OM: Moin, ihr beiden. Pensen, du spielst ja Bass und Gitarre auf einem 7-saitigen Kombogerät und singst, Flozze, du spielst Schlagzeug und singst. Ihr vereint also eine komplette Band in zwei Leuten. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Konstellation?

Pensen: Das ist eigentlich ganz einfach. Flozze und ich hatten Lust auf dieses Experiment mit Das Pack, doch hatten wir einfach nicht genügend Freunde (lacht). Deswegen haben wir uns dazu entschieden, halt mehrere Instrumente gleichzeitig spielen zu lernen. Das war zu Anfang auch sehr seltsam, denn Flozze konnte gar nicht Schlagzeug

spielen und ich hatte auch so meine Probleme mit einem kombinierten Bass/Gitarren-Instrument, doch hat es nach einiger Zeit echt gut geklappt. Und ein

weiterer Vorteil ist einfach, dass es die Kommunikation deutlich erleichtert. Wenn man nur zu zweit ist und einer einen Vorschlag einbringt, kann man schnell darüber sprechen und den Sack zu machen, als wenn man viele verschiedene Interessen hat.

Zum Glück ticken Flozze und ich da gleich.

OM: Wieso nennt man sich bitte „Das Pack“? Ist doch ein eher ungewöhnlicher Bandname…

Flozze: Na ja, der Bandname beschreibt eigentlich ganz gut unseren Charakter. Wir sind halt

zwei schmuddelige Typen, die gerne machen, was sie wollen, und das ist Musik machen. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen (zwinkert).

OM: Wie wichtig/geil sind für euch Auftritte bei Festivals und was ist der Unterschied zu Club-Auftritten?

Pensen: Vom Auftritt her ist es egal, ob man in einem kleinen, schmuddeligen Club oder auf einem Festival auftritt. Doch hat das Spielen auf Festivals was Besonderes. Wenn du in einem Club spielst, dann kommen die Leute tatsächlich nur, um dich zu sehen. Sie bezahlen Eintritt und erwarten viel von einem. Man muss sich bei jedem Auftritt

steigern und den Fans etwas Neues bieten, denn das erwarten diese. Bei Festivals kann man dann versuchen, auch neue Leute in den Bann zu ziehen. Hierbei kann man dann auch sehen, wie gut unsere Musik wirklich ist. Denn Leute, die deine Musik

schon kennen, wissen, was sie erwartet. Neue Fans geben dir ein anderes Feedback. Wenn einer sagt, die Musik ist gut und ich kaufe mir eine Platte von denen, oder will mehr wissen, dann ist dies ein Erfolg.

OM: Ihr wart auch letztes Jahr bei Hütte Rockt, damals noch im Zelt auf der kleinen Bühne. Froh, wieder da zu sein und nun selbst als ein Hauptakt auf der „großen Bühne“ zu stehen?

Flozze: Doch, es ist herrlich wieder da zu sein. Letztes Jahr waren wir ja mehr als die

„Pausenclowns“ im Stile eines „running gag“ im Einsatz. Uns ist damals aufgefallen, dass die Leute in Georgsmarienhütte unsere Musik gerne gehört haben. Okay, es standen immer die gleichen Leute davor, doch ist uns das egal, wenn man so treue

Leute um sich weiß. Deswegen ist es natürlich der Hammer, nun unser Können auf der Hauptbühne unter Beweis stellen zu können. Wir werden das Ding rocken!!!

OM: Da haben die Jungs von 4LYN gestern gut vorgelegt, immerhin wurde eine Wall of Death inszeniert…

Pensen: Ach, ehrlich? Gut, dann werden wir das heute auch machen. Aber unsere Wall of Death soll eher eine fröhliche, nette Wall of Death werden.

OM: „Macht doch, was ihr wollt“ heißt euer aktuelles Album. Habt ihr den Titel bewusst so gewählt? Wie war die Arbeit daran?

Pensen: Sicher haben wir den Titel mit Absicht gewählt. Wir lieben diese Mehrdeutigkeit.

„Das Pack – macht doch was ihr wollt“, kann eine Aufforderung sein, dass die Leute bei unseren Konzerten alles machen sollen, Hauptsache sie haben Spaß. Andererseits kann dies auch bedeuten, dass wir als Band genau das machen, was unsere Fans von uns wollen. Und genau diese beiden Dinge wollen wir. Die Fans sollen Spaß haben und wir wollen das machen, was allen Spaß macht. Das werdet ihr heute auch noch

feststellen, wir haben einige Choreografien für die Leute in petto. Die Arbeit an dem Album war deutlich härter. Bei deinem ersten Album kannst du dir Zeit lassen, es gibt ja keine Leute, die etwas erwarten. Doch wenn das erste Album raus ist und die Leute mehr von Das Pack wissen wollen und das zweite Album folgen sollte, entsteht ein gewisser Druck. Das neue Album muss bis spätestens 2 Jahre nach dem letzten Album rauskommen, sonst kräht kein Hahn mehr nach dir. Deswegen ist die Arbeit natürlich anstrengend, doch wir sind echt zufrieden mit

unserem Album und freuen uns auf die anstehende Tour.

OM: Weiterhin beschäftigt eure Anhängerschaft eine ganz wichtige Frage. Wieso, Flozze, hörst du auf bei Das Pack und was sind die Gründe dafür?

Flozze: Ich hatte eine sehr schöne Zeit zusammen mit Pensen und diesem Projekt. Doch kommt im Leben einmal eine Zeit, in der man das Gefühl hat, etwas Neues machen zu müssen. Ich möchte auch neue Wege gehen und eine andere Richtung ausprobieren und dieses schien nun der Beste Zeitpunkt. Wir gehen zwar getrennte Wege, doch gibt es keinerlei böses Blut zwischen uns beiden.

Pensen: Ich finde es zwar schade, dass Flozze aufhört, doch respektiere ich seine Entscheidung. Und ich kann auch alle Fans beruhigen, es geht weiter mit Das Pack. Flozze wird die aktuelle Tour noch mit mir bestreiten und ab Dezember steht dann der gute „Onkel“ in den Startlöchern, um mit mir weiter zu musizieren. „Onkel“ kennt die Band bereits, hat früher auch schon mit uns gespielt und wird, denke ich, Flozze ehrwürdig folgen können.

OM: Damit sind wir dann auch schon wieder am Ende unseres Interviews angelangt. Ich bedanke mich bei

euch beiden und wünsche euch noch einmal viel Spaß auf eurer vorerst letzten gemeinsamen Tour!

Wer Das Pack gerne noch einmal live sehen wollen würde in ihrer Urbesetzung hat noch an einigen Terminen Zeit dazu. Am 11.Oktober in Münster (Sputnikhalle) und am 13.Oktober in Bremen

(Lagerhaus) kommen die beiden Spaßmacher noch einmal in unsere Nähe. Ein Konzert in Osnabrück ist leider nicht geplant.