OM: Hallo Jungs!

Erstmal Danke, dass Ihr Euch Zeit für das Interview nehmt.

Hier in der Gegend kennt Euch vermutlich jeder, aber stellt Euch bitte trotzdem einmal den Lesern vor.

Purid: Hi Tobias! Purid sind: Pascal – Gesang , Nico – Gitarren , Jörg – Gitarren , Marc – Schlagzeug und ich (Kai) am Bass.

Die komplette History hier aufzuführen, würde wohl den Rahmen sprengen. Die Ursprünge der Band liegen schon wesentlich länger zurück, aber seit 2005 treiben wir in der oben genannten Besetzung unser Unwesen und für uns ist dies auch der eigentliche Startpunkt von Purid, ab dem sich der Charakter der Band so geformt hat, wie er nun ist.

Aktuell versuchen wir mit unserer, im Dezember des letzten Jahres, erschienen EP – „My Own Worst Enemy“ und unseren Live – Shows auf uns aufmerksam zu machen und sind eigentlich auch recht optimistisch das uns das gelingt.

OM: Was tut Ihr wenn ich nicht gerade bei Purid spielt?

Purid: Dann spielen wir am liebsten an uns selbst. Ja, das ist eigentlich so unsere Lieblingsbeschäftigung, neben der Kapelle, haha.

Natürlich gehen wir aber alle auch geregelten Jobs nach oder gehen zur Schule, denn leider haben die Einnahmen aus den CD – Verkäufen noch nicht zu mehr gereicht, als zu nem Nightliner mit Whirlpool und Sauna. Naja und von irgendetwas muss man ja halt auch seinen Lebensunterhalt finanzieren.

OM: Was bedeutet der Bandname?

Purid: Purid leitet sich ab von pure it , also „pures Etwas“. Pascal hatte damals, soweit ich weiss diese Idee mit dem Wortspiel. Wir wollen uns nicht in irgendeine Schublade stecken lassen um unsere Musik zielgruppengerecht zu verkaufen. Bei uns geht es um die Musik und nicht um ein Image, um uns möglichst effektiv vermarkten zu können. Purid steht also für den musikalischen Wiedererkennungswert in uns.

OM: Euer Stil vereint jede Menge verschiedene Stile, wie zum Beispiel Metal, Hardcore, und Crossover – welche Musik hört ihr Privat?

Purid: Privat stecken wir uns in der Hinsicht genauso wenig Grenzen wie im Proberaum während des Songwritings. Ausser Schlager und Volksmusik sind wir uns für nichts zu schade.

Screamo, Metalcore, Alternativ, Prog, Death Metal, Bay Area Thrash, aber auch diverses Zeug was in den Charts dudelt und sogar Jazz mag ein Teil von uns ganz gerne. Vor Leuten wie z.B. der Chris Barber Big Band muss man einfach Respekt haben, wenn man bedenkt das die 10 Herren um die 70 sind und auf der Bühne immer noch pure Spielfreude verkörpern. Und natürlich dürfen auch für unsere Axt – Fraktion, Künstler der Sorte Steve Vai oder Al di Meola nicht zu kurz kommen.

OM: Und in welchen Bands seht Ihr Eure größten Einflüsse?

Purid: Einflüsse….hin und wieder kann es schon mal vorkommen, das man beim Schreiben eines Songs denkt: „ Hmm, das Riff, hätte jetzt auch von Band XY stammen können.“ Es wäre also vermessen zu behaupten, das Musik von anderen Künstlern nicht auch manchmal einen gewissen Einfluss ausübt. Allerdings geschieht das nicht mit Absicht und wer kann schon von sich behaupten, das Rad neu erfunden zu haben? Im Grunde sind wir aber so selbstbewusst von uns zu behaupten, das wir mittlerweile unseren eigenen Stil gefunden haben, ohne uns bewusst auf die Outputs von diversen Kollegen zu stützen.

OM: Wie schreibt Ihr Songs ? Ist einer von Euch speziell für das Songwriting zuständig, oder ist das Teamwork?

Purid: In der Regel entstehen die Songs bei uns, während diverser Jam Sessions, oder Jörg und Nico setzen sich hin und wieder mal zusammen und entwickeln Grundgerüste, die wir dann im Proberaum zusammen verfeinern und jeder kann dann noch seine Ideen und Vorstellungen einbringen. Es ist auch durchaus schon passiert, das Pascal unser kleiner Tausendsassa mit fertigen Songs um die Ecke kommt, die er zu Hause fertig komponiert hat, aber das ist eigentlich die Ausnahme.

