Die deutsch-französische Konstellation LaminiusX kennt sich bereits aus Schulzeiten wo sie vor 17 Jahren als Band anfingen. Anlässlich des neuen Albums „Vitamin“, was am 26.11.10 ofiziell erscheinen wird, traf ich Timmi Wolff zum Interview um Fragen über dies und andere Themen zu klären.


OM: Hallo erstmal, wie geht es dir heute?

Timmi: Wunderbar, naja noch ein bisschen angeschlagen, aber das ist grad rückläufig.

OM: Dann stell dich den Osnametal.de Lesern doch bitte einmal vor, wer bist du, bzw. die Band und wie seid ihr darauf gekommen zusammen Musik zu machen?

Timmi: Ich bin Timmi Wolf und spiele in der Band LaminusX. Musik mache ich seit ungefähr 17 Jahren. Das ganze hat damals als Schulband angefangen als ich in der Schule Nesko kennen gelernt habe und mit ihm Musik und erste Projekte gemacht habe. Später ist mein Bruder Stephan, der erst sozusagen nur Gastmusiker war, festes Mitglied bei uns geworden und seit 2006 machen wir halt LaminiusX.

OM: Wie kam euer Bandname denn überhaupt zustande?

Timmi: Also wir hatten früher einen anderen Namen, und bei LaminiusX wollten wir halt einen Namen haben der am besten nichts bedeutet, sodass man sich nicht hinterher darüber ärgert dass man ihn gewählt hat. Und dann haben wir ein bisschen rumgesucht und irgendwelche lateinischen Wörter zusammen gebastelt und da ist das dann raus entstanden.

OM: Ihr bringt ja demnächst ein neues Album raus, was kannst du mir im Vorfeld dazu erzählen?

Timmi: Neuer Sound! Also, viel hochwertigerer Sound als vorher. Wir haben viel daran gearbeitet, das ganze Album verfolgt einen deutlichen roten Faden, es ist einfach aus einem Guss. Wir haben uns trotzdem bemüht LaminiusX zu bleiben und uns nicht zu verändern, da bei diesem Album auch viel mehr Leute mitgewirkt haben als bei „One Man Show“. Auch von den Sprachen her ist dieses Album anders, Englisch wollten wir eigentlich ganz raus lassen, was leider nicht geklappt hat, da wir da einen Text hatten den wir nicht mehr umbauen konnten. Aber wir haben den größten Teil in deutsch und französisch gemacht, da wir auch in Frankreich super viel gemacht haben und den Leuten da dann auch die französischen Texte anbieten wollen, obwohl deutsch dort auch sehr gut ankommt. Und vom Gesang her wechseln Nesko und ich uns auch viel mehr ab als vorher. Also es ist mehr ein Ganzes als vorher.

OM: Wie würdest du den Stil des Albums beschreiben?

Timmi: Hm das ist immer ganz schwierig bei uns zu sagen, dass sagen zwar alle Bands aber wir finden wirklich kein Genre für unsere Musik. Am ehesten könnte man wohl etwas angedarkter Alternative sagen. Aber auf keinen Fall Gothic, nur etwas angedarkt eben!

OM: Und habt ihr auch weiterhin vor diesem Stil treu zu bleiben oder wollt ihr den nochmal verändern?

Timmi: Kommt drauf an, also, wir machen das eigentlich so wie wir grade Lust haben aber dass was wir gerade machen finden wir auch vom Stil her gut. Das ist ein recht harter Untergrund vom Sound her und melodischer Gesang drüber. Es wird wenig geschrien, viel gesungen und das haben wir die ganze Zeit gesucht. Wenn wir mal Lust haben was anderes zu machen, z.B. mal einen Sprechtext, dann werden wir das denke ich auch mal machen aber wir sind recht stolz was aus dem Album geworden ist und daher werden wir dem erstmal treu bleiben.

OM: Habt ihr denn musikalische Vorbilder, die diesen Stil beeinflussen?

Timmi: Vorbilder ja, aber vielleicht könnte man besser sagen wir hatten früher Vorbilder und heute versucht man einfach mal wenn man etwas hört und gut findet das umzusetzen, zu nutzen oder einzubauen aber so richtige Vorbilder oder Bands die man so gut findet das man sie abkopieren möchte haben wir nicht.

OM: Wie liefen denn überhaupt die Aufnahmen zu dem Album?

