Bei den Münsteranern Misery Speaks hat sich in letzter Zeit einiges getan: Neues Album, neuer Frontmann, neuer Produzent. Grund genug für unsere Redakteurin Susanna die Band mit ihren Fragen zu löchern.


OM: Ich freue mich, dass ich euch einige Fragen stellen darf. Bei euch hat sich viel getan. Neues Album, neuer Frontman, neuer Produzent. Wie geht es euch bei den vielen Neuerungen?

Misery Speaks: Hey, erstmal danke für das Interesse. Ja bei uns hat sich einiges getan in letzter Zeit. Für uns war das auch etwas völlig Neues und anfangs auch sehr ungewohnt. Ein Sängerwechsel ist ja etwas, was einer Band ein völlig neues Klangbild verschafft. Aber wir fühlen uns sehr wohl in dieser Situation. Wir mussten uns beim schreiben der Platte natürlich erstmal auf diese neue Situation einstellen, da Przemek ja eine völlig andere Stimmfarbe hat als Claus und sich das natürlich auch auf die Songs auswirkt. Am Songwritingprozess hat sich allerdings nichts geändert. Wir haben genau wie sonst auch immer unsere Ideen gesammelt und daraus die Songs gebastelt und diese zusammen mit allen im Proberaum fertig gestellt. Danach haben wir dann den Gesang auf den jeweiligen Song zugeschnitten. Wir wollten die neue Platte von Anfang an etwas rockiger auslegen und da passt die Stimme von Przemek einfach super zu. Wir haben uns für Jonas Kjellgren als Produzenten entscheiden, weil wir einfach mal einen Studiowechsel vornehmen wollten um der ganzen Sache ein neues Klangbild zu geben. Wir fanden die Platten, die er bisher aufgenommen hat, vom Sound her einfach echt cool. Ein weiterer Punkt der für ihn sprach war, dass er sehr flexibel ist, was den Sound angeht- er hat noch keinen festgefahrenen Sound- alle seine Platten klingen unterscheidlich.

OM: „Disciples Of Doom“, euer drittes Album, erscheint am 24.04.2009. Ihr habt die komplette Scheibe in Pärlby, Schweden, aufgenommen und euer Produzent war Jonas Kjellgren (Sonic Syndice, ‚Scar Symmetry, The Abscence etc.). Wie verlief die Zusammenarbeit im kalten Schweden?

Misery Speaks: Jonas ist ein unglaublich witziger, ich kann schon fast sagen total wahnsinniger, Typ, der aber dennoch sehr professionell arbeitet. Er hat ein unglaublich gutes Gehör für geile Sounds und kleine Spielereien, die die Songs aufwerten. Abgesehen davon ist er ein tierisch guter Gitarrist, der uns richtig in den Hintern getreten hat, damit alles so tight wird, wie wir und er es haben wollten. Wir hatten echt unglaublich viel Spass während der Aufnahmen, haben ziemlich viel Scheisse gelabert..haha. Jonas liegt in der Hinsicht voll auf unserer Wellenlänge. Ich kam mir echt manchmal vor wie auf einer Klassenfahrt mit lauter 15 jährigen..haha. Also genau unser Ding!!!

OM: Soundtechnisch habt ihr euch von dem typischen Schwedensound ein wenig distanziert und hattet einen musikalischen Exkurs in den Süden der Vereinigten Staaten. Wie kommt es zu diesen groovigen Einfluessen?

Misery Speaks: Unsere beiden vorherigen Platten waren beide von vorne bis hinten nur Geballer, fast nur schnelle Songs mit Blast und den typisch schwedischen Offbeats. Dazwischen hatten wir aber immer schon groovige Parts und diese haben wir auf der neuen Platte verstärkt eingesetzt. Wir wollten dieses mal einfach etwas mehr Abwechslung als immer nur höher, schneller, weiter..haha. Der hohe Rockfaktor der neuen Platte kommt einfach daher, dass wir alle absolut auf Hardrock stehen und unsere Vorliebe dafür auf der Platte unterbringen wollten. Auch stimmlich hatten wir diesmal einfach mehr Möglichkeiten – Claus hat eine astreine Death Metal Stimme, wohingegen Przemek ein etwas weiteres Spektrum hat. Der hat von Death Metal bis zu rockigen Shouts alles drauf…da konnten wir schön experimentieren. Wir haben auch bewusst auf sämtliche Trigger verzichtet, weil wir einen organischen warmen Sound haben wollten und nicht so steril klingen wollten. Als Jonas uns gesagt hat, das er eigentlich sowieso nie etwas triggert, waren wir natürlich begeistert. Auch bei den Gitarren haben wir uns für einen etwas rockigeren Sound mit wenig Verzerrung entscheiden. Wir hatten da soundtechnisch die selben Vorstellungen.

OM: Euer Neuzugang am Mikro, Przmek Golomb, hat 2008 schon einige Festival mitgenommen (With Full Force, Summerbreeze, Metalcamp) und somit die Feuerprobe überstanden. Wie fühlt ihr euch, mit der gesanglichen Frische?