Wir haben im Proberaum mehrere Minidisc´s mit Riff und Songideen und in schöner Regelmässigkeit hören wir da rein und diskutieren was sich davon noch verarbeiten lässt und so wächst dann jedesmal Stück für Stück ein neuer Song.

OM: Worum geht es in Euren Texten

Purid: Maggi von „What´s Metal“ schrieb mir neulich in einer E-Mail, das man , wenn man den 2. Song von M.O.W.E rückwärts abspielt, „Koks, Koks, Koks. Nur bei uns für 39,95 und nur solange der Vorrat reicht!“ – hören kann. Wenn das wirklich stimmt, dann ist unser Pascal aber ein ganz schöner Halodri und wir wissen jetzt wie er eigentlich sein Geld verdient, denn eigentlich befasst er sich oft mit der menschlichen Psyche und Ihren Abgründen. Depressionen, Ängste, Psychosen…um ein paar Stichworte zu nennen und verarbeitet dies in seinen Lyrics. Erstaunlich, denn wenn man die Tracks vorwärts abspielt, hört sich das auch in der Tat so an.

OM: Wie viel Wert legt Ihr auf die Texte? Sind sie sehr wichtig oder steht eher die Musik im Vordergrund?

Purid: Naja, wir haben auf jeden Fall keine Message, getreu dem Motto: „Lebt Vegan“ oder „Wählt ja die richtige Partei“. Texte in Songs sind für mich persönlich, zwar nicht wirklich immens wichtig, aber käme Pascal mit einem Text, dessen Handlung vampirische Gelüste, Gemetzel, oder die Schlacht von Waterloo behandelt, in den Proberaum, würde ich mich wohl dagegen aussprechen. Ganz einfach weil es nicht zur Musik passen würde. Pascal macht das aber echt gut, macht sich schon so seine Gedanken über seine Lyrics und hat ein Händchen dafür, das im Endeffekt Musik und Text, bzw. Gesang ein rundes Gesamptpaket ergeben.

OM: Ihr habt kürzlich die CD „My Own Worst Enemy“ veröffentlicht, habt Ihr schon Feedback von Labels und Magazinen erhalten? Wenn ja, wie ist das ausgefallen?

Purid: Labels haben wir bis jetzt noch gar nicht kontaktiert, weil wir ganz gerne erst einige Reviews abwarten würden, bevor wir anfangen, blind A & R´s zu bemustern. Wir brauchen Referenzen und ich glaube kaum, das man uns ohne entsprechende Kritiken Gehör schenken würde. Die Reviews die bis jetzt veröffentlicht wurden, lesen sich allesamt schon ganz anständig und wir hoffen, dass in Zukunft noch mehr von den Dingern einlaufen.

Wir hängen uns aber auch nicht auf, wenn mal ein Veriss dabei sein sollte. Eine konstruktive, negative Kritik, kann auch durchaus hilfreich sein um sich als Band weiterzuentwickeln. Das setzt aber voraus, das der Rezensent sich auch wirklich mit der Platte befasst hat. Wenn man beim Lesen den Eindruck bekommt, das er/sie die Veröffentlichung allenfalls 1 mal überflogen hat, oder schlimmer noch, überhaupt keine fachliche Kompetenz an den Tag legt, hilft das Niemandem und am wenigstem demjenigen, der den Kauf einer CD von so einem Review abhängig macht.

OM: Was erwartet Ihr vom Release der CD?

Purid: In erster Linie soll das Teil uns insofern helfen, uns bekannter zu machen und Aufmerksamkeit zu erregen, ganz klar. Sowohl beim Konsumenten, als auch im Business an sich. Eine Grundlage auf die sich vielleicht in absehbarer Zeit aufbauen lässt, wenn wir am Ball bleiben. Man will als Musiker ja auch Beachtung fernab der lokalen Szene finden. Wir konnten uns hier in den letzten Monaten einen guten Ruf erspielen und so langsam aber sicher bildet sich auch soetwas wie eine kleine Fanbase und wir merken, das wir hier respektiert und akzeptiert werden. Die CD sollte uns also, im Zuge dessen helfen, auszuprobieren ob das auch ausserhalb der Region funktioniert und ob wir allgemein Anklang finden mit Hilfe von ein paar guten Reviews, usw.

Das ist zumindest meine „Erwartungshaltung“ an M.O.W.E und ich denke das die anderen Jungs das ähnlich sehen. Wenn uns das im Ansatz gelingt, wäre das eine gute Grundvoraussetzung um mal zu schauen wohin die Reise geht.

