Interview mit Apollonize auf dem Summertime Sadness vom 31.08.2012

„Summertime Sadness“ ist nicht nur das Feeling dieses Sommers, sondern auch die Hymne der vergangenen Monate. Jedoch haben wir statt Lana Del Rey lieber das Orchestra of the Damned zum Interview geladen.

OM: Hallo Apollonize! Zunächst einmal vielen Dank, dass ihr Lust und Zeit habt, mit mir dieses Interview zu führen. Ihr habt bereits vier Alben veröffentlicht, seid also keine Frischlinge mehr auf der Bühne. Stellt euch doch kurz mal unseren Lesern vor, die euch noch nicht kennen.

Apollonize: Apollonize, bestehend aus Sänger Basti, den Gitarristen Marci und Sam (Acrid Tones), Bassist Cede und drummer Phil (Acrid Tones, Elderich) wurden im Winter 2008 geboren. Nachdem die drei erstgenannten Gründungsmitglieder unter Kompositionsführung von Gitarrist Marci ausreichend Material für 4 Alben in Eigenregie produziert haben, vervollständigte sich die Band Anfang 2012, um die Werke live präsentieren zu können. Die Anzahl der Alben verleitet zum Trugschluss, wir seien alte Hasen auf der Bühne. Jeder für sich hat bereits ausgiebig Liveerfahrungen in anderen Konstellationen gesammelt, unter dem Namen Apollonize sind wir bühnentechnisch jedoch noch recht jung, was es momentan zu ändern gilt. Wer sich unserer Musik widmet oder sich zu einem unserer Konzerte bewegt, den erwartet eine Art Death Metal, der sich von leidenschaftlichen Melodien begatten lässt, wobei ab und an sogar ein Hauch Ballade zu Besuch kommt.

Interview mit Apollonize auf dem Summertime Sadness vom 31.08.2012
Interview mit Apollonize auf dem Summertime Sadness vom 31.08.2012
OM: Ihr nennt euch selbst „Orchestra of the Damned“, was hat es damit auf sich?

Apollonize: Jegliche Komposition der Band entstand aus einer Lebenssituation im Rahmen der Selbstfindung, von der die Song berichten, überwiegend jenseits von blühender Glückseligkeit. Neben dem lyrischen Ausdruck trägt zu gleichem Teil die Stimmung der Musik, ihre Melodien und die Gesamtatmosphäre bei. Da es bei uns ausschließlich um authentische Geschichten geht – die über eine Verdammnis berichten, emotionale Kräfte aufbringen zu müssen, um Hoffnungen zu erhalten und Durchhaltevermögen zu erbauen – sind lediglich die Probanden, die Teil dieser Erzählungen sind in der Lage, in Form des apollonizianischen Orchesters, das Gefühl der Poesie musikalisch darzubieten und widerzuspiegeln. Über das Bandgebilde als solches hinaus darf sich jeder, der sich in Text und Musik wiederfindet zum Orchester der Verdammten hinzuzählen.

OM: Mit eurem Cover von Lana Del Reys „Summertime Sadness“ scheint ihr ja die Stimmung dieses Sommers perfekt umgesetzt zu haben. Das Video wurde auf eurem YouTube-Kanal bereits über 1300 Mal angeklickt. Wie kam es dazu, gerade diesen Song zu covern?

Marci: Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass sich die Musik von Lana del Rey selbst in metal-geprägten Umkreisen an Beliebtheit erfreut hat. Auch mir als Komponist gefiel der Song „summertime sadness“, da er statt typisch fröhlicher Sommerhit zu sein, eine Art Melancholie mitliefert. Da mir bei Songs aus metalfremden Sparten manchmal einfach eine verzerrte Gitarre fehlt hab ich mich spontan entschlossen, wie bereits in der Vergangenheit bei unserem unveröffentlichten Cover zu Katy Perry`s „hot and cold“ , dem Song eine Apollonize-Marke anzuheften, und schnell war unser Cover im Kasten. Dass es sich in kurzer Zeit so beliebt gemacht hat, war jedoch überraschend.

OM: Hat Lana Del Rey selbst sich schon zu diesem Cover geäußert? 😉

Apollonize: Bisher noch nicht. Allerdings legen wir auch keinen Wert darauf. Hauptsache, sie verklagt uns nicht 😀

OM: Habt ihr vor, den Song auf euer nächstes Album zu packen? Und wenn ja, ist ein Nachfolger von „Door To The Abyss“ denn bereits in Planung?

