Igor Cavalera und OsnaMetal.de-Redakteur Scoom

OM: Hi Igor, danke, dass du dir die Zeit für uns nimmst. Als erstes würde ich gerne wissen wie es dir zur Zeit geht. Ist es ein gutes Gefühl mit Max wieder auf einer Bühne zu stehen?

Igor: Ja, es ist ein großartiges Gefühl mit Max wieder auf der Bühne zu stehen. Zwar haben wir zwischendurch auch immer mal wieder was miteinander gemacht, wie z.B. mein Gastauftritt bei Soulfly, aber es war eben nicht dasselbe. Nun spielen wir gerademal unsere 4. gemeinsame Show zusammen und es macht mir wahnsinnigen Spaß.

OM: Wessen Idee war die „Cavalera Conspiracy“?

Igor: Im Großen und Ganzen war es Max‘ Idee Cavalera Conspiracy ins Leben zu rufen. Er kam auf mich zu und fragte mich frei heraus, ob ich Lust zu so einem Projekt hätte und ich habe einfach „Ja“ gesagt.

OM: Gegen wen habt ihr euch verschworen?

Igor: Eigentlich soll Cavalera Conspiracy nicht als Verschwörung zweier Brüder gegen irgendjemanden verstanden werden, sondern eher als Denkanstoß über Themen, die wir den Leuten mit auf den Weg geben. Viele vermuten dahinter natürlich oftmals eine versteckte Abrechnung oder Botschaft an die Adresse von Mitstreitern aus der Vergangenheit, doch dem ist nicht so.

OM: In der Vergangenheit gab immer mal wieder Gerüchte über eine bevorstehende Sepultura-Reunion, aber jetzt, wo es die Cavalera Conspiracy gibt, scheint dies nicht länger von Nöten. Bist du mit dieser Situation glücklich, weil du Sepultura und all den Kram, der schiefgelaufen ist hinter dich lassen konntest oder würdest du es bevorzugen mit Max unter dem Banner Sepulturas aufzutreten?

Igor: Ehrlich gesagt nein, denn so, wie es im Moment für mich läuft, ist es perfekt. Es käme mir zudem auch sehr komisch vor erst Sepultura zu verlassen, nur um dann mit Max zu eben genau dieser Band zurückzukehren. Ich würde mich dabei einfach nicht wohl fühlen und das sind meiner Meinung nach schonmal die falschen Grundvorraussetzungen, um diese Überlegung zum jetzigen Zeitpunkt ins Auge zu fassen.

OM: Also ist eine Rückkehr zu „Sepultura“ generell ausgeschlossen?

Igor: So hart würde ich das nun auch wieder nicht ausdrücken, aber im Moment sieht es eher nicht danach aus. Man kann nie genau sagen, was die Zukunft mit sich bringt, nur im Moment genieße ich die neu gewonnene Freiheit tun und lassen zu können wozu ich Lust habe. Ich kann zu diesem Zeitpunkt einfach nicht „Ja“ oder „Nein“ sagen. Erstmal habe ich noch zu tun (grinst)…

OM: Im März kam euer erstes Debütalbum „Inflicted“ in Deutschland auf den Markt. Was war hierbei dein Anspruch, wo du doch so lange nicht mit Max zusammengearbeitet hast?

Igor: Wir hatten ehrlich gesagt keine großen Vorstellungen wie das Album aussehen oder klingen sollte, sondern sind, bis auf ein paar Riffs, relativ unvorbereitet ins Studio gegangen. Dort haben wir dann drauf losgelegt und versucht mit möglichst vielen „First Takes“ zu arbeiten.

OM: Das Album ist ein Knaller von feinstem Thrashmetal, jedoch ohne jegliche Anzeichen der guten alten Tribal- und Dschungelsounds. Habt ihr darüber nachgedacht oder wurde dies bewußt weggelassen, um nicht ein „neues Sepultura“ zu kreiren?