OM: Warum sollten sich die, die es noch nicht getan haben, sich unbedingt eure CD kaufen?

Purid: Weil wir kokainhaltige Rückwärtstracks darauf verewigt haben!

Ja, und ausserdem noch, weil einfach 6 leckere Rockin´fuckin´Roll Granaten darauf warten angehört zu werden!

Die Baby´s haben´s verdient!! Einfach mal auf zwei grosse Bier in der Kneipe verzichten und mal wieder 5 € investieren, um auch einer ungesignten Band eine Chance auf ein warmes Plätzchen im heimischen CD-Regal zu geben. Habt Mitleid mit den Dingern, der Grossteil fristet sein Dasein noch im kalten, dunklen Keller unseres Schlagzeugers in viel zu engen Kartons. Überhaupt nicht artgerecht, finden wir.

OM: Wann kann man neues Material erwarten?

Purid: Gute Frage. M.O.W.E gibt es ja erst seit Mitte Dezember, letzten Jahres und momentan halten wir fleissig Ausschau nach Möglichkeiten um unseren Live-Radius weiter auszubauen. Das heisst aber nicht, das wir bis auf Weiteres nur noch das Live – Set proben. Neue Purid – Tunes sind also durchaus schon in der Entstehung. 2 Songs sind bereits fertig gestrickt und diverses Rohmaterial liegt noch auf Halde in das wir immer mal wieder beim Jammen reinhören um diverse Sachen aufzuarbeiten und auszubauen. Eine zeitgenaue Prognose in punkto Studioaufenthalt/Veröffentlichung, kann ich aber zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch nicht geben. Mal sehen was die nächsten Monate so bringen.

Wir würden allerdings als Nächstes gerne ein komplettes Album recorden, soviel steht schon mal fest. Allerdings kommt es natürlich auch darauf an, inwieweit sich das Projekt „Album“ auch finanziell realisieren lässt. Eine gute Produktion mit der man sich auf dem Markt auch Gehör verschaffen möchte, ist ja doch mit erheblich grossen Kosten verbunden. Mit dem Anmieten des Studios für ein paar Wochenenden, ist es ja leider nicht getan. Layout, Vervielfältigungskosten, etc. schlucken auch noch mal einige Euros. Als normaler „Malocher“ ist das schwer zu wuppen.

Wäre natürlich schon klasse, wenn man Jemanden im Rücken hätte, der Bock darauf hat mit uns zusammenzuarbeiten. Aber wie gesagt, wir werden sehen was die Zeit zeigt. Bis dahin versuchen wir erstmal einige gute Shows zu spielen und basteln nebenher an neuem Stoff.

OM: Ihr habt unter anderem schon Bands wie Ektomorf und die Emil Bulls supportet, wie sieht’s denn mit einer kleinen Tour aus, um auch außerhalb Osnabrücks bekannter zu werden?

Purid: Hey, sag nicht, das man uns ausserhalb Osnabrück´s nicht kennen würde! Schliesslich mag man uns in Ibbenbüren und Georgsmarienhütte auch, haha.

Natürlich sind wir am Ball, das auf dem Live – Sektor mehr für uns geht. Wir versuchen Kontakte aus – und aufzubauen. Ich denke, dadurch das wir jetzt einen Tonträger als Referenz benutzen können, der den aktuellen Stand der Band wiederspiegelt, sollte auch in der Hinsicht noch was passieren.

Ausserdem machen wir den Scheiss ja unter Anderem auch, weil wir alle Bühnensäue sind und live gerne die Kuh fliegen lassen.

Was eine Tour betrifft. Natürlich würden wir die Chance gerne nutzen, einige Tage am Stück unterwegs zu sein, aber ich glaube eine Tour im eigentlichen Sinne, über 1 – 2 Wochen wird sich für uns in nächster Zeit kaum realisieren lassen, auch in finanzieller Hinsicht. Wir werden unsere Shows über die Wochenden verteilen. Vielleicht sitzen mit viel Glück mal 2, oder sogar 3 Shows am Stück drin, aber wir werden in den nächsten Monaten wohl kaum Europa erobern. Uns ist es aber schon sehr wichtig live zu spielen und ich hoffe wir können dieses Jahr noch einige gute Gigs machen.

