OM: Erstmal danke, dass ihr euch für das Interview bereitstellt!Was könnt ihr uns denn von eurer bisherigen Biographie erzählen, wie entstand die Idee eine Band zu gründen, wer sind die Mitglieder?

HG (Oytun): Also ich war ja eines der ersten Mitglieder sozusagen. Und Heaven’s Grave gibt es ja jetzt seit einem Jahr und ein zwei Monaten. Ich wollte eigentlich schon immer, schon als Kind, irgendwas mit Rockmusik machen, nur konnte ich da noch gar nicht Gitarrespielen. Ich hab mir aber immer vorgestellt mal auf der Bühne zu stehen und darum dachte ich mir ich frag mal in der Schule rum, ob nicht irgendwelche Leute Lust haben in na Band zu spielen, kam aber erstmal gar nichts. Irgendwann hab ich habe doch einen Typen gefunden, er wollte Sänger werden, worauf wir uns dachten, wir sollten mal irgendwas versuchen. Uns treffen und ausprobieren. Zwar wussten wir da noch überhaupt nicht, wer was spielt, ich mein ich bin jetzt im Endeffekt Sänger geworden, obwohl ich am Anfang nur Gitarre spielen wollte, jedenfalls haben wir uns getroffen. Der Sänger konnte aber leider nicht wirklich singen und uns fehlte ein Drummer, dann hieß es, setz dich mal ans Schlagzeug. So hat sich halt die Band gegründet, wir wussten gar nicht, wer was macht, wer welche Rolle spielt, und dann haben wir uns einfach irgendwie zusammengetrommelt, das wir dann eben eine Band gegründet haben. Damals haben wir erst im Keller gespielt, hatten also nicht mal nen Proberaum, und da stand auch nur ein Minischlagzeug, aber das war echt dreckig. Wir hatten jeder nur ein Miniamp und ein Mikrophonständer ohne Mikro, also eigentlich gar nichts, gehabt. So hat das Ganze eben angefangen und dann dachten wir uns, jetzt müssen wir auch irgendwas machen, wir wollten uns ein Mikrophon kaufen, haben überall herum gefragt, das wir ein Proberaum finden, dann haben wir auch angefangen Nirvana Cover zu spielen, am Anfang war da echt irgendwie so ne Nirvana-Zeit. Und dann haben wir eben irgendwann angefangen selber Songs zu schreiben, und Songs wie „Stoned“, dass klingt auch ein Bisschen wie Nirvana. Das ist aber eben so ein Bisschen grungiger. Das war halt noch die Anfangszeit, wo wir noch nicht viel drauf hatten.

HG (Naim): Das war halt so die Anfangszeit und da hat Oytun seine Songs auch alle Stoned geschrieben.

HG (Oytun): Äh… nein (Gelächter)

HG (Naim): Doch! Das hast du selbst erzählt!

HG (Oytun): Hm, ja ok, vielleicht die ersten Sachen…

HG (Naim): Ja, die hast du alle Stoned geschrieben!

HG (Oytun): Das stimmt, aber das kommt nicht mit drauf oder?

HG (Naim): Aber das ist doch ein wichtiges Detail!

OM: Keine Angst! Selbst die Frage, ob das mit drauf kommt, werde ich berücksichtigen.

HG (Oytun) (lachend): Ja gut, jedenfalls gab es dann eine Zeit in der hat ich ein paar Probleme gehabt und ich dachte mir ich schreib jetzt nicht mehr solche Songs ohne Hintergrund, sondern ich wollte echt so Sachen erwähnen, die Fehler des Lebens, die Menschen machen können. Zum Beispiel bei „Dead Heart“, da gings eigentlich um das Leben. Wie es sein kann, wie Liebe sein kann, mit Schmerz und alles und deswegen dachte ich mir ich werde keine sinnlosen Texte mehr schreiben, aber das ist bei mir auch so, ich mag es nicht direkt zu sein. Ich will nicht immer direkt sagen „das ist scheiße, das ist doof“, ich schreib das halt lieber so, dass ich halt irgendwie sonen versteckten Sinn hab und die Leute auch wirklich drüber nachdenken müssen. Die können viel daraus interpretieren. Es ist einfach so, dass ich Menschen damit zum Nachdenken bringen will, was sie selber für Fehler machen können, was sie vom realen Leben zu erwarten haben.