Apollonize: Die Geschichte von Apollonize ist noch nicht geschrieben, daher werden wir auf jeden Fall an neuem Material arbeiten. Durch die Vervollständigung der Band in Form unserer Neulinge eröffnen sich uns neue Möglichkeiten in Komposition und Produktion. Eine konkrete Aussage in Richtung Nachfolgealbum kann allerdings vorerst noch nicht getroffen werden, auch dadurch begründet, dass wir zur Zeit hauptsächlich im Livebereich Aktivität aufweisen wollen.

OM: Nicht unwichtig sicherlich ist in diesem Fall das Thema GEMA, da ihr bereits ganz zu Anfang eurer Bandgeschichte bekannte Songs nach eurem Geschmack neu vertont habt. GEMA als Musikmafia oder sinnvolle Institution?

Apollonize: Zum Thema GEMA gibt es allerlei Gesprächsstoff, wir jedoch haben uns nie wirklich eingehend mit Selbigem befasst. Einerseits bestehen wir schon auf den Freiraum, seine eigenen Interpretationen vorhandener Werke präsentieren zu dürfen, andererseits erwarten wir als Musiker ja gleichzeitig auch einen gewissen Schutz geistigen Eigentums. Um es kurz zu sagen: Wenn ihr uns verklagt, dürft ihr auch niemals einen Apollonize-Song covern! 😀

OM: Eure nächsten Konzerte finden im und um das Ruhrgebiet statt. Habt ihr vor, euren Fankreis zu erweitern und eine Show in Osnabrück anzusiedeln?

Apollonize: Die Grenzen von Sauerland und Ruhrgebiet sind geöffnet. Wenn Osnabrück der Meinung ist bereit für uns zu sein und uns einen Raum, versehen mit einer Bühne und leistungsstarken Lautsprecherboxen anbieten kann, verbreiten wir natürlich gerne auch in eurer Region unsere Kunde 😉

OM: Youtube, Myspace, Facebook. Noch nie war es für Bands so leicht wie heute, sich zu promoten. Seht ihr in dieser Entwicklung eher die Chance oder das Risiko?

Apollonize: In erster Linie eine Chance. Wir erfreuen uns natürlich an den offenen Türen des www, da sich so der Hörer- und Fankreis stets überregional erweitern kann. Eine Präsenz , die für jedermann zugänglich ist ebnet uns den Weg, Gleichgesinnte und Neuzugänge des Apollonizismus zu erreichen und zu versorgen. An dieser Stelle erwähnen wir unauffällig, dass unser Album „door to the abyss“ bei Amazon und iTunes für wenig Aufwandsentschädigung zur Abholung bereit steht 🙂

OM: Welche Rolle spielen szeneaffine Print- und Webzines hierbei noch? Sind solche Medien in Zeiten von Blogs und Social Networks inzwischen veraltet?

Apollonize: Um ehrlich zu sein haben wir uns dahingehend bisher wenig Gedanken gemacht. In der Tat kann man jedoch sagen, dass das umfangreiche Angebot von social networks eine gewisse Verwirrung aufbringt. Welcher Art von Medien man seine Aufmerksamkeit schenkt ist letztendlich individuell zu entscheiden. Positiv stellen sich in jedem Fall fachlich kompetente Webmagazine dar, die Professionalität aufweisen und sich ihrem Thema, bzw. Genre mit ehrlicher Leidenschaft widmen, fern von irgendwelchen ausschließlich eigennützigen Zielen.

OM: Vielen Dank für den kleinen Einblick in euer Musikleben und das exklusive Bandfoto, das ihr ganz aktuell für OsnaMetal gemacht habt. Die letzten Worte gehören euch.

Apollonize: Wir bedanken uns für euer Interesse und hoffen, voneinander zu hören und auch bald mal in eurer Anwesenheit unsere Instrumente aktivieren zu dürfen 😉

  • „cellos of pain sound like saws in the rain,
  • bells that toll, predicting the fall.
  • songs of destruction describe the event,
  • played by the orchestra of the damned. „

—————————————

Datum: 31.08.2012
Autor: Jeanny


Wie hat Dir der Artikel auf metaller.de gefallen?

1 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 51 vote, average: 5,00 out of 5 (1 Rating(s), Durchschnitt: 5,00 von 5 Punkten)Loading...

 


Auch interessant:
Exklusiv-Interview mit Christ und Fabian von den Emil Bulls vom 10.09.2005
Scroll to Top