Exquisiten, abwechslungsreichen Todesmetall aus dem südniedersächsischen Balkan bieten The Atmosfear. Frontheros Olle Holzschneider resp. Halsschneider gab schriftlich Auskunft, für alle wissenden und unwissenden OsnaMetal.de-Leser.


OM: Hallo Jungs! Erstmal vielen Dank für eure Zeit. Stellt euch doch den Lesern, die euch noch nicht kennen sollten, erst einmal obligatorisch vor.

Olle (The Atmosfear): Hi Ingo, also ich bin Olle und mache die Vocals bei The ATMOSFEAR. Wir machen Death Metal – allerdings lassen wir uns dabei nicht in Grenzen weisen. Geiles Riffing zum Moshen, Groove, Brutalität, melancholische Klänge, das alles und mehr findest du in unseren Songs. In einem unserer neuesten Songs sogar orientalische Klänge…ich empfehle unsere Seite www.the-atmosfear.de. Wir stammen übrigens aus Südniedersachsen. Unser Proberaum ist in der Nähe von Göttingen, aber wir starten jeweils aus Hannover, Holzminden, Osterode und Bovenden und Göttingen um uns zu treffen.

OM: Ihr lärmt bereits seit 1995, wenn ich mich nicht irre. Seid durch diverse Eigenproduktionen aufgefallen, um 2005 schließlich “Lost Pain”, über das Underground-Label DarkBound, zu veröffentlichen. Die neue Scheibe “The World Is Grey” ist so neu nicht, war bereits als Eigenproduktion im Umlauf. Nun gibt es das Ganze doch wieder auf DarkBound?

Olle: Naja, das mit der Labelarbeit is‘ immer so ’ne Sache, letztendlich sind wir immer auf uns selbst gestellt. DarkBound ist ein Underground-Supporter. Wir haben uns schon seit Jahren nicht darum gekümmert einen Deal mit einem professionell ausgerichteten Label zu bekommen. Nach unserer ersten Scheibe “Shadow In Your Dreams” anno 1997 bekamen wir Post von Nuclear Blast und Century Media. Die waren durch Reviews in diversen Fanzines auf uns aufmerksam geworden, ohne das wir was hingeschickt haben. Aber ’nen Deal haben wir nie mit irgendjemanden unterschrieben. Außer halt ’nen Kooperationsvertrag mit DarkBound.

OM:Wie kam es zu der langen Veröffentlichungspause? Habt ihr dennoch seit “Lost Pain” kontinuierlich weitergeprügelt oder bettete sich das Atmosthier zu einem vorübergehenden Winterschlaf?

Olle: Wir haben weitergeprügelt. Unsere personelle Aufstellung war zwischenzeitlich etwas außer den Rahmen gelaufen, so dass wir ein paar Jahre lang zu viert Mucke gemacht haben. Nur mit einer Gitarre. So haben wir z.B. auch auf dem FUCK THE COMMERCE Open Air gespielt. Und ’nen Haufen Einzelgings in den verschiedenen Gegenden von Deutschland. Wir waren lange zu viert zufrieden. Jedenfalls haben wir uns darauf konzentriert Spaß zu haben und uns Zeit genommen um ein neues Album zusammen zu schustern. Wir hatten ja keinen Druck von irgendeiner Seite, und das neue Album sollte halt richtig geil werden. Da haben wir uns dann wieder ’nen zweiten Gitarristen gesucht.

OM: Insbesondere du, Träger des klangvollen Namens Olle Halsschneider, fährst für deine Wandlungsfähigkeit einiges Lob ein. Man kann allerdings auch wagen zu behaupten, dass man der Atmosfear’schen Instrumentalfraktion anhört, nicht erst seit Kurzem zu gniedeln und zu trommeln. Was euch nun befähigte, eure wohl abwechslungsreichste Arbeit abzuliefern. Wo liegen eurer Meinung nach die Qualitäten von “The World Is Grey”?

Olle: Hmm, im wesentlichen darin, dass unser Mucke sich nicht so schnell abnutzt und das sie den Anspruch hat, dass sich der Hörer etwas Zeit für die Abläufe nimmt. Das Album entfaltet seine wahre Wirkung erst so richtig, wenn man weiß worum es geht. Wir spielen gerne mit Stimmungen und verschiedenen Strukturen und so. Bei “The World Is Grey” handelt es sich um ein Konzept-Album, bei dem es zwischen allen Songs einen Zusammenhang gibt. Es spiegelt verschiedene Facetten wieder, die mit negativen Gefühlen im Zusammenhang stehen. Es gibt viele Tempiwechsel, Solis, brutale Riffs die sich mit Grooves und walzenden Gitarren abwechseln, unterschiedliche Gesangsfacetten, sogar Kirchenorgeln, die dezent im Hintergrund eingebaut wurden und von Andis Vater eingespielt wurden…auch nicht zu vergessen sind unsere Melodien.

