesen Geldern junge Menschen zu finanzieren, die Sprengsätze in Schlachthöfe legen, die Gräber von Schlachthofmitarbeitern schänden und Leute bedrohen. Das ist das Beste.

OM: Wo würdest du denn am Liebsten im Urlaub mal hinfahren?

Alex: Ich würde gerne mal ganz, ganz abwegige Orte erkunden. Ich würde zum Beispiel gerne mal nach Südamerika in diesen Großbereich Patagonien, weil der mich aus archäologischer Sicht interessiert. Alaska, Kanada wäre mal sehr interessant, da ich viel Gutees darüber gehört habe. Dann interessieren mich auch andererseits Regionen, in die andere Leute nicht so gerne wollen. Ich würde also auch gerne mal echt in die Sektoren vordringen, die um Tschernobyl liegen, einfach um es selbst mal gesehen zu haben. Oder in die entlegenen Winkel von Russland, in die Stalin seine Leute deportiert hat, weil ich nicht glaube, dass wir uns das vorstellen können, unter welchen Umständen gewisse Menschen hier auf diesem Planeten heutzutage ihr Dasein fristen, mit welchen Werte- und Moralvorstellungen die Leute heute noch leben. Grundsätzlich ziehe ich es vor, mich Situationen auszusetzen, die komplett meinem eigenen Weltbild und meiner eigenen Lebensweise widerstreben und die meinen Horizont erweitern.

OM: Zum Schluss habe ich hier och ein kleines Assoziationsspiel.

Alex: Jaaaa!

OM: Internet

Alex: Sucht

OM: Youtube

Alex: Scheisse

OM: Bild Zeitung

Alex: Keine Ahnung

OM: Michael Jackson.

Alex: Groatiger Musiker, eines meiner Idole.

OM: Fernsehen

Alex: Selten

OM: Satanismus

Alex: Idiotie

OM: Gothic

Alex: Wuuaahhhh… *lacht*

OM: Metal

Alex: Primitiv

OM: Lyrik

Alex: Langweilig

OM: Groupies

Alex: Überflüssig

OM: Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast!

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