Einen seltenen und exotisch anmutenden Gast durfte das Osnabrücker Publikum im Januar dieses Jahres in der Hasestadt begrüßen; Zygnema aus Indien! Warum die Band so heisst wie sie heisst und warum der Auftritt in Osnabrück der geilste ihres Lebens war verraten sie im Interview mit OsnaMetal.de.

OM: Hi Jungs und danke, dass ihr euch Zeit für dieses Interview genommen habt! Zuallererst, könntet ihr euch einmal unseren Lesern vorstellen? Wer seid ihr, wann habt ihr Zygnema gegründet und warum?

Zygnema: Zygnema ist eine heavy/thrash groove Metal Band aus Mumbai in Indien. Im Dezember 2006 haben wir uns entschieden zusammen Musik zu machen: Jimmy (Vocals), Sidharth (Guitars), Ravi (Bass) and Mayank (Drums).

Interview mit Zygnema aus Indien vom 08.01.2011

Interview mit Zygnema aus Indien vom 08.01.2011

Wie kamt ihr auf den Namen „Zygnema“?

Zygnema: Nun, während meines (Sidharth) zweiten Jahrs im College hatte ich in Botanik dieses komplette Kapitel über eine Süßwasser-Alge, genannt ZYGNEMA. Diese freischwimmenden Algen sind für ihre vielseitigen Lebensformen bekannt. So dachte ich mir, dass der Name erstens ziemlich cool ist, und wir unter ihm unsere Vielseitigkeit vereinen können anstatt nur bei einem Genre zu bleiben. Wir können beim grooving härter bleiben, aber trotzdem noch mit anderen Methoden und Elementen arbeiten.

OM: Um auf euren Auftritt in Osnabrück zu sprechen zu kommen, hat es euch gefallen?

Zygnema: Ohh das war der beste Auftritt in unserem Leben. Die Leute in Osnabrück sind wirklich wundervoll und zeigten großes Interesse und Respekt für unsere Musik. Es ist wie ein Traum der sich für eine Band erfüllt, die das erste mal in einem fremden Land spielt.

 

OM: Könnt ihr das Gefühl beschreiben, dass ihr auf der Bühne in Osnabrück hattet?

Zygnema: Das Gefühl war ganz anders als sonst. Wir waren alle aufgeregt vor unserem Auftritt im Rosenhof und mussten uns gegenseitig andauernd versichern, dass dies kein Traum ist und wir es endlich geschafft haben. Wir waren ein bisschen nervös und konnten nicht aufhören darüber nachzudenken, wie das deutsche Publikum nach unserer Performance wohl reagieren würde. Vielleicht würden sie und auspfeifen oder so ähnlich. Zum Glück ging alles gut aus für uns.

OM: Was war eure Motivation hier bei uns zu spielen?

Zygnema: Das Spielen mit den erfahrensten Bands bzw. mit den lokalen Bands neue Freundschaften schließen, internationale Beziehungen aufbauen und natürlich unsere Musik verbreiten.

OM: Hattet ihr Zeit um euch ein paar Sehenswürdigkeiten anzugucken?

Zygnema: Ja. Wir waren in Bremen und danach in Hamburg. Haben einige Museen und andere historische Plätze in Osnabruck selbst gesehen. Es war ganz beeindruckend, dank unseres Freunds Timo Wenner (Gitarrist von Nutellica, Anm. d. Red.), der uns herumgeführt hat und uns auch mit vielen anderen Dingen half.

OM: Wie groß ist die indische Metal-Szene? Gibt es viele Venues wo ihr auftreten könnt?

Zygnema: Die indische Metal-Szene explodiert in diesem Augenblick. Metal Bands kommen aus den verschiedensten Teilen des Landes heraus. Ja, es gibt ein paar Konzerthallen und Open-Air Plätze in Mumbai, Banglore, Chennai, Hyderabad usw. für lokale und internationale Acts.

OM: Seht ihr euch manchmal Bands aus Europa oder den USA an?