Das waren dann so die Grundideen, damit haben wir unsere ersten Songs geschrieben, dass wurde dann aber immer mehr, anfangs mehr leichtere und dann immer komplexere. Wir wurden mit unseren Songs besser, denn am Anfang konnten wir wirklich nicht viel. Unser Drummer hat extra Schlagzeug gelernt, ich wurde gezwungen zu singen, ich konnte da noch gar nicht singen, aber dann blieb mir nichts anderes mehr übrig.

HG (Lukas): Hier sollte man noch erwähnen, dass Artur angefangen hat Schlagzeug zu spielen, nur weil du das gesagt hast und das er jetzt, wo er nicht mal mehr lange geprobt hat, ziemlich gut spielt.

HG (Oytun): Ja, das kann man wohl so sagen. Das fing vor einiger Zeit so an, dass wir wie gesagt keinen richtigen Proberaum hatten oder so, und ihn haben wir dann einfach ans Schlagzeug gesetzt. Und inzwischen hat er sogar schon für andere Bands, wie SchiZo gespielt, weil ers einfach drauf hat. Er muss da echt Talent haben auf dem Gebiet.

HG (Naim): Er ist echt so ne Art Virtuose auf diesem Gebiet, für die Zeit die er spielt, und das sind zwei Jahr, hat er sich verdammt gut entwickelt. Wenn man ihn mit anderen Leuten vergleicht, die sechs Jahre spielen, die acht Jahre spielen, die steckt er locker weg. Er sagt gerne von sich, dass das nicht schwer wäre ihn abzuziehen, weil er nicht so gut wäre, aber wenn man dann sagt “Artur du spielst seit zwei Jahren”, dann merkt man erst wie gut er wirklich ist. Er ist kein Angeber, aber er kann überhaupt gar nicht mehr sagen „Ich bin schlecht“ oder so. Das wäre einfach gelogen.

HG (Lukas): Vergleichsweise für zwei Jahre ist er auf jeden Fall ein sehr guter Drummer.

HG (Oytun): Dann wars bei uns auch so, unser erstes Konzert, das war in der Schule, also, als wir noch Nirvana gecovert haben, deswegen haben wir da auch noch nicht wirklich viel gespielt nur ein paar Nirvana Lieder. Anschließend folgte bald darauf ein Gig im Jugendzentrum. Dort haben wir dann auch schon unsere ersten eigenen Songs präsentieren können. Uns seit diesem Gig kam dann auch langsam so ne Art Nachfrage, erst seit dem haben wir richtige Fans wirklich. Vorher hatten wir die paar Leute in der Schule, die fanden das auch nicht schlecht, aber die haben sich auch nicht wirklich dafür interessiert und dann gings erst später los, nach den anderen Konzerten.

HG (Lukas): Hier sollte man noch schnell sagen, dass Oytun eigentlich der letzte aus der Originalbesetzung ist. Er ist als Einziges übrig geblieben.

OM: Und wer genau seit ihr jetzt alles?

HG (Naim): Also im Moment sieht es so aus, Oytun ist das letzte Mitglied aus der ersten Generation, er ist das Standardmitglied sozusagen, Lukas und ich sind Mitglieder der zweiten Generation.

HG (Lukas): Ja, ich bin ja erst seit einem Monat mit dabei. Das kam relativ plötzlich. Weil für Konzerte braucht man schließlich einen Gitarristen, zum Beispiel für das Mschseefest. Ich hatte drei Wochen mich so schnell wie möglich einzuspielen

HG (Oytun): Und er hats geschafft. Eigentlich ist er ja Sologitarrist, aber für das Maschseefest hätten drei Wochen nicht gereicht alle Songs in Solo umzuschreiben, deswegen hab ich einige Parte übernommen, aber nächstes Mal wird er das alles selber spielen.

