OM: Lang nicht gesehen/gehört und doch wiedererkannt! Wie fühlt ihr euch, nach relativ langer Zeit der Abstinenz?.

Jenne: Hallöchen. Ich fühle mich großartig. Es ist viel passiert seit den 90igern und seit der Veröffentlichung von „Tales Of The Tomb“ Die ganze Zeit passierten Dinge und neue Türen öffneten sich für Evocation. Also warum sich beklagen..

OM: Ihr habt dieses Jahr schon einige Konzerte und Festivals hinter euch gebracht. Routiniert oder Lampenfieber?

Jenne: Yeah, wir haben dieses Jahr einige Gigs gespielt und auch welche als Headliner auf Festivals und wir wurden mit jedem Auftritt den wir gespielt haben stärker, also kein Lampenfieber (lacht) Wir entwickeln uns weiter, deswegen ist es jedes Mal eine Explosion.

OM: WOA hat dieses Jahr alle Besucherrekorde gebrochen. Wie habt ihr das Festival verlebt und überlebt? Und: Würdet ihr es wieder tun?

Jenne: Wacken war eine großartige Erfahrung für uns. Wir reisten mit einem Mietwagen/Van an und im Gepäck viele gute Freunde. In der Nähe checkten wir in einem Hostel ein. Über das Festival.. Was soll ich sagen? Es war wirklich großartig. Eine riesige Menge hungriger Metalheads, die viel Bier tranken und ihre beste Zeit des Lebens in einem abgegrenzten Bereich verbrachten, mit großartiger Musik und cooler Atmosphäre. Und um ehrlich zu sein, ich habe nicht mal den Campingbereich besucht. Ich habe es nie soweit geschafft, weil auf dem Weg dorthin ziemlich witzige Dinge passiert sind. Vieles was man sehen konnte und so viel Bier. Nicht zu vergessen, viele tolle Bands, die man sehen konnte..

OM: „Tales From The Tomb“ wurde zum Album des Jahres 2007 gekrönt. Trotz langer Wartezeit, habt ihr der Death-Metal Szene gezeigt, dass ihr es immer noch drauf habt. Werdet ihr es mit eurem neuen Album „Dead Calm Chaos“ schaffen, die Fans zu überzeugen?

Jenne: Ja!!! Meiner Meinung nach spricht das Album für sich selbst. Es ist irgendwie mehr Evocation. Ich kann es nicht richtig erklären, es ist frischer und der Sound ist härter, aber es ist immer noch Schweden-Death. Wie ein 20 Tonnen schwerer Container, der vom Himmel fällt… massiv und hart!!! Wir haben wirklich hart an der Scheibe gearbeitet, um alles richtig zu machen. Also, Ja, ich denke unsere Fans werden die Scheibe sicherlich mögen.

OM: Auf eurer CD habt ihr drei Besonderheiten. Wie kamt ihr auf die Idee, Anders Björler (At The Gates, The Haunted) und Dan Swanö (Bloodbath, Edge Of Sanity) für euer neustes Projekt zu involvieren?

Jenne: Nun, ich glaube es ist natürlich, andere Musiker aus den Neunzigern zu fragen, ob sie auf dem Album erscheinen wollen, insbesondere wenn Evocation, A. Björler und D. Swanö eine „old-school“ Schweden-Death-Metal Geschichte haben. Und die Tatsache, dass wir in den Genuss ihrer Fertigkeiten kommen durften zum Beispiel. Es war großartig, D. Swanö´s Grunzgesang/Gröhlgesang auf der CD zu entfesseln. Es hat sich angefühlt, als wäre es für ihn gemacht. Das gleiche gilt für A. Björler, er ist ein fantastischer Gitarrist und alle Bandmitglieder von Evocation waren damit einverstanden, also haben wir das gemacht. Es hat sich als perfekt heraus gestellt. Danke, Anders und Dan für eure Beteiligung am Album!

OM: „Altars Of Madness“, „Left Hand Path“, „Like An Ever Flowing Stream“ und „Feed The Fire“ gelten als eure Klassiker. Welches Lied euer neuen Platte wird wohl mit Sicherheit genauso einschlagen und warum?

Jenne: Oh!!! Das ist aber eine verfängliche Frage (lacht). Es ist schwierig einen werdenden Klassiker zu benennen. Wir hatten keinen Leitpfaden für „Feed The Fire“. Aber er wurde es. Meine Vermutung wäre „Angel Of Torment“ oder „Death Calm Chaos“ .

OM: „Älter“ gleich „reifer“? Welche Ansichten/Prioritäten haben sich in den letzten Jahren verändert?