Misery Speaks: Ja, das war bestimmt nicht leicht für ihn als neuen Sänger direkt die ganz grossen Festivals zu spielen, aber wir sind sehr zufrieden damit wie er die Shows gemeistert hat. Anfangs war es natürlich sehr ungewohnt für uns mit einem neuen Sänger auf der Bühne zu stehen, da Claus ja gut 8 Jahre bei uns war und viele Shows mit uns gespielt hat. Aber wir haben uns sehr schnell an Przemek gewöhnt und es macht einfach sehr viel Spass mit ihm auf der Bühne. Wir kommen auch super miteinander klar – Er ist auch ähnlich bescheuert wie wir und macht noch beschissenere Witze als wir, und das will schon was heissen..haha.

OM: Wenn ihr eure neue Platte mit fünf Worten beschreiben müsstet, welche wären es?

Misery Speaks: 1. düster 2. ehrlich 3. angepisst 4. selbstbewusst 5. vielseitig

OM: Wer hatte die Idee für die Texte und was wollt ihr mit „Disciples Of Doom“ („Den Anhängern/Jüngern des Todes/der Verdammnis“) vermitteln? Denn Titel wie: „The Burning Path”, “Obsessed”,”Fragile”, suggerieren Pessimismus, Zerbrechlichkeit und Morbidität.

Misery Speaks: Die Texte auf der Platte wurden von diversen Bandmitgliedern geschrieben. 3 Texte sind von Przemek, 3 von Janosch, 1 von Martin und 2 von mir. Die Texte von Przemek sind allesamt sehr persönlich, da passt ein Titel wie „fragile“ schon sehr gut. In „obsessed“ , den Martin geschrieben hat, geht es einfach um die Liebe zum Metal und wie die Musik das Leben von uns allen verändert hat- also ein sehr positiver Text. In „ the burning path“ geht es im Prinzip um die Band an sich. Es geht darum das wir das Feuer im Herzen spüren und einem Pfad folgen um unsere Träume zu verwirklichen, eben dem burning path. Wir haben uns für den Titel „Disciples of doom“ entschieden, weil wir etwas griffiges haben wollten, was aber auch mächtig klingen soll. Der Titel ist natürlich etwas überspitzt und mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Allerdings steckt natürlich auch etwas wahres in ihm, was sich auf die Band übertragen lässt. Metal oder Rockmusik an sich wurde ja früher eher als „satanisch“ und böse angesehen. Natürlich ist das heute alles viel entspannter…aber da wir ja als Band und auch als Fans ein Teil der Musik sind und auch für die Musik leben fanden wir das sehr passend. Es steht quasi dafür das wir alle Jünger der Verdammnis sind weil unsere grösste Liebe die Musik ist. Ich denke dieses düstere Feeling kommt eher durch die Musik als durch die Texte. Die Hälfte der Texte ist eigentlich sehr positiv zu verstehen.

OM: Habt ihr einen Favoriten auf der Platte?

Misery Speaks: In diesem Fall kann ich natürlich nur für mich sprechen. Ich denke mein Favorit auf der Platte ist der Titelsong, weil er ziemlich wuchtig und heavy ist, aber gleichzeitig auch düster. Er hebt sich etwas von den Sachen die wir sonst gemacht haben ab, weil er sehr schleppend daher kommt und nicht nur schnell ist. Ich finde der Song baut eine spezielle Atmosphäre auf.

OM: Mit der Veröffentlichung eurer Scheibe, stehen sicherlich einige Konzerte und Festivals an. Wo wird es euch hinführen?

Misery Speaks: Also bisher sind wir für ein paar Festivals bestätigt. Z.b. für das Summer Nights Festival, das Legacy Fest und das Metalinvasion Festival. Die ganz grossen werden wir wohl dieses Jahr nicht spielen, da wir ja letztes Jahr schon so ziemlich alles in der Hinsicht mitgenommen haben und man ja eher selten zweimal in Folge für das gleiche Festival gebucht wird…wenn man nicht grade Volbeat heisst..haha. Wir werden natürlich eine Record Release Show für die neue Platte spielen. Diese wird am 2.5. in unserer Heimatstadt Münster stattfinden. Desweiteren werden wir natürlich so viele Shows wie möglich und hoffentlich auch eine oder mehrere Touren spielen.

OM: Ein Highlight des Jahres ist auf jedenfall euer neues Album, welche Ziele und Erwartungen habt ihr des Weiteren für 2009?

Misery Speaks: Natürlich hoffen wir, das „disciples of doom“ bei den Leuten trotz der kleinen Soundveränderung gut ankommt. Wie oben schon gesagt möchten wir das Album natürlich auch ausgiebig live präsentieren. Desweiteren werden wir einfach so weiter machen wie bisher.

OM: Jetzt habt ihr die Möglichkeit etwas an eure Fans und unsere Leser zu richten. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für mich genommen habt. Ich wünsche euch ein erfolgreiches Jahr!

Misery Speaks: Erstmal danke dafür!!!! Was ich gerne an die Leute richten würde: Checkt unser neues Album „disciples of doom“ aus und besucht fleissig Konzerte, kommt zu uns und macht einfach Party mit uns. Wir freuen uns über jedes Gespräch. Und natürlich: METAL UP YOUR ASS!!!

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