OM: Ihr habt gerade Euer Album „Freak Inside“ auf recht ungewöhnliche Weise „wiederveröffentlicht“. Sag mal bitte was zu den Umständen und wie sich die Verkäufe entwickelt haben!

Christian: So ungewöhnlich ist die Sache eigentlich nicht. Da die erste Auflage des Albums durch den Eigenvertrieb recht schnell ausverkauft wurde, gibt’s nun Auflage Numero Zwei. Diese Wiederveröffentlichung enthält als Bonustrack die 2008er Neueinspielung eines unserer Demostücke – mit deutlich mehr Cojones. Zudem gibt’s den aufwendigen Videoclip zur Auskopplung „Shortcut“, gleichzeitig die Diplomarbeit von Klampfist Jonathan. Sehenswerter Tobak, Dudes.

Über unsere Partner SAOL und dem Vertrieb H’art wird der Freak jetzt europaweit feilgeboten. Zur „Entwicklung der Verkäufe“ frag uns bitte zu `nem späteren Zeitpunkt noch mal, das Ding steht ja erst ganz frisch in den Regalen. Wir hoffen, dass die Scheiblette in die ein oder andere Sammlung wandern wird und vielleicht auch Nicht-Thrasher mal ein Ohr riskieren. Kauft uns reich, die Bandkasse hat’s nötig 😉

OM: In den großen Printmedien (z.B. Rock Hard, Legacy) hat „Freak Inside“ sehr gute Kritiken abgesahnt – gab es spürbare positive Entwicklungen im Anschluß?

Christian: Über die fast durch die Bank positive (inter)nationale Presseresonanz freuen wir uns natürlich mächtig. Der Bekanntheitsgrad der Band hat sich dadurch sicher nicht verschlechtert. Jetzt gilt es (nach wie vor) präsent zu bleiben. Es gibt definitiv keinen Punkt, an dem man sich zurücklehnen könnte. Bist Du als aufstrebende Truppe zu lange von der Bildfläche, startest Du wieder bei Null. Wir sind bis in die vom Spliss zerfransten Haarspitzen motiviert, uns den Arsch aufzureißen, 2009 ein neues, bestmögliches Album zu veröffentlichen und weiterhin häufig auf den Bühnenbrettern dieser Welt zu rocken.

OM: Derzeit wird mal wieder – wie schon 2001 – das große Thrash-Revival herbeigeredet, basierend einerseits auf jungen Bands wie Fueled By Fire, Evile oder Bonded By Blood und andererseits darauf, dass meinetwegen Testament doch noch mal ein Album auf den Markt schmeissen oder Dinosaurier wie Forbidden den dritten Anlauf wagen. Wie stehst Du zu dieser Entwicklung?

Christian: Find ich total knorke. Ist doch klasse, dass es neue, frische Kapellen gibt, die den Thrash weitertragen. Gerne würden wir uns zu dieser „Bewegung“ zählen dürfen. Geplant war das allerdings nicht. Die musikalische Schnittmenge der Bandmember liegt halt in dem, was Cripper ausklötert. Sollten wir damit zur passenden Zeit am richtigen Ort sein – umso besser, ist aber keine Voraussetzung, solange es uns Spaß macht. Huh, hoffentlich sind wir jetzt nicht „trendy“…*schauder*

Und die alten Helden rocken! Immer noch! Testament, Exodus, Death Angel und Konsorten haben geile aktuelle Alben im Gepäck, Metralala waren (zwischenzeitlich) auch schon schlechter, und auf Forbidden sind wir mal gespannt.

OM: Nun mal die Standardfrage: „Thrash mit Frauengesang“ – da denkt jeder an Holy Moses (oder Mortal Remains). War es eine bewusste Entscheidung, keinen Kerl ans Mikro zu lassen oder hattet Ihr den Eindruck – „Mit Britta passt’s -also wird’s gemacht?“

Christian: Ganz klar Letzteres. Jonathan und ich brauchten einfach eine coole Stimme für die halbfertigen Songbruchstücke. Ob Männlein oder Weiblein war vollkommen egal. Als es neben Brittas Gebrüll auch menschlich auf Anhieb prima passte, war die Sache geritzt. Dennis und später Bass-T komplettieren das Line-Up der „Fünf Freunde“.

Das uns bewusste Female-Fronted-Vermarktungspotenzial soll bei Cripper so wenig wie möglich ausgespielt werden. Authentizität und die Musik stehen im Vordergrund. Bei Tittenbedarf könnten wir aber alternativ gern etliche Heftchen empfehlen.

OM: Wie ist die gerade abgelaufene „Triple Thrash Treat“-Tour gelaufen? Für eine Underground-Tour erhielt sie ja ungewöhnlich viel Promotion.

Christian: Fuck yeah, die Tour hat ordentlich Spaß gemacht! Es wurde zünftig gemosht und gefeiert.

Die gleichen Nasen (Hatred + Lost World Order (ex- Spectre Dragon) + Cripper) tingelte ja bereits 2007 durch die Lande. Die diesjährige Fortführung hat den Partyfaktor womöglich noch übertroffen. Hier wurde wirklich an jedes verdammte Mal versucht, alles und mehr zu geben. So trieben sich die Kappellen allabendlich zum Overkill – ohne Konkurrenzgedanken. Das zeigt auch die tägliche Rotation des Tourbillings.

Promotion, Booking und Organisation lag komplett in den Händen der drei Bands. Zudem konnten wir einige tatkräftige Freunde und Sponsorenpartner anheuern, die uns halfen, den ein oder anderen Gig steigen zu lassen, Flyerverteilung und Plakatierung übernahmen, Web-Banner schalteten etc.

Die optische Gestaltung lag, wie auch alle übrigen Projekte von Cripper – in Händen der bandinternen Grafik-Fraktion. Bei uns wird (fast) alles selbst gemacht, sogar die Instrumente von Hand gespielt. Auch wenn’s manchmal krampfig wird 😉

OM: Welche Ambitionen habt Ihr zukünftig in Punkto „regulärer“ Plattenvertrag? Wollt Ihr Euer bisheriges Modell mit Direktvertrieb beibehalten oder ist das langfristige Ziel, doch bei einer größeren Firma unterzukommen?

Christian: Nachdem wir einige Label-Anfragen abwiesen, haben wir mit SAOL den passenden Partner gefunden. Wir genießen es, das Ruder nicht aus der Hand zu geben, weiterhin selbst in allen Bandbelangen verantwortlich zu bleiben. Als self-made Kontrolljunkies würden wir das anders nicht ertragen.

Wie es weitergeht wird sich zeigen. Aktuell sind wir zufrieden, einen fähigen und befreundeten Partner gefunden zu haben.

OM: Zeit für ein Rock N Roll-Schlußwort!

Christian: Hände weg von roten Lackritzstangen!

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