Timmi: Wir haben einen kompletten Monat in Götting verbracht, also auch dort gewohnt. Wir hatten vorab schonmal zwei Wochen eine Vorproduktion gemacht, wo wir dann sozusagen die Sachen die wir schon fertig hatten umarangiert haben und uns dann nochmal ungefähr zwei Monaten zuhause mit der Musik beschäftigt haben. Die Aufnahmen in Götting waren super anstrengend,weil die Arbeit diesmal eine andere war. Sie war viel länger und intensiver und teilweise haben wir uns da richtig heftig mit Leuten gestritten die andere Ansichten hatten, wenn man was unbedingt drin haben wollte und andere nicht und umgekehrt, das war dann zum Beispiel auch bei „Meins“ der Fall mit dem Text. Darum war es schon sehr anstrengend sich da einen Monat auf der Pelle zu sitzen.

OM: Hast du denn einen persönlichen Lieblingssong von dem Album oder habt ihr sogar einen gemeinsamen?

Timmi: Also „Meins“ ist schon ein sehr sehr guter Song, aber ich persönlich habe da noch einen anderen Lieblingssong, den ich noch besser. Eigentlich ist alles geil geworden aber es gibt da noch zwei, drei andere Songs die ich selber wenn ich die Platte höre noch lieber anhöre. Es ist aber auch immer die Sache wieviel man selber an Lyrik beigesteuert hat, dann verbindet man das mit der Platte natürlich anders als z.B. der Bassist oder der Gitarrist oder so. Und man ist auch überhaupt nicht neutral wenn man das hört.

OM: Generell nehmt ihr in euren Songs ja kein Blatt in den Mund. Was wollt ihr mit eurer Musik vermitteln oder sogar erreichen?

Timmi: Vermitteln und erreichen wollen wir eigentlich garnichts. Letzendlich ist vieles von dem was man kritisiert und was einem auffällt erstmal ne Ansicht und was schön wäre, wenn es Leute gibt die sich damit identifizieren und das für sich selber auch als Sprachrohl benutzen können oder auch jemanden damit zum Nachdenken anregen. Aber es ist nicht unsere Aufgabe und auch nicht unser Ziel Leute zu sagen, ihr macht alles falsch, verändert euch. Es ist einfach nur eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation und was man daraus beobachtet. Nesko wohnt ja garnicht hier, der wohnt in Marseille und ist öfter mal in Bosnien, hat da auch den Krieg erlebt und dadurch kommen da auch andere Faktoren rein. Dadurch ist es auch Bandintern manchmal so, dass wir zwar im Grunde dieselbe Ansicht haben, aber dass Nesko z.B. wenn wir über Europa diskutieren einige Sachen anders sieht, weil er in Bosnien seine Freundin hat und die hat jetzt z.B. eine Visumablehnung bekommen und dann ist er auf Europa natürlich ein bisschen anders zu sprechen als ich. Von daher ist da die Frage ob man andere Leute mit der Musik beeinflussen will offen.

OM: Vorallem in eurer neuen Single geht es in den ersten Zeilen recht resigniert zu. Seid ihr wirklich der Meinug, dass es keine Gerechtigkeit oder Gleichberechtigung mehr gibt und was stört euch konkret an unserer Gesellschaft?

Timmi: Also es ist ja in unserer Gesellschaft quasi so dass keine Gerechtigkeit mehr existiert. Das kann man zum Beispiel sehen wo es jetzt um die Atomstromdiskussion geht, da haben etliche Kommunen in erneuerbare Energien investiert von unseren Steuergeldern, von unserer Kohle, und dann regen sich die großen Energiekonzerne auf weil sie sich selber durch Atomkraft Millionen ersparen können, werden damit eventuell sogar durchkommen und die Allgemeinheit leidet darunter. Da stellt sich natürlich die Frage, was ist daran gerecht? Oder, der G8- Gipfel in Heiligendamm, der hat mir auch die Augen geöffnet. Da sind hochrangige Musiker und Politiker auf die Straße gegangen und haben demonstriert und die Medien haben das schlecht gemacht, weil die die Macht dazu haben. Und es ist nichts passiert, das Ergebnis ist eine Frechheit, gerade für die Dritte Welt und für den Umweltschutz, unseren Lebensraum. Und da kann ich verstehen wenn Leute sagen, warum soll ich überhaupt was kritisieren und mich einbringen, wenn sich sowieso nichts verändert. Und das ist ja der Punkt.

OM: Also das sind alles persönliche Erfahrungen und Meinungen, die ihr in euren Songs verarbeitet?

Timmi: Ja, definitiv.

OM: Und du schreibst bei euch die Texte oder macht ihr das zusammen?

