OM: Hi Johnny. Ihr seid so etwas wie der neue aufstrebende Stern am Powermetal-Himmel. Wie geht ihr damit um? Und wie würdet ihr euch selbst beschreiben?

Johnny: Hi. Naja, als wir mit dem Projekt gestartet sind, wussten wir selber nicht so ganz genau, wo das mal hinführen wird. Wir wollten einfach Musik machen, die dem nahe kommt, was wir gehört haben, als wir noch kleine Kröten waren. Und die Interpretation davon, oder das, was wir darunter verstehen, hört man halt auf unseren beiden Alben. Für mich ist das Heavy Metal oder Powermetal im modernen Kontext, ohne dabei in eine 80er-Trendschiene zu fallen, oder etwas zu kopieren. Natürlich gibt es immer wieder Leute, die dann sagen: „ Aber das haben wir doch alles schon mal irgendwie gehört“.

OM: Ja, damit nimmst du mir eigentlich meine nächste Frage schon fast vorweg. Seid ihr mit dieser Musik nicht eigentlich dreißig Jahre zu spät?

Johnny: Och, geht. Also ich finde, ehrlich gesagt, dass das, was wir machen, immer mehr eine eigene Identität bekommt. Gerade auf dem letzten Album wird das ganz deutlich. Wir haben halt Trademarks wie die Chöre und dergleichen. Und außerdem ist meine Gesangsstimme nun auch nicht unbedingt die klassische, polierte Powermetal-Stimme. Ich komme halt bei weitem nicht so hoch wie der Durchschnitts-Powermetal-Sänger. Und das sind für mich halt alles Wiedererkennungswerte. Sicherlich erfinden wir das Rad nicht neu, und eigentlich gab es nach Black Sabbath, AC/DC und Iron Maiden eh keine neuen Riffs mehr, aber darum geht es auch nicht.

OM: Ja, die Wiedererkennungsmerkmale habt ihr auf jeden Fall. Was mir bei euch aber auch aufgefallen ist, ist die enorme Live-Energie, die ihr versprüht. Wie wichtig ist euch das?

Johnny: Das ist uns auf jeden Fall sehr wichtig. Wir sehen uns ganz klar als Live-Band. Songs schreiben und CDs aufnehmen ist schön und gut. Aber die Krönung ist natürlich, das dann auch live rüber bringen zu können. Ich weiß auch gar nicht so genau, ob das an den Songs liegt oder an den Charakteren, die in der Band vertreten sind. Aber es passieren tausend Pannen auf der Bühne. Manche bekommt der Zuschauer nicht einmal mit. Und irgendwie sind wir dann immer so intuitiv, dass wir es schaffen, aus jeder Panne noch etwas zu machen, sodass alle ihren Spaß daran haben. Und das ist so unser Antrieb an der ganzen Sache.

OM: Aber auch auf Platte seid ihr ja schon ziemlich präsent. Immerhin habt ihr in knapp 13 Monaten gleich zwei vollwertige Alben veröffentlicht. War das Material, das wir auf “Ocean Blade” zu hören bekommen, Überschussmaterial von “Warriors Code” oder handelt es sich dabei tatsächlich um komplett neues Material?

Johnny: Ja, klar. Dabei handelt es sich um neues Material. Es war halt so, dass zwischen den Aufnahmen zu “Warriors Code” und dem Release ungefähr drei Monate lagen. Und in der Zeit haben wir einfach weiter Songs geschrieben. Das hing auch damit zusammen, dass der Jens (Shredmaster JB Basten. Anm. der Redaktion) nur etwa 100m von mir entfernt wohnt. Und so haben wir uns dann häufiger mal abends auf ein Bierchen getroffen, ein paar Riffs zusammen geklöppelt und fertig war der Song. Es wurde dann höchstens noch mal ein bisschen nachgearbeitet. Aber im Großen und Ganzen sind wir schon nach dem Motto „Keep it simple“ vorgegangen. Wenn wir beim Schreiben gemerkt haben, dass der Song funktioniert und es bestimmt geil sein wird, ihn live zu zocken, dann haben wir gar nicht mehr großartig daran herumgefeilt. Und das war aus meiner Sicht auch das genau Richtige. Wir sind keine geschminkte und geschönte Band. Bei uns ist alles so, wie man es auch auf der Bühne sieht. Und das ist es auch, was den Spirit der Band ausmacht.

