Seit Montaten sind Andy und Sana dabei Schwermetall – den Film zu drehen. Unser Redakteur El Padre sprach mit den beiden über ihr ehrgeiziges Projekt.


OM: Hallo! Erstmal Danke, dass ihr euch Zeit für das Interview nehmt! Bitte stellt den Lesern Euch und Euer Projekt einmal kurz vor.

Andy: Ich bin Andy Karsten Iller, einer jener verrückten Typen, die sich Metalhead nennen. Das Projekt vorstellen… Filme rund um Heavy Metal gibt es ja einige. Aber sie sind entweder spezifisch auf eine Stilistik des Metals beschränkt oder sie befassen sich mit den Top-Events. Wir wollten einen Film aus der Sicht des Undergrounds machen. Eine volle Saison, alles rund um die Bühne bis hin zu Studios, Labels und wirtschaftlichen Aspekten. Wir sind sehr glücklich, dass wir so viel erreichen konnten.

Sana: Ich bin Sana, Hobby – Metallerin, Festivalbummlerin, filmische Chef-Sekretärin und Engel für alles ;D . Schwermetall-Der Film ist ein sehr umfassendes Projekt, welches fast die gesamte Metal-Szene vereint. Er zeigt und erklärt einfach alles, was irgendwie dazugehört. Wir waren schliesslich auf grosser Entdeckungsreise durch die gesamte Metallerlandschaft.

OM: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine Dokumentation über Metal zu drehen?

Andy: Als sich mein Bloodwork Project langsam seinem Ende entgegen neigte, suchte ich eine neue Herausforderung. Ich wollte einen Film drehen. Doch was sollte das für ein Film werden? Gleich mit einem Spielfilm starten war nicht drinne. Die Wahl fiel auf eine Doku. Aber was sollte ich dokumentieren? Ich steckte fest und beschloss ein weiteres Buch zu schreiben… über Heavy Metal… da erkannte ich, wie blöd ich sein kann. Am Tag danach begann ich mit den Vorbereitungen zum Film.

OM: Wie seid ihr selber zum Metal gekommen?

Andy: Über die Band Frankie Goes To Hollywood. Ich hörte damals die Maxi von Warriors Of The Wasteland. Ich war noch ein kleiner Stöpsel. Gary Moore spielt in dieser Version die Gitarre. Und die hat mich voll weggehauen. Ich dachte: “Da muss es noch wesentlich mehr in der Richtung geben.“ Seither höre ich Rock und Metal.

Sana: Durch Andy. Er hat mir seine CD-Sammlung vorgeführt, den Metal nahegebracht und irgendwann vorgeschlagen mal zusammen auf ein Festival zu gehen. Und schwupp war es um einen geschehen.

OM: In den letzten Jahren gab es ja schon einige Dokumentationen über Metal. Zum Beispiel Metal, A Headbanger’s Journey, Global Metal und Full Metal Village. Entsteht da ein neuer Trend oder ein neues Genre Metal-Doku?

Andy: Dokumentationen über die Rock- und Metalszene gibt es eigentlich ja schon lange. Von Woodstock über diverse Bands bis hin zu Festival-Eigenproduktionen in der Neuzeit. Die genannten Filme haben neue Dimensionen erreicht… sie laufen, so wie „Full Metal Village“ etwa, sogar in vielen Kinos. Diese Namen haben einen hohen Bekanntheitsgrad. Das ist der wichtige Aspekt daran. Sie verhelfen Leuten wie mir zu einer Plattform. Für kleinere Projekte ist das ein Segen. Sie erweitern die Mechanismen und die Möglichkeiten. Hier endlich ein eigenes Genre zu haben fände ich eine gute Idee.

OM: Was unterscheidet euren Film von den oben genannten?

Andy: Zunächst ist unsere Basis der deutsche Underground. Das hat noch keine umfassende Doku über den Metal generell gemacht. Und wir haben eine Rahmenhandlung und filmische Elemente in die Doku implantiert. Ich will aber nicht zuviel verraten.

OM: Für den Film habt ihr auf insgesamt fast 100 Locations (60 Festivals und 40 weitere Locations) gefilmt. Auf welchem hat es euch am besten gefallen?

Andy: Das ist schwer, denn ich fühlte mich überall sehr wohl. Bang Your Head, Way Of Darkness, Queens Of Metal, Rock Hard, Winternachtstraum… eigentlich müsste ich sie alle aufzählen.

Sana: Alle waren am besten!

OM: Wie haben die Fans und Künstler, die ihr interviewt habt, reagiert?

Andy: Fans und Künstler hatten stets viel Spass beim Dreh. Gerade die Künstler lobten uns oft für unsere Fragen. „Mal was Anderes…“ oder „… erfrischend anders…“ hörte ich besonders gerne. Hier und da waren die Bands sichtlich überrascht. Es herrschte immer ein sehr freundliches Klima. Mit den Fans war es ausgelassener. Aber auch die Bands haben echt wilde Sachen mitgemacht. Das war schon geil.

Sana: Ja, es waren fast alle total begeistert vom Film, von der Idee, den Fragen, usw.

OM: Wen würdet Ihr gerne noch für den Film vor die Kamera holen?

Andy: Wenn man in einem Jahr rund 250 Bands zusammenträgt, dann kommt man an die ganz Grossen nicht ran, denn das braucht viel Zeit und Mühe. Wir mussten ja alle Kontakte von null an aufbauen. KISS, AC/DC, Iron Maiden, Metallica, Motörhead… eine Band dieser Grössenordnung wäre noch schön gewesen.

OM: Was war das Highlight unter den Interviews?