Jenne: Sichtweisen und Prioritäten haben sich wirklich verändert. Und das Alter natürlich auch (lacht) Heutzutage wissen wir, was wir machen wollen und springen nicht einfach in irgendeine Sache rein, ohne uns vorher Gedanken über die Konsequenzen gemacht zu haben. Und das ist glaube ich besser. Falls es größere Diskussionen in unserer Band gibt, lösen wir die Probleme demokratisch, jeder in der Band kommt zu Wort. Wir haben eine gute Beziehung untereinander, wir schreien nicht rum, schüren keine Feuer und prügeln uns auch nicht. Ich glaube, das ist der größte Unterschied von damals und heute und es ist kein leidenschaftliches Verlangen, zu entscheiden und zu beherrschen, so wie es mit 20 hätte sein können.

OM: Trotz damaligen musikalischen Differenzen, seid ihr nun zurück. Wer hatte die Idee dafür und wart ihr euch von Anfang an einig bei eurer neuen CD, in welche Richtung sie gehen soll?

Jenne: Wir hatten vor einiger Zeit die Reunion diskutiert. Es kam jedes Mal auf einer Party zur Sprache, natürlich war Alkohol im Spiel (lacht). Ich glaube, mein Bruder Vesa und Marko haben letztendlich die „Ancient Gate“ Demo und „Promo 92“ zum Label geschickt, um endgültig den Deal mit Merciless Records zu bekommen, um die bearbeitete CD zu veröffentlichen. Als das geklärt war, hatten wir alle das riesige Interesse, mit der Band durchzustarten. Welche Richtung unsere neue Platten haben sollte, war von Anfang an kristallklar… wir wollten brutalen, schwedischen old school Death-Metal kreieren ohne irgendwelche Zweifel.

OM: „Dead Calm Chaos“ habt ihr im bandeigenem Studio aufgenommen und zwar nicht nur auf CD sondern auch auf LP. Ein Tribut an die alten Zeiten?

Jenne: Ich bin mir nicht sicher, ob es unser Bedürfnis war oder das der Fans. Ich glaube, wir dachten, es wäre klasse eine LP zu veröffentlichen und wie es Realität wurde kann ich mich nicht mehr dran erinnern, oder es war jemand der unserem Label sagte, dass wir es auf LP veröffentlichen sollen. Ich denke, es ist trotzdem cool, eine LP Version zu haben und ich bekenne mich zu dem wunderbaren Gefühl, die Musik die du kreiert hast im old school Format in den Händen zu halten. (lacht)

OM: Was habt ihr eigentlich in den letzten Jahren getrieben? Bürgerlich, gesittet und anständig gelebt, regelmäßig zur Arbeit gegangen und ein Haus gekauft?

Jenne: Ja, ja, ja, ja, ja, ja und ja, ha ha ha! Du hast es erfasst! Spaß beiseite, alle Bandmitglieder von Evocation waren in verschiedenen Bandprojekten involviert, in der langen Zeit der Stille um uns als Band. Um nur einige zu nennen: Lake Of Tears, Cemetary, Sundown, Gripshift (later: Rentokiller), Stoneflow, Rajotus, usw. Aber jetzt ist es uns mit Evocation ernster denn je und wir werden scharf schießen, mit schwedischem Death-Metal. Aber dazwischen natürlich reguläre Jobs und ein „normales“ Leben.

OM: Einmal Metal immer Metal? Oder ist der ein oder andere in den „Mainstream“ abgedriftet?

Jenne: Immer “Metal Of Corpse”!!!! Und wenn sich Jemand entscheidet in den Mainstream abzudriften, soll er das tun, aber die Streifen eines Tigers waschen sich niemals raus. Auch wenn es den Anschein hat, sie werden immer Metal sein!!!!

OM: Eure absoluten Lieblingsscheiben der letzten fünfzehn Jahre?

Jenne: Hmmm??? Es gibt eine Menge, ich mag diese Frage nicht, weil es sich von Zeit zu Zeit verändert. (lacht) aber ich versuche es.. : At The Gates – Slaughter Of The Soul. The Haunted – rEVOLVEr. Sepultura – Beneath The Remains. Bloodbath – Nightmares Made Flesh, Unblessing The Purity. Opeth – Ghost Reveries. Hier hast du einige, ich sagte dir ja vorher, es wechselt wie meine Stimmung (lacht).

OM: Ihr habt es geschafft! Vielen Dank für eure Geduld. Ich war doch sehr neugierig. Nun habt ihr noch die Möglichkeit, etwas an unsere Leser und eure Fans zu richten. Alles Gute und viel Erfolg!

Jenne: Stay Metal! Stay Brutal! Lebe dein Leben, als wäre

es der letzte Tag. Und haltet den Geist des Death-Metals aufrecht. Danke an das OsnaMetal Team, das ihr Interesse an Evocation hattet.

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