Timmi: Jetzt auf dem Album haben wir alle Texte geschrieben, viele sind von Nesko, aber wir setzen uns danach immer zusammen und ändern viel um.

OM: Habt ihr auch eine Tour zum neuen Album geplant?

Timmi: Es sind schon einige Termine geplant aber das wird natürlich auch noch erweitert und Anfang des Jahres wollen wir auch wieder nach Frankreich gehen.

Aber natürlich, wie ihr sicherlich auch schon wisst (grinst) werden wir unsere offizielle CD-Release Party am 12.11.10 im Osnabrücker „Rosenhof“ feiern!

OM: Ah ja stimmt, ich hab das was leuten hören! Für alle Fans in diesem Zusammenhang nochmal der Hinweis auf das Event: HIER gibt es alle Infos!

Aber nun weiter im Text und Schluss mit der Eigen-Werbung! Kannst du denn das Gefühl beschreiben wenn du auf der Bühne stehst?

Timmi: Das kommt immer drauf an wo man spielt und wieviele Leute da sind und was die machen. Das ist dann geil, besser als Sex. Das ist ja auch der Grund warum man das Ganze macht. Einmal bei einem ausverkauften Konzert in Frankreich hat das Publikum all unsere Texte mitgesungen, das war tierisch. Es kann natürlich auch mal passieren das man vor wenig Leuten spielt, dann macht das nicht ganz so viel Spaß.

OM: Daran schließt sich dann auch gleich die nächste Frage an, und zwar wie du gerade schon erwähnt hast habt ihr 2008 und 2009 schon ausverkaufte Konzerte in Paris gespielt und, was ich persönlich auch sehr interessant finde, eure Songtexte wurden in französischen Schulen im Unterricht interpretiert. Was sind eure nächsten Ziele?

Timmi: Also auf jeden Fall, dass wir in Frankreich noch mehr machen, dass das da weiter läuft und den Erfolg würden wir dann gerne auch auf andere Länder übertragen, Bosnien ist geplant, Russland war auch mal im Gespräch und in Deutschland würden wir das auch gerne machen. Das wär ein großes Ziel und da dann auch natürlich einen guten Vertrieb zu haben, dass die Platte da genauso wie hier in allen Läden steht. Darum geht es uns vorallem.

OM: Jetzt zu was mehr oder weniger aktuellem, du hast sicher auch von den Vorfällen bei der Loveparade gehört. Was ist deine Meinung zu dem Thema?

Timmi: Ich hab schon spaßeshalber gesagt, dass das beim Metalfestival nicht passiert wär, da wären die Leute oben raus gehoben worden. Also, was mich am allermeisten daran stört ist das Verhalten des Bürgermeisters. Der wollte sich die Kohle in die Stadt holen und hat da etliche Vorgaben geblockt die da vorher angetragen worden sind. Und der tritt ja jetzt nur nicht zurück, damit er abgewählt werden und seine Rentenansprüche gelten machen kann. Und da muss man sich überlegen, dass da Menschen ums Leben gekommen sind und dass da jetzt keine Verantwortung übernommen wird. Und was ich auch unglaublich finde ist, dass sich die Bundeskanzlerin da garnicht einschaltet. Wahrscheinlich, weil sie selbst CDU Politikerin ist. Und da frage ich mich wirklich, wie kann das sein?

OM: Hast du das persönlich denn auch schon einmal erlebt, dass es bei einem von euren Konzerten brenzlih wurde?

Timmi: Nein, das ist bei uns noch nicht der Fall gewesen.

OM: Wer bekommt denn bei auch die meiste weibliche Aufmerksamkeit?

Timmi: Das ist unterschiedlich, ich würde mal behaupten, Nesko. Aber in Frankreich wars bei mir auch nicht schlecht (grinst).

OM: Habt ihr denn generell mehr weibliche oder männliche Fans?

Timmi: Was ich bisher so erkennen konnte ist das ziemlich gemischt, vom Geschlecht wie vom Alter her. Das geht so im jugendlichen Alter los, die meisten sind wohl so zwischen 20 und 35.

OM: Unser Interview neigt sich dem Ende zu, willst du euren Fans oder den Lesern zum Abschluss noch was sagen?

Timmi: Ja, kauft euch die Platte! (lacht) Die ist der Hammer, auf jeden Fall mal reinhören. Wir freuen uns auf regen Zuspruch.

OM: Dann bedanke ich mich, dass du dir die Zeit genommen hast.

Timmi: Ja, gerne! Wir sehen uns am 12.11.! 😉

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