HG (Naim): Genau. Und was den Drummer angeht, da haben wir derzeit gar kein festen. Wir haben einen in Aussicht, der gerne bei uns Drummer werden will, kann aber noch nicht, weil ihm von unsere Seite aus ein Jahr Zeit gegeben ist es zu lernen.

HG (Oytun): Ja, er kriegt jetzt Unterricht, hat ein Schlagzeug und bis er’s eben kann suchen wir uns Aushilfsdrummer.

OM: Für die Leute die euch nicht kennen: Wenn man euch in eine Schublade stecken wollte, welches Genre würdet ihr dann am Ehesten nehmen?

HG (Naim): Also wir sagen grundsätzlich nichts dazu, was wir für ne Musikrichtung machen und es ist uns auch mehr oder weniger scheißegal, was die Leute darüber sagen oder denken was wir machen. Wir distanzieren uns aber gerne davon, das wir sone Emoband sind, nicht weil wir die Musik nicht mögen oder so, aber es passt ja eigentlich nie.

HG (Oytun): Es gibt ja schließlich in jedem Genre Texte, die mal emotional sind, sogar im Metalbereich und trotzdem werden die Sachen dann nicht als Emo bezeichnet.

HG (Lukas): Genau. Es ist ein Fakt, dass in jedem Genre doch „Emo“ vorkommt, auch wenn er nicht so benannt wird. Ich kann das Ganze sowie so nicht so ganz nachvollziehen.

HG (Naim): Emo ist doch eher ne Modeerscheinung.

HG (Lukas): Ja, ich mein es gibt Emocore, dem kann man nachgehen, wenn man will, das respektiere ich auch, aber bevor man dann irgendwie so abgestempelt wird sollte man sich distanzieren.

HG (Oytun): Das ist einfach nur Schwachsinn.

HG (Lukas): Ja, vor allem würde man ja schnell darauf kommen, dass wenn man uns als Emoband bezeichnet, das wir uns alle ritzen würden. Also wenn ich sagen müsste, wo man uns einordnen sollte, dann wäre das die mittlere Schublade zwischen Metal und Grunge.

HG (Naim): Genau. Ich denke auch früher nannte man Bands, die so eine Richtung machen wie wir, die machen Grunge, Hardcore, was weiß ich, irgend eine Musikrichtung und heute nennt man das alles Emo, nur weil die Texte mal so sind. Und grundsätzlich ist Emo auch wirklich nichts weiter als ne Modeerscheinung. Ein Kleidungsstil oder sonstwas. Emo an sich ist irgendwie ne Mainstreamerscheinung. Ich hab halt kein Bock drauf, dass die Leute denken das wir uns ritzen.

HG (Oytun): Wir halten einfach nichts von Emo.

HG (Lukas): Wir können unsere Musik aber auch nicht einfach irgendwie beschreiben. Wir haben sehr viele Elemente drin, die aufzuzählen, dass würde dauern.

OM: Nun noch was zu eurem Konzept. Ihr habt auf gewisse Weise ein komplett anderes als andere Bands, auch auf Grund der Texte die Oytun schreibt. Was genau ist die Intention, wenn du das schreibst, du hattest es eben schon erwähnt.

HG (Oytun): Naja, ich setzt mich nicht einfach hin und sage mir, „so, jetzt schreibst du einen Text“. Dabei würde nur Müll rauskommen. Das ist bei mir so, wenn ich einen scheiß Tag hatte, oder auch einen Guten. Irgendwas. Ich brauche ne Aktion, die davor gewesen sein muss, um meine Gefühle aufzuschreiben. Bei „Dead Heart“ war das zum Beispiel ne echt schwere Zeit mit meiner Ex-Freundin und alles. Das kam aber automatisch. Ich setz mich dahin und alles kommt von selbst aus dem Innern. Ich wollt einfach nur meine Gefühle ausdrücken. Aber das kommt wie gesagt immer sehr sehr indirekt meistens.