Zygnema: Auf jeden Fall. Wir hatten “Deep Purple” in Mumbai gegen Ende der 90er Jahre, “Roger Waters”, “Joe Satriani” und andere Künstler kamen ebenfalls nach Indien. Aber die Szene wurde erst wirklich fest, als “Iron Maiden” das erste mal in Banglore spielte im Jahre 2004-2005. Über 30.000 Leute von überall aus Indien her strömten dorthin. Es war brilliant. Danach begannen sich Bands wie “Megadeth”, “Machine Head”, “Opeth”, “Meshuggah”, “Prodigy”, “Amon Amarth”, “Textures”, “Hacride”, “Katatonia”, “Porcupine Tree” und viele andere für Auftritte in Indien zu interessieren.

OM: Was könnt ihr mir über „Born of Unity“ erzählen?

Zygnema: Nun, “Born of Unity” ist unser Debut-Album. Wir haben das am 4. Juni 2010 veröffentlicht und tourten dazu in 3- 4 Städten in Indien als Teil unserer Promotion-Tour. Das Album wurde von Akash Sawant produziert und aufgenommen. Er reist mit uns auch überall hin.

OM: Ihr kritisiert in euren Songs häufig die aktuellen politischen Zustände in Indien. Was genau stört euch daran?

Zygnema: Alles, was wir schreiben, hat uns gestört, und “uns” bedeutet die gesamte Stadt bzw. das gesamte Land; es gibt viele Ereignisse, die die Leute echt ziemlich erschreckt haben. Wir schreiben Texte, die an die aufrichtigen Leute, d. h. die Jugend unseres Landes gerichtet sind.

OM: Wer schreibt denn bei euch die Songtexte?

Zygnema: Jimmy schreibt die ganzen Texte und wir schreiben den instrumentalen Teil dazu.

OM: Werden eure Texte von persönlichen Ereignissen beeinflusst?

Zygnema: Ja, sehr viel. Lügen und Ablehnung sind die zwei Hauptthemen, die auf unseren persönlichen Erfahrungen basieren.

OM: Habt ihr irgendwelche musikalischen Vorbilder? Wie siehts aus mit Lieblingsbands?

Zygnema: Wir verehren Bands wie “Pantera”, “Meshuggah”, “Opeth”, “Sepultura”, “Decapitated”, “Lamb of God”, “Testament”, “Morbid Angel” und “Black Sabbath”. Wir alle haben individuelle Einflüsse und Vorbilder, aber die oben erwähnten haben uns angeregt, unsere Instrumente zu halten und zusammen Musik zu machen.

OM: Wollt ihr euren gegenwärtigen Musik-Stil beibehalten?

Zygnema: Wir entschieden uns nie dafür von einem Stil abhängig zu sein. Wenn wir Lieder schreiben, kommen wir schnell in einen Schreibfluss. Die einzige Sache, die sich bei uns wohl nie ändern wird, sind die harten hitting-grooves.

OM: Was habt ihr für die Zukunft geplant?

Zygnema: Wir haben keine besonderen Ziele. Wir wollen einfach so weiter machen wie bisher. Wir sind hingebungsvolle Musiker und werden deshalb weiterhin gute Musik schreiben, werden bessere Alben herausbringen und bald offizielle Videos auf unserer Website hochladen, welche im Moment in Bearbeitung ist. Außerdem wollen wir versuchen auf einigen großen Festivals in Europa zu spielen.

OM: Wollt ihr zum Abschluss noch euren Fans oder den Lesern von OsnaMetal.de etwas sagen?

Zygnema: Wir würden uns gern bei allen bedanken, die bei unserem Auftritt im Rosenhof dabei waren und außerdem beim Bastard Club. Wir persönlich würden uns gern bei “Nutellica” und “Reign of Insanity” bedanken, für die Ermöglichung unserer Performance. Danke auch an Timo (Nutellica) und Schnelli (Bastard Club), für unsere Chance hier zu spielen. Das wäre ohne auch alle in Osnabrück nicht möglich gewesen. Wir lieben euch und würden sehr gerne wieder für euch spielen. Cheers!!

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Datum: 08.01.2011
Autor: Windprinzessin


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