Nach 21 Jahren turbulenter Bandgeschichte und ihrem neuen Release „Manticore & Other Horrors“ begab sich die Gothic-Extreme Metal Größe Cradle Of Filth aus England jetzt auf eine Europa Tour. Mit ihrer Musik und ihrem Auftreten wussten die Briten schon immer, wie sie sich von anderen Bands unterscheiden und die Meute schocken können. Bekannt sind sie auch für die außergewöhnlichen Vocals ihres Frontmannes Dani Filth.


Wir durften die Band am 9. November im „Hyde Park“ zu Osnabrück begrüßen und ein Interview mit Paul Allender, seines Zeichens Gitarrist, führen.

OM: Hey Paul! Vielen Dank für deine Zeit so kurz vor dem Gig und zuerst die obligatorische Frage: Wie fühlt es sich an, wieder in Deutschland zu sein?

Paul: Gut, denn ich mag Deutschland. Wir waren vor einiger Zeit in Berlin, wo wir uns durch einige Presseveranstaltungen gekämpft haben, außerdem waren wir auf dem diesjährigen Wacken Open Air. Also sind wir schon mit dem Land vertraut.

OM: Habt ihr schon irgendetwas von Osnabrück gesehen oder ist diese Stadt nur eine weitere Durchreise?

Paul: Leider sind wir hier nur auf der Durchreise und sehen nicht mehr als die Konzert Location, das passiert aber häufig auf einer Tour.

OM: Warum habt ihr euch dafür entschieden, das „Manticore & Other Horrors“ Album musikalisch anders zu gestalten, als eure letzten beiden Werke?

Paul: Die beiden letzten Alben hörten sich für uns total gleich an, also wollten wir nicht, dass dies noch einmal passiert. Nach einer Pause, in der wir viele von unseren alten Sachen gehört hatten, wollte ich all dies zurück bringen, zum Beispiel die Punk Einflüsse der damaligen Riffs. Wir wollten uns so anhören wie früher.

OM: Warum habt ihr eure Riffs denn gerade auf Punk spezialisiert?

Paul: Es ist nicht wirklich Punk, sondern einfach das Punk-Feeling. Riffs, die dir direkt ins Gesicht schlagen, ich mag diese Art von Songwriting. Es ist richtig toll, wieder dreckig und aggressiv zu klingen und nicht mehr so glatt poliert, wie auf den letzten beiden Scheiben.

OM: Viele Leute zerreissen sich in letzter Zeit das Maul über Danis Vocals. Wie denkst du darüber?

Paul: Ich persönlich denke, sie sind viel besser als früher. Also einige Dinge mussten wir ganz klar verändern, da wir alle nun auch schon einen Tag älter sind. Wir haben uns weiterentwickelt und das hört man auch, dennoch finde ich Danis Vocals immer noch bewundernswert.

OM: Warum habt ihr die persische Figur „Manticore“ als den Haupt-Repräsentanten eures Albums gewählt?

Paul: Oh, eigentlich ist dies nur ein weiteres Monster, wie die auf dem Rest des Albums. Wir mussten eben ein Thema für das Cover auswählen.

OM: Euer neuestes Video „Frost On Her Pillow“ trägt einige dunkle, sexuelle Themen in sich und erinnert mich an Märchen, wie „Dornröschen“ oder „Rotkäppchen“. Besteht eine Verbindung zu den Geschichten oder was genau wollt ihr uns mit dem Video erzählen?

Paul: Ja, es passt zu diesen und anderen Märchen und das ist auch so gewollt. Wir haben uns die Idee der Frau im Glassarg eigentlich von Rammstein geholt, denn sie hatten in einem ihrer Videos ein ähnliches Thema. („Sonne“, Album „Mutter“, 2001, Anmd. d. Red.)

OM: Und ihr habt eine neue Frau am Keyboard: Caroline. Wird sie ein festes Mitglied sein? Wie seid ihr auf sie gekommen?

Paul: Nein, sie wird uns nur auf Gigs begleiten und live mit uns spielen. Sie ist quasi ein Session Mitglied. Ein Bekannter hatte uns empfohlen, sie mal einzuladen und seitdem hilft sie uns auf der Bühne mit dem Keyboard und als weibliche Stimme. Den Kern der Band als feste Mitglieder bilden nur Dani (Vocals), Martin(Drums) und ich.

OM: Glaubst du, dass heutzutage eure Musik und euer Auftreten immer noch provozieren kann, wenn es doch schon so viele Subgenres und Bands gibt?

Paul: Ich denke, dass wir auf jeden Fall konstant versucht haben jedes Album anders zu gestalten und das neue unterscheidet sich da drastisch von den vorherigen. Es ist richtig, dass schon tausende Bands existieren, allerdings haben wir niemals das getan, was die Leute von uns erwartet haben, sondern immer etwas Ungewöhnliches. Wir distanzieren uns dabei nicht zu weit von unserem Stil, aber machen es eben jedesmal anders. Dabei hoffen wir natürlich, dass unsere Musik den Fans und allen anderen weiterhin gefällt.

OM: Wie steht es deiner Meinung nach mit Newcomer Bands im Metal Genre? Haben die überhaupt nocht eine Chance, einen nachhaltenden Eindruck zu hinterlassen?

Paul: Schon, nur wird es viel mehr Arbeit und Anstrengungen bedeuten als früher. Damals war es bei uns viel einfacher, wir spielten mal hier und mal da irgendwelche Konzerte. Heute, im Zeitalter des Internets kann sich wirklich jeder online präsentieren und da wird es schon ziemlich schwierig, dir einen Namen zu machen. Es ist total simpel, heutzutage eine CD nebenbei zu veröffentlichen. Man muss eben etwas ganz besonderes und außergewöhnliches haben. Bei den ganzen Minor Labels und Bands ist man schnell oben und auch schnell wieder unten.

OM: Wie seid ihr auf euer jetziges Label „Peaceville“ gekommen?

Paul: Wir hatten schon immer eine gute Connection zu Peaceville und den Besitzern, denn wir kannten sie schon seit den Anfängen der Band. Andere Labels hatten keine angemessenen Deals für uns, Peaceville war eben das mit den geeigneten Konditionen.

OM: Vielen Dank für deine Zeit, Paul. Dann habt einen guten Gig in Osnabrück! Seid ihr überhaupt noch jemals aufgeregt, bevor ihr auf die Bühne geht?

Paul: Ach nein. Als wir noch sehr jung waren, waren wir richtig aufgeregt und zitterten teilweise heftig. Heute ist es eine ganz normale Routine geworden. Außerdem sind wir noch sehr fit, denn dieser ist der erste Gig der Tour, in ein paar Wochen werden wir schon sehr gerädert vom Tourbus sein.

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