OM: Also ist das was ihr erlebt auch das was euch inspiriert?

HG (Oytun): Auf jeden Fall!

HG (Naim): Aber es ist auch oft so, wir müssen das nicht direkt erleben, wir müssen nur sozusagen dieses Gefühl haben, dass etwas los ist. Bei „Someone“ ist das auch so. Es geht darum, du wirst von etwas geführt und das ist irgendwie scheiße, aber genaugenommen erlebt man das eben nicht jeden Tag. Es ist nicht so, dass man dich an die Hand nimmt und sagt: „Hier mach das mal.“ Es geht nur um dieses Feeling, dass es so ist. Über allsowas schreiben wir halt. Über Dinge, die uns passieren, oder Sachen, die wir scheiße finden oder so.

HG (Lukas): Genau. Wirklich erlebt sind viele Sachen nicht, aber wir sehen etwas und als eher links eingestellte Band müssen wir das gesehene oft auch aufnehmen in unsere Songs. Wir haben es nicht erlebt, es ist uns nicht selbst passiert, aber wir lesen etwas und machen uns Gedanken. Ich habs nicht geschrieben, aber ich glaub so ist es gemeint?

HG (Oytun): Ja, das stimmt. Aber es ist kein Punk Rock. Es ist nicht direkt, es wird nicht sowas gesagt, wie „der Staat ist scheiße“ oder so. Aber es ist oft sowas in der Art drinne versteckt. Wir wollen einfach nur sagen, dass der Mensch an sich nie sagen darf, dass es Probleme gibt in der Gesellschaft.

OM: Eine Art Warnung?

HG (Oytun): Genau.

HG (Naim): Ja es ist halt so eine Sache, ich weiß nicht genau, wie man es sagen kann, aber du siehst Dinge, die scheiße laufen und du bist eigentlich kein Teil dieser Vorgänge, weil dich persönlich betreffen die nicht. Dinge wie wenn Leute verhungern, oder keinen Job haben, einfach abgeschoben werden, irgendeine scheiße, weißt du, davon sind wir nicht betroffen, das kann uns auch nicht wirklich passieren, aber auch nur, wenn man solche Warnungen wie unsere ernst nimmt. Es sind Warnungen an die Menschen, dass sie diese Dinge nicht vergessen dürfen und schon gar nicht ignorieren. Man kann sie nicht totschweigen, weil genau das ja das Problem in der Gesellschaft ist. Man vergisst total Vieles. Es ist nicht so, dass das schlecht Menschen sind, die das ignorieren, die wissen das halt einfach nicht besser. Und davor wollen wir einfach irgendwie die Warnung rausgeben: „vergesst die Dinge nicht! Es ist was schief gelaufen, kümmert euch!“

OM: Okay. Stellt euch mal vor, trotz dem, was ihr bezüglich eurer Inspiration oder eures Genres sagt, jemand kritisiert euer Ding, er hält euch für den selbstverleugnenden Emo, oder den kommerziell denkenden Mainstream-Musiker. Was sagt ihr ihm?

HG (Lukas): Wenn Leute so über uns denken, oder sowas über uns sagen, dann ist mir persönlich das egal. Ich hab meinen Spaß hier, dabei mit den Jungs Musik zu machen und die Auftritte zu machen. Wir haben bei jedem Auftritt mindestens eine Fangruppe von zwanzig bis dreißig Personen.

HG (Naim): Ja und dann die Leute, die einfach nur spontan kommen.

HG (Lukas): Richtig. Und ich mein wir wurden noch nie ausgebuht oder so. Wenn die Leute dann sagen ihr seit Emos oder macht die und die Musik, ich meine schön und gut. Da können die Leute gerne finden was sie wollen, aber ich mags einfach nicht, wenn Musik in eine Schublade gepackt wird und die Leute sich am Ende drüber streiten, ob eine Gruppe nun Metalcore oder Hardcore macht. Nicht nur auf uns bezogen. Ich mag das allgemein nicht. Wir machen unsere Musik weil es uns Spaß macht, nicht um dann darauf einzugehen, wenn jemand uns missversteht.