OM: Kann man sagen, dass Jens und du der kreative Teil der Band seid? Oder kommen auch noch viele Inputs von den restlichen Bandmitgliedern?

Johnny: Ja, das kann man so schon sagen. Die meisten Songs generieren Jens und ich zusammen. Teilwiese ist es auch so, dass einer von uns mal komplette Songs mitbringt, aber meistens schreiben wir dann noch mal zusammen daran. Das Arrangement, die Gesangslinien usw., das liegt alles bei uns.

OM: Lass uns zu eurem neuen Album „Ocean Blade“ kommen. Ich war, ehrlich gesagt, etwas überrascht, dass das Album so schnell nach dem Debüt-Album erschienen ist. Vereinzelt wird sogar von Schnellschuss gesprochen. Wie seht ihr das? Schnellschuss oder musste eure Kreativität einfach raus?

Johnny: Also, ich empfinde das nicht als Schnellschuss. Das Album war ja fertig, also warum hätten wir noch ein Jahr warten sollen? Gerade für die Live-Shows hätte das bedeutet, dass wir noch ein Jahr mit dem „Warriors Code“-Material durch die Lande getingelt wären, mit einem komplett fertigen Album in der Hinterhand. Also ich finde, wenn der Köttel fertig ist, dann muss man ihn auch mal abdrücken.

OM: Gibt es eigentlich einen inhaltlichen Link zwischen „The Warriors Code“ und „Ocean Blade“?

Johnny: Nun ja. Angefangen hat ja alles mit der Sedna Saga. Also die Legende über die Meeresgöttin Das war unsere Blaupause. Das findet sich allerdings nicht in allen „Warriors Code“-Songs wieder. Mit „Fist of Steel“ haben wir beispielsweise einfach nur das Klischee bedient. Aber wir haben halt Elemente der Story mit in das Album einfließen lassen. Allerdings ohne Zusammenhang und nur innerhalb der einzelnen Songs. Bei „Ocean Blade“ war es dann so, dass von der eigentlichen Sedna Story gar nicht mehr viel Material übrig war und wir uns sozusagen unsere eigene Geschichte darum entwickeln mussten. Der Link zwischen den Alben ist also, dass die Sedna Story auf beiden Alben behandelt wird. Die Konzeptstory als solches gibt es aber nur auf „Ocean Blade“.

OM: Gibt es den Mc Guerkin in der Sedna Story?

Johnny: (lacht) Also geschichtlich sicherlich nicht. Das ist unser Fan Nr. 1, der Karl Gurke. Und daraus haben wir uns den Mc. Guerkin halt gestrickt. Der Karl ist einfach ein super lieber Kerl, der uns unterstützt. Heute ist er zum Beispiel als Fahrer für uns tätig. Und so als kleines Dankeschön wollten wir ihn halt mit aufs Album nehmen. Dazu ist auch das Bild entstanden, welches sich im Booklet der CD befindet. Das passte dann einfach wie Arsch auf Eimer.

OM: OK, damit sind wir auch schon fast am Ende. Zum Abschluss noch die ultimative Fußballfrage: Wer wird Weltmeister?

Johnny: Boah (stöhnt). Bis gestern hätte ich fast Spanien gesagt, hahaha. Jetzt würde ich sagen, Chile. Costa Rica hat auch gute Chance. Nein, Spaß beiseite. Das ist wirklich schwer. Aber ich gönne es jeder Mannschaft, außer Italien.

OM: Johnny, ich sage danke für das Gespräch und wünsche noch viel Erfolg und vor allem Spaß bei den Live-Auftritten.

Johnny: Ja, ich sage auch danke. Danke an OsnaMetal und danke an unsere Fans.

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