Wir legen ganz einfach Wert darauf, dass wir abwechslungsreiche Songs schreiben, und erlauben uns von der Norm der Allgemeinheit, oder gesignten Bands, abzuweichen. Wir scheißen einfach darauf wie andere uns einschätzen. Es gibt immer wieder die Situatio,n dass unsere Mucke von den Leuten schwer beschrieben werden kann. Sie finden keine Schublade für uns. Dabei machen wir einfach nur Death Metal. Erwähnen muß ich vielleicht noch, dass meine Stimme und zahlreiche eingeschobene Akustik-Parts zu unseren Trademarks gezählt werden. Ich verbinde Growls, Keifen, Clean-Vocals zu einem Ganzen und versuche möglichst extrem, aber songdienlich zu singen.

OM: Mir liegen zwar keine Texte vor, aber Songtitel wie “Corruption” oder “Brutal World” lassen einige Unzufriedenheit mit dem Heimatplaneten vermuten. Könntet ihr die lyrische Intention sowie die Wahl des Albumtitels ein wenig erläutern?

Olle: Harharhar. Naja, mit dem Planeten selbst sind wir nicht unzufrieden. Aber wir sind nicht glücklich mit den Zuständen die innerhalb der menschlichen Gesellschaft herrschen. Da gibt es doch eine Menge Verbesserungswürdiges…im Prinzip geht es immer wieder um den Umgang der Menschen untereinander. Niemand ist perfekt. Es gibt viele Arschlöcher, die rücksichtslos ihre eigenen Interessen durchziehen, über Leichen und Meinungen anderer hinweggehen, habgierig und korrupt sind… Es gibt aber in unserer westlichen Gesellschaft auch ein hohes Maß an Orientierungslosigkeit und das Hinterherlaufen nach dem vermeintlich perfekten Glück. Im Prinzip sind es diese Stichworte, die regelmäßig meine Texte bestimmen. Der Titel des Albums ist in diesem Zusammenhang zu sehen.

OM: Auf der Atmosfear-Homepage sticht ein interessanter Willkommensgruß ins Auge. Klingt nach so etwas wie einer tiefer gehenden Bandphilosophie. Gibt es die?

Olle: Ja, die Erklärung ergibt sich vielleicht schon aus meinen zuvor gegeben Antworten, oder nicht?

OM: In diesem Jahr stehen noch zwei Highlights auf eurem Programm. Im Juni (tja, schon vorbei) eröffnet ihr für Obituary in Braunschweig, im November spielt ihr gemeinsam mit Master. Wie geht es danach weiter mit The Atmosfear?

Du hast vergessen zu erwähnen das wir am 1. Juni auf dem METALFEST in Dessau spielen (leider ebenso bereits gelaufen – Anm. des Redakteurs). Und zwar am Freitag um 16:30Uhr. Zwischendurch spielen wir diverse Einzelgigs in Hamburg, Leipzig, Kassel,…vor kurzem haben wir bei der Wacken Metal Battle gespielt. Es gibt noch so einige Anfragen und Angebote, die wir grade abklären. Parallel dazu sind wir grad beim Songwriting zu unserem nächsten Album. Am vergangenen Wochenende haben wir einen Video-Clip gedreht, der in den nächsten Monaten fertig sein und veröffentlicht wird. Und der wird richtig geil!

Auf alle Fälle werden in diesem Jahr eine ganze Reihe von Träumen wahr. Ich muß schon sagen, für uns ist es total cool mit unseren alten Idolen auf den gleichen Bühnen und Festivals spielen zu können. Das ist schon eine Ehre. Und ganz ehrlich: Wir freuen uns darüber! Daraufhin haben wir immer hingearbeitet und nun sind wir da angekommen wo wir hin wollten.

OM: Im Februar wurden die Renovierungsarbeiten am Proberaum abgeschlossen. Und wer eurer dortigen, obligatorischen Messe am heiligen Sonntag beiwohnen und den Umbau abnehmen wollte, war herzlich eingeladen. Gilt das Angebot noch? Und für wieviele Personen reicht das im renovierten Kühlschrank verstaute Atmosbeer?

Olle: Naja, wer Interesse hat kann sich gern bei uns melden. Die Menge an Biervorräten ist allerdings ganz unterschiedlich. Meistens sind die schnell aufgebraucht…harhar

OM: Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg bei den anstehenden Bühnenzerlegungen. Und wenn ihr noch etwas loswerden wollt, bitte!

Olle: Tja, den werden wir haben! Ich danke dir für deinen Support und ich empfehle jedem unsere Homepage zu besuchen. Den Kontakt für Gig-Anfragen findet ihr dort auch.Natürlich könnt ihr uns aber auch bei Facebook finden. Die myspace Seite wird momentan nicht aktuell gehalten. Geht lieber auf www.the-atmosfear.de. Wir sehen uns. Bis bald!

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