HG (Oytun): Also wir können nur von uns aus sagen, das wir nichts von Emo halten, aber was die Fans von uns denken, und andere natürlich auch, das ist egal. Sie können denken was sie wollen, nur halten wir da dann nichts davon.

HG (Naim): Wir sind zum Beispiel ja jetzt auch nicht die „braven Jungs“, die nicht rauchen, trinken und sonst so nen scheiß, aber wenn da dann einer bei unserem Konzert ist und sich wohl fühlt, obwohl er Straight Edge ist, oder wenn da einer ist, der Rock Musik und Alkohol in Kombination braucht, finden wir das auch geil. Es ist uns egal, was die Leute für sich denken oder privat tun.

HG (Lukas): Nur nicht rechts!

HG (Naim): Genau. Nur sollen sie nicht rechts sein. Das sind so Sachen, da kennen wir auch kein Verständnis. Die Leute sollen uns eben in jede Schublade stecken, wie sie grad lustig sind, aber das ist dann die Schuld der Leute selbst. Wenn sie denken, wir machen Emo, dann ist das deren Problem, nicht unser.

OM: Dann zur nächsten Frage. Nach eurem Livealbum, das man ja auf Anfrage bei euch kriegen kann, dass auch auf Osnametal bereits eine Kritik hat, soll ja nun bald euer erstes Studioalbum folgen. Was gibt es dazu schon für Details, vom Inhalt, oder vom Datum der Veröffentlichung.

HG (Naim): Dazu muss man sagen, dass wir noch nicht genau wissen, wie wir das finanzieren sollen. Die Planung steht aber eigentlich schon fest, also was wir drauf haben wollen. Ein paar von unseren aktuellen, aber auch einige Neue, zum Beispiel „Lost in Heaven’s Grave“, Das dann auch praktisch der Namensgeber des Albums ist. „Dead Song“ kommt auf jeden Fall drauf, das ist auch sehr neu. Auf den haben wir übrigens bisher nur positive Resonanzen bekommen, die Leute scheinen den Song echt geil zufinden, vielleicht auch, weil wir in den neuen Songs auch ziemlich viel ausprobieren. „Lost in Heaven’s Grave“ ist mehr so ein ruhigerer Song, wo wir dann teilweise über uns selber reflektieren. Oder es gibt auch „Forgive Me“, der ist, auch wenn der Titel nicht so klingt mehr eine Art Metalsong.

HG (Lukas): Den haben wir jetzt ja auch umgeschrieben, den gab es nämlich auch früher schon.

HG (Naim): Genau. Also es kommt ziemlich viel Neues, vielleicht auch etwas, was man von uns so gar nicht gewohnt ist. Aber ich glaube auch, dass wenn man sich die Songs anhört denkt man schnell „Jo, das sind Heaven’s Grave“, auch wenn das eigentlich gar nicht danach klingt. Man merkt es einfach trotzdem. Es ist außerdem praktisch alles drauf, was man auf dem Live-Album gehört hat, in besserer Qualität natürlich, und dazu wie gesagt extrem viel Neues, auch ein Songs, die echt eine Bereicherung für unser Repertoire sind. Das Album wird, wenn wir es erst aufgenommen haben auf jeden Fall cool. Jeder der unsere Band mag, wird sich über das Album echt freuen.

OM: Ganz im Allgemeinen ist euer Werdegang ja ganz interessant. Es steht ja schon fast eine Kanadatour ins Haus. Wie seit ihr überhaupt an diese faszinierende Möglichkeit gelangt? Und was erwartet ihr von den Gigs in Übersee?