Einladungen als Support für Bands wie die von Dir genannten kommen uns natürlich echt gelegen, weil man sich ja so unter Umständen doch mal einem grösseren Publikum präsentieren kann, und wir wissen solche Angebote zu schätzen, weil sich auch dadurch bemerkbar macht, das man uns soweit respektiert um uns auch mit etablierten Acts auf die Bühne zu schicken. Wäre natürlich schön in Zukunft noch mehr solche Gelegenheiten warnehmen zu dürfen.

OM: Am 8.3.08 zockt ihr ja auf OsnaMetal.de´s Rock the Night 5 Festival – schon wieder, muss man sagen!

Auch bei der RTN 4 wart ihr schon dabei und habt für mächtig Alarm gesorgt!

Was sagt ihr über diese Auftritte? Den, der noch kommt und den, der schon war.

Purid: Wir freuen uns darüber das Ihr uns noch mal eingeladen habt! Die Organisation und Durchführung läuft klasse und dieses Jahr ist wieder mal ne witzige Mischung am Start. Ich bin persönlich sehr auf die Show von „Laut“ gespannt. Die Kollegen waren ja bis vor einiger Zeit noch mit Iwi am Mikro unterwegs und haben Ihr komplettes Konzept umgeschmissen. Ich mag das neue Zeug sehr und freu mich auf die Live Umsetzung.

Die letzte RTN ist uns auf jeden Fall in guter Erinnerung geblieben! Hat Spass gemacht und auf dem Parkett gab es ordentlich Spiel, Spass und gute Laune. Die Stimmung war echt klasse und es war echt schön zu sehen, das es in Osnabrück doch noch einige Bekloppte gibt, die eine Band abfeiern und vor der Bühne schwitzen. So soll´s sein und wir hoffen, dass wir das im März noch mal wiederholen können.

OM: Kai; Du hast vor ein paar Jahren selber ein Festival in der Art wie RTN organisiert; erzähl was darüber.

Purid: Ja, wir haben zwischen 2000 und 2005 einmal jährlich im Oktober das OsFest auf die Beine gestellt. Mit ähnlichen Rahmenbedingungen wie bei der Rock the Night, mit dem Unterschied, das wir 2 Abende in Folge Gas gegeben haben. Waren immer sehr schöne aber auch anstrengende Wochenenden und äusserst, ääh „flüssig“, hehe. Wir konnten seinerzeit, denke ich einen ganz soliden Eindruck hinterlassen und hatten gute Billings. Hin und wieder werde ich noch darauf angesprochen, sowie von Dir gerade zum Beispiel und es ist cool, das die Leute das OsFest in guter Erinnerung haben und es 5 Jahre lang eine kleine Institution im Osnabrücker Konzertdschungel war. Es macht eine Menge Arbeit und fordert ein hohes Mass an Idealismus um so eine Veranstaltung aus dem Boden zu stampfen. Man versucht es Bands und Publikum recht zu machen, und doch gibt es immer wieder mal Pappnasen, denen du es nicht recht machen kannst und die dann an der Kasse noch versuchen den Eintrittspreis runterzuhandeln, mit dem Argument, das sie nur für die 2. Band da sind.

Ich hab also in diesen 5 Jahren so einiges mitbekommen und ziehe meinen Hut vor Eurer Crew, das Ihr das so ehrgeizig durchzieht, mit RTN! Und nun, „back to topic“ wie wir im Forum immer so schön zu sagen pflegen, hm?

OM: Ihr seid ja nun auch schon etwas länger dabei, wie schätzt Ihr die Metal/Rock-Szene im Landkreis Osnabrück ein? Was hat sich über die Jahre hinweg verändert?

Purid: Man kann schon sagen, das es im Allgemeinen viel mehr Bands gibt, als noch vor 10 oder 15 Jahren. Schau Dich alleine bei MySpace um. Tausende Bands hauen Demos raus und wollen spielen. Somit ist es anstrengender geworden auf dem Laufenden zu bleiben und jeder Band die Beachtung zu schenken die sie vielleicht verdient hätte. Es ist heute einfacher denn je, Material einzuspielen und es einer breiten Masse zugänglich zu machen. Früher hat man sich Demokasetten per Post hin und her geschickt und heute bewegt man sich rasant auf der Datenautobahn, und versucht sein Zeug bekannt zu machen. Einerseits natürlich eine Entwicklung die auch wir uns zu Nutzen machen, andererseits wird es dadurch auch immer schwerer sich durchzusetzen und zu erreichen, das die Leute den Namen deiner Band auch im Kopf behalten und intensiv verfolgen was man so treibt. Bezogen auf unseren Landkreis, bedeutet das im Prinzip nichts Anderes. Wir haben hier einige echt gute und vielversprechende Bands, die sich auch ausserhalb unseres Kreises Bedeutung verschafft haben, aber das ist auch nur ein kleiner Teil von denen die sich zum Beispiel in Eurem Katalog tummeln.