Igor: Wie schon gesagt, wir haben uns nicht die Köpfe über so etwas zerbrochen, sondern haben gejammt und die guten Parts übernommen. Die früher so typischen Sounds waren einfach kein Thema zu dem Zeitpunkt für uns. Es wurde nicht drüber geredet also sind sie auch nicht mit auf der Platte gelandet. Das hatte nichts mit „alten“ oder „neuen“ Sepultura zu tun.

OM: Was für Gefühle haben sich bei dir geregt als du wieder mit Max wie vor 12 Jahren zusammengearbeitet hast?

Igor: Verständlicherweise ist es anders als damals, aber es macht trotzdem einen Riesenspaß. Von Tag zu Tag kommen neue Stücke hinzu, die wir spielen können und gerade bei den alten Sepulturasongs fühle ich mich teilweise wie damals.

OM: Ich habe gehört, dass du noch immer in Sao Paulo lebst, Max in Arizona, Mark Rizzo in New York und Joe in Frankreich. Wie treffr ihr euch um miteinander zu arbeiten?

Igor: Wir üben einfach nicht besonders viel (lacht). Ins Studio sind wir wie gesagt fast komplett unvorbereitet gegangen und für die jetzige Tour haben wir vor der 1. Show zwei Mal geprobt, das war es dann aber auch schon…

OM: Was können die Fans in Zukunft erwarten? Ist Cavalera Conspiracy nur ein Projekt von dir und Max oder ist es als „richtige“ Band zu verstehen?

Igor: Ich habe mit Max bereits darüber gesprochen und wir möchten den Status gerne irgendwo dazwischen legen, da es einerseits nicht nur ein Projekt darstellt, aber auch keine ganze Band ist. Mir kommt dieses eigentlich sehr gelegen, da ich dadurch ungebundener bin, aber auch nicht total in der Luft hänge. Es nimmt schon gehörig Druck weg, wenn eine Truppe nicht als Band bezeichnet wird und nur dann zusammen kommen kann, weil sie Zeit und Lust dazu haben. Die Stimmung ist ebenfalls eine ganz andere, da der Druck der Plattenfirmen auch um einiges geringer ausfällt.

OM: Also können wir mit einem weiteren Album rechnen…?

Igor: Ich denke schon. Es ist zwar noch nichts konkretes geplant, da wir ja grad erst unsere Tour mit dem ersten Album beginnen, aber danach könnte ich mir das gut vorstellen. Wir haben noch nicht direkt drüber gesprochen, aber es bestehen schon erste Ideen.

OM: Vor 2 Jahren begründetest du deinen Ausstieg bei Sepultura mit dem Grund mehr Zeit mit deiner Familie verbringen zu wollen. War dies wirklich der einzige Grund oder war da noch was anderes?

Igor: Ich war einfach nicht mehr glücklich mit Sepultura und wollte mehr Zeit für meine Familie und das war eine Sache, die ich nicht miteinander in Einklang bringen konnte. Mit Max jetzt zusammen ist das alles möglich. Ich habe meinen Bus mit meiner Familie, Max hat seinen Bus mit seiner Familie und so können wir zusammen mit der Crew durch die Welt touren und haben immer alle dabei, die uns nahe stehen.

OM: Wovon träumt ein Mann wie du, der schon eine Menge erreicht hat, in der Zukunft?

Igor: Ich glaube, dass ich immer noch eine Menge zu lernen habe sowohl als Musiker wie auch als Mensch mit meiner Familie und meinen Freunden. Das ist das worauf ich mich im Moment konzentriere und nicht solche alltäglichen Sachen wie z.B. ein Haus zu kaufen, um mich dort mit meiner Familie anzusiedeln.

OM: Also keine konkreten Pläne für die nähere Zukunft?

Igor: Nein. Ich bin glücklich mit der momentanen Situation mit meiner Famielie in einem Bus zu reisen, mit Cavalera Conspiracy und hoffe, dass das noch ein bißchen so weiter geht.

OM: Igor, im Namen von OsnaMetal.de danke ich dir für dieses Interview und wünsche euch das Beste für die kommenden Shows!

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