HG (Naim): Das war eigentlich mehr oder weniger Dreistigkeit meiner Seite. Und zwar wollten wir ja ein paar Konzerte mehr geben und dann haben wir uns eine Booking-Agentur gesucht und geguckt, was es so für Möglichkeiten gibt. Ich hatte dann einfach mal einen angeschrieben, der eine Booking-Agentur hat, hab mich dann mit ihm unterhalten und bald kam heraus, das er auch der Drummer von The Devil Reject ist. Er macht also im musikalischen Bereich sehr viel und er erzählte mir, dass er auch schon des Öfteren auf Tour war und das sie nächstes Jahr auf Kanada Tour gehen würden. Mehr oder weniger aus Spaß hab ich dann gesagt „hey, dann kommen wir doch direkt als Suport mit!“. Am Anfang macht man da noch Witze drüber, aber dann dachte ich, ich hätte nichts zu verlieren und machte noch ein Bisschen Druck. Vielleicht würde ja was bei rauskommen. Ich sagte ihm „Ja neh, komm sag mal! Wär doch ne coole Aktion!“. Dann hat er halt mit seinen Bandkollegen geredet und fanden die Idee wohl auch ganz geil. Einer hat dazu gar nichts gesagt, die anderen fanden die Idee ganz gut. Dann haben sie uns gesagt, wenn es zeitlich passen würde, wären wir dabei. Es sind eben drei Wochen, dass heißt wir müssen zusehen, dass wir das in den Ferien irgendwie machen. Oder, was naheliegender ist, drei Wochen lang die Schule schwänzen. Aber das sind ja auch noch Studierende, die haben auch nicht immer Zeit. Wenn das alles hinkommt haben wir das jeden Falls unserer Dreistigkeit bei Heaven’s Grave zu verdanken, dass wir das dann tatsächlich machen können.

OM: Glaubt ihr eigentlich daran auch in Zukunft erfolgreich seien zu können, also das sich bei euch noch was steigert?

HG (Lukas): Also wenn wir anfangen bei den Proben ein bisschen mehr zu proben und weniger zu rauchen, dann glaub ich, dass wir durch die paar Verbindungen, die wir jetzt haben, ich meine wir fahren am 31. Oktober sogar nach Baden Württemberg, erfolgreich seien können. Ich finde das ja schon krass zu hören, dass diese Band Geld für ihre Auftritte bekommt, und wenn es nur die Anreise ist, die man damit bezahlen kann. Das hätte ich vorher nie gedacht. Ich kann mir das schon gut vorstellen. Das soll jetzt nicht angeberisch wirken, aber ich finde das echt schon krass, dass wir auch Myspace 20000 Profilaufrufe haben. Wir haben nur 500 Freunde, dass heißt, da muss noch jemand anders gewesen sein.

OM: Oder habt ihr selbst mal nen Nachmittag investiert und immer wieder raufgeklickt?

HG (Naim): Neh neh! Also ich denke man kann auch schon an den Plays erkennen, dass sich da jemand für interessiert hat. Ich glaube Leute die uns auch kennen, die hören uns zum Teil auch wirklich gerne. Bands wie SchiZo, die es schon seit vielen Jahren gibt, mit denen vergleichen wir uns gerne, um zu sehen, ob wir denen irgendwas voraus haben, und ich denke das haben wir, weil ich guck mir die Seiten an und sehe, dass wir mal zwei drei Tage lang über 130 Plays täglich hatten. Warum auch immer. Einige hören sich das echt regelmäßig an. Die finden das geil.

HG (Oytun): Ja, ich werd auch meistens angeschrieben, von Leuten, die ich nicht wirklich kenne, also jetzt bei SchülerVZ und dann schreiben die „ich hab mir euch mal auf Myspace angeguckt und ich find euch einfach geil! Ich hör mir das schon den ganzen Tag an“. Dann denk ich mir auch immer, dass das echt cool ist. Und auf dem Maschseefest war jetzt endlich das erste Mal, dass die Leute unsere Songs mitgesungen haben und das ist schon geil, wenn man hört, dass man inzwischen unsere Songs kennt.