Andy: Auch da kann ich kaum einen Favoriten nennen. Beeindruckend war es natürlich mit den weltweit bekannten Namen zu drehen. Aber auch alle Undergroundbands haben sich voll ins Zeug gelegt. Cage (USA) und Hellbound (Japan) gaben uns sehr geile Interviews. Aber auch mit Doro, U.D.O. (das unschlagbare deutsche Objekt), Sodom, Knorkator, Subway To Sally, Destruction, Testament, Exodus, Paradise Lost, Queensryche… scheisse, alle waren geil.

Sana: Jedes Interview war ein Highlight, alle haben uns mords Spass gemacht!

OM: Bei einem solchen Mammutprojekt muss es ja zwangsläufig zu einigen Anekdoten kommen. Erzählt doch mal Eure Lieblingsgeschichte!

Andy: Bang Your Head – Poolparty mit Korpiklaani. Die sind so wild abgagengen da drinne, das hat der Pool dauerhaft nicht verkraftet. Da hatten wir dann unsere eigene Flutkatastrophe. Ach ja, natürlich waren die Jungs splitterfasernackt. Das war eine Gaudi.

Sana: Gerade letztens auf der Autobahn auf einem gemütlichen Weg nach Hause vom Metal Charity Projekt in Lübeck: Ich musste beinahe laut loslachen ,als uns plötzlich die Kriponalkasperei mit grossen zähnefletschenden Schosshunden und allem drum und dran schwerst bewaffnet umzingelte.

Die dachten allen Ernstes, wir wären Amokschützen, und unsere gefährlich aussehende Kamera, die Andy im Auto auf dem Schoss hatte, unsere Amokschützen – Equipment.

OM: Im Presseinfo zielt Ihr ja quasi auf diese Frage ab: Warum kommt das Wacken:Open:Air nicht im Film vor?

Andy: Eine der wiederkehrenden Fragen. Die Presseinfo entstand in einer Zeit, in welcher wir von einem solchen Umfang nicht einmal geträumt hätten. Rock Am Ring und Wacken waren damals unmöglich im Handling für uns. Das sind doch auch ganz andere Dimensionen. Wir sind Fans und filmen aus Sicht des Undergrounds. Und was soll ich da mit Mega-Events wie Wacken. Oben hast Du mich gefragt „… unterscheidet Deinen Film von…“. Hier ist der wichtigste Punkt genauer beschrieben. Zumal das With Full Force oder eben Rock Am Ring ja auch nicht dabei sind. Selbst Summer Breeze, und das Bang Your Head, wo ich mich sehr, sehr wohl gefühlt habe, kamen ja erst dazu.

Zumal unser Film ja gerade die bislang kaum oder wenig beachteten Teile des deutschen Metals zeigen will. Wacken ist wohl mehr als nur bekannt. Da weiss auch jeder was läuft. Sam Dunn und Scot McFadyen haben da doch alles schon bestens erarbeitet.

Zumal wir das „Herz“ des Metals zeigen wollen. Der Grossteil von uns Metalheads lebt ihn ja auch in vollen Zügen aus. Mitläufertum kennen wir kaum. Wacken oder auch Rock Am Ring sind „kalte“, bewirtschaftete Events. Da schlägt das Herz an anderer Stelle. Das ist auch ok so, aber mit ganzem Herzen dabei sein fühlt sich anders an. Auch das soll man dem Film ansehen.

OM: Wie geht es dieses Jahr mit dem Film weiter? Wann werden die Dreharbeiten voraussichtlich beendet sein?

Andy: Ob der noch immer recht grossen Nachfrage werden wir bis in den April noch mit Nachdrehs beschäftigt sein. Danach geht es dann zügig ans Werk. Soundtrack, Schnitt und erste PR-Aktionen müssen dann dringend angegangen werden.

OM: Wann wird der Film zu sehen sein? Kommt der Film ins Kino, oder kommt er nur auf DVD raus?

Andy: Er wird in Kinos laufen. Aber wir bieten ihn auch Clubs, Bars und etwa Discotheken an. Wir werden für 2010 ein recht breites Netz aufbauen. Jeder wird sich diesen Film leisten können und es darf ihn auch gerne jeder ausstrahlen. Natürlich kommt er auch auf DVD.

OM: Ingesamt wurden ja über 150 Stunden Material gedreht. Da wird es verdammt schwer sein daraus einen Film zu machen und alles was wichtig unterzubringen. Wie wollt Ihr das bewerkstelligen?

Andy: Die endgültige DVD-Boxette wird 5-6 Discs enthalten. Derzeitig sind 15 Stunden Laufzeit angepeilt. Der Hauptfilm wird rund 150 min laufen. Aber selbst 15 Stunden reichen nicht aus. Ich denke schon jetzt über zusätzliche Bonus-DVDs nach. Etwa in Zusammenarbeit mit einem Magazin. Im Internet gibt es auch Möglichkeiten seriös Material anzubieten. Es wird sich entwickeln. Das ist immer noch ein Fanprojekt. Da darf es gerne mehr Bonus geben, denke ich.

OM: Welche Erkenntnisse habt Ihr selber beim drehen gewonnen?

Andy: Zurecht ein Metalhead zu sein.

Sana: Dass es im Metal einen wunderbaren Zusammenhalt gibt. Ob Millionär oder Tellerwäscher. Hier kämpft man nicht gegeneinander sondern mit,-und füreinander.

OM: Warum sollten sie die Leser von OsnaMetal.de den Film unbedingt angucken?

Andy: Die eigentliche Frage ist doch: Warum sollten sie sich den Film nicht ansehen?

Sana: Genau, warum denn nicht?

OM: Vielen Dank fürs Interview!!

Andy: Ich habe zu danken.

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