Viele Namen sind mir zwar geläufig, aber ich könnte Dir nicht auf Anhieb sagen, was die Kollegen für eine Musik fabrizieren, oder ob sie hörenswert sind, oder auch nicht. Ist etwas unüberschaubarer geworden in letzter Zeit. Früher gab es hier in der Ecke 10 oder 15 Bands, die im Ansatz deinen Geschmack abdeckten und von denen Du 5 zu Deinen Faves zählen konntest. Da war es auch egal wenn Kapellen wie Deterrent, Morbus und wie sie alle hiessen, 10 mal im Jahr im benachbarten Jugendzentrum gespielt haben. Wir sind trotzdem hingepilgert und haben die Kollegen abgefeiert. Die Shows in Bramsche oder Gm-Hütte waren grundsätzlich gut besucht. Jetzt muss der geneigte Fan quasi schon eine Münze werfen um zu entscheiden, welchen von den 5 Gigs die dieses Wochenende im Umkreis von 50 Kilomtern stattfinden, er besucht. Manchmal überkommt mich ein kleiner Overload und es fällt mir schwer Sachen rauszufiltern, die für mich interessant sein könnten. Das war früher einfacher, irgendwie. Zumindest empfinde ich es so.

Die Medaille hat also immer zwei Seiten und ich bin gespannt wie sich das hier so in den nächsten Jahren entwickelt.

OM: Folgende Situation: Ihr bekommt einen Plattenvertrag mit einem großen Label und werdet über Nacht reich. Was tut Ihr?

Purid: Als erstes Mal ne Platte aufnehmen, hm? Eine oder 2 Touren, wären auch schön mit Machine Head oder so. Naja und die Kohle investieren wir in Kokain, das wir mit Backpulver strecken und dann für den dreifachen Kurs verticken. Wenn schon reich, dann muss auch noch mehr kommen, haha.

Du merkst vielleicht, dass es mir schwer fällt diese Frage seriös zu beantworten, weil ich sie auch nicht als Solches interpretiere. Einen Deal mit einem etablierten Label einzutüten bedeutet nicht auch gleichzeitig, dass Du Dir keine Gedanken mehr darüber machen musst, wie Du das Darlehen für Dein Eigenheim abbezahlst und woher Du die Kröten bekommst um den Kühlschrank zu füllen. Das Label will den Vorschuss, den es Dir gezahlt hat, auch zurückbekommen.

Und wenn Du dann auf dem Markt nicht entsprechend funktionierst und die Kohle nicht wieder reinbringst, bist du schneller als du Scheisse schreien kannst, wieder weg vom Fenster und lebst von Hartz IV. Die Vorstellung über Nacht reich zu werden ist also utopisch, insofern mache ich mir auch keine Gedanken darüber, was wäre wenn.

OM: Wo seht ihr die Band in 5 Jahren?

Purid: Hey, ich kann Dir noch nicht mal eine Prognose für die nächsten zwei Jahre geben und du fragst mich danach, was in 5 Jahren ist? Wir hoffen das wir Gelegenheiten bekommen, zu beweisen das man weder Kutte noch Baggypants braucht um gute Musik zu schreiben und wir möchten Gigs spielen die gut besucht sind. Einen Deal vielleicht, einen Vertrieb der gute Arbeit leistet. Zukunftsmusik die sich vielleicht sogar im Ansatz realisieren lässt, aber auf die wir uns nicht versteiffen. Wir haben auf jeden Fall die Motivation die ganze Geschichte weiter auszubauen, aber es gibt keinen Masterplan, um ein etwaiges Karriereziel zu erreichen.

Et kütt wie et kütt, wie der Kölner so schön zu sagen pflegt. Entweder es gelingt uns den ein oder anderen Schritt nach vorne zu machen, wenn man uns lässt, oder eben nicht. In erster Linie muss es uns Spass machen und solang diese Grundvoraussetzung gegeben ist, kann es auch sein, das wir mit 50 die RTN, die dann mittlerweile die Grössenordnung vom Rock am Ring erreicht hat, headlinen, haha.

OM: Vielen Dank für das Interview!

Purid: Jo, Danke auch an Dich bzw. OsnaMetal im Allgemeinen.

Cya in the Pit!!