HG (Naim): Ich find das überhaupt cool, dass wir davon reden können, das wir Fans haben. Und das wirklich coole an der Sache ist ja, dass die Leute von sich selber sagen „Wir sind Fans von Heaven’s Grave!“, das ist also schonmal keine Beleidigung mehr. Und selbst die Nachfrage nach so Merchendiseprodukten, die gibt es und sie nimmt zu. Nach Gigs zum Beispiel wird immer mal gefragt „Hey, wie siehts aus, habt ihr was von euch? Shirts oder Eps?“

HG (Lukas): Vor allem muss man mal bedenken, dass wir bei den Proben nie nur wir vier sind, sondern eigentlich immer ein paar mehr.

HG (Naim): Ja, da kommen dann immer irgendwelche Leute vorbei, die uns unbedingt hören wollen. Unsere Proben sind wenn mans genau nimmt mehr so eine Art kleinere Gigs. So gegen 18 oder 19 Uhr, um die Zeit ist der Proberaum immer voll. Da kommt auch schon einer (Im Hintergrund kommt ein Fan rein). Es ist wirklich ganz cool und ich glaube, dass wir mit der Band auch ordentlich was leisten können, wenn wir mal wirklich mehr und konzentrierter Proben. Auch wenn man es uns nicht ansieht, wir sind mehr so die lustige Band, die dann mit den Leuten, die kommen auch was macht. Wir kommen her, wollen proben, machen das ne halbe Stunde lang und gehen dann rauchen. Und dann wollen wir weiterproben, daraus wird dann schon mal nichts, weil wir mit den Fans hier sprechen.

HG (Oytun): Ja, aber man soll jetzt auch nicht den Eindruck bekommen, dass wir undiszipliniert sind oder so. Wir machen auch schon vernünftig Musik, wenn wir hier sind.

OM: Wo kann man euch denn außerhalb des Proberaums das nächste Mal live sehen?

HG (Oytun): Wir treten am 5. September um 20:30 Uhr im Béi Chéz Heinz auf

HG (Naim): Ja, wir spielen da mit einer Band, die auch auf dem Maschseefest war. Aber die sollen ja nicht so prall gewesen sein. Dann ist da wie gesagt am 31. Oktober der Gig in Baden Württemberg, wobei ich ehrlich gesagt bezweifele, dass da groß was an Leuten von hier nach reisen wird. Die Fahrt dauert glaub ich zu lange. Auch in der Wohnwelt in Wunstorf treten wir demnächst auf. Das sind so die Gigs, die derzeit anstehen.

HG (Lukas): Kann man auch auf unserer Myspace Seite sehen.

HG (Naim): Genau, einfach mal immer mal auf unsere Seite da klicken und gucken. Da steht dann auch, wann wir Gigs geben.

OM: Damit wären wir auch fast am Ende. Was wollt ihr den Fans und Musikinteressierten noch mitgeben?

HG (Naim): Musik ist ne feine Sache Leute. Lasst sie euch nicht kaputt machen!

HG (Lukas): Lasst euch nicht in Schubladen stecken, schreibt eure eigene Musik und am Besten covert nichts. Ich mag Coverbands nicht so gerne.

HG (Naim): Genau. Coverbands sind scheiße Leute! Und das ist auch das was wir immer mal wieder erklären müssen: Wir haben uns auch gegründet, weil wir Coverbands scheiße finden.

HG (Oytun): Ja und wir wollen uns noch bei den tollen Leuten bedanken, die immer da waren auf unseren Konzerten und uns immer unterstützt haben. Wir versprechen euch, dass Heaven’s Grave immer besser wird und das wir euch nicht im Stich lassen. Bald sind wir berühmt!

OM: Dann bedanke ich mich für das Interview!

Anschließend wurde mir noch die Ehre zuteil mir ein paar neue Songs der Gruppe live im Proberaum anzuhören und ich kann nur sagen, dass sich da wirklich was zu formen scheint, das Perspektive hat, obwohl der Drummer nicht da war. Ach und wenn ihr Kabel übrig habt: Schickt sie an Heaven’s Grave! Die haben Kabelnotstand.

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