Bereits Anfang Dezember 2013 veröffentlicht, so hat es der zweite Output aus dem Hause Iron Dogs erst jetzt auf meinen heimischen Plattenteller geschafft. Direkt auffällig ist das Cover, welches genauso martialisch wie eigenwillig ist und nicht im geringsten mit nackten und blutigen Tatsachen geizt. Wie auch schon auf dem Cover des Debüts „Cold Bitch“ aus dem Jahr 2012 findet man auch bei „Free And Wild“ eine unbekleidete Amazone in Kampfpose. Inwiefern dieses Art Work den Sound und die Musik des kanadischen Gespanns unterstreicht, soll jeder selbst für sich entscheiden. Der eine wird vielleicht epische, vor „Trueness“ nur so triefende Schlachthymnen erwarten, der andere eventuell sexuell anzügliche Fantasien von Amazonen im Schnee oder frisch entflohen aus irgendeinem Barbarenharem.

Man darf sich entspannt zurücklehnen, denn hiervon ist man bei „Free And Wild“ weit entfernt. Vielmehr erhält der geneigte Old-School Metaller einen ungeschliffenen, jedoch metallisch-glänzenden Diamanten, der schwer vom Speed und Heavy Sound von Bands wie Exciter, Tank oder auch Motörhead beeinflusst ist. Schon der Opener „Firebird“ macht einem klar, dass für die beiden Iron Dogs die Zeit stehen geblieben sein muss. Es wird ein flinkes Stück Heavy Metal zelebriert, welches vor allem durch seinen besonderen Gitarrensound, der ohne übermäßig Verzerrung oder andere Effekte daher kommt, und die unausgebildete Stimme von Sänger Jo Capitalicide getragen wird. Schnelles und treibendes Drumming drückt den Song über seine ganze Länge nach vorne und kitzelt insbesondere die Muskulatur sowohl im hinteren Halsbereich, als auch die diverser anderer Extremitäten. Ein gelungener Einstand. Etwas gemächlicher geht es der Track „Kingdom Of Steel“ an. Dieser schwerfälligere Nackenbrecher, wartet mit ein paar verspielten Gitarrenlicks auf und weiß auch auf seine Art zu überzeugen und bietet bereits eine gelungene Abwechslung zum Opener. Mit den Folgetracks „Free And Wild“ und „Adversity“ geht es wieder etwas fixer zur Sache, wobei letzter vor allem durch seinen prägnanten Refrain im Gedächtnis hängen bleibt. Trotz des scheinbar simplen Songwritings sind die Songs nie langweilig sondern machen durchweg Spaß. Sie wirken allesamt wie aus einem Guss. Die Titel „Cannibal Death Cult“, „Storm Warning“ und der Rausschmeisser „Island Of The Dead“, die alle drei durch schnelle Drums und verspielte Gitarrenläufe, die nie in exzessives Gefrickel verfallen, glänzen können, drehen zum Ende des Albums hin nochmal kräftig auf.

Ehe man sich´s versieht ist die knappe halbe Stunde Laufzeit auch schon durch und man ist nicht wenig versucht, direkt einen zweiten oder gar dritten Durchlauf zu starten. Zumindest wenn man wie ich der Meinung ist, dass die beiden Kanadier ein Album geschaffen haben, das nicht nur nahtlos an das Erstlingswerk anknüpft, sondern das vor allem aufgrund seiner simplen Produktion und des starken Songwritings die Essenz von dem was man Anfang der 80er Jahre als Heavy Metal verstand in sich birgt und positiv transportieren kann.

Wer ultra-professionelles Mixing and Mastering erwartet, der sollte definitiv zu anderen Kapellen greifen und jemand, der als Messlatte in Sachen Gesang Dio oder Bruce Dickinson anlegt, wird auch nicht sonderlich glücklich. Doch wer auch heute noch gerne Alben wie „Heavy Metal Maniac“ von Exciter oder „Metal On Metal“ von Anvil auflegt, der wird mit dieser Platte durchaus unterhalten werden. Eine weitere Langrille, die Trends, Fortschritt oder Experimenten den Rücken kehrt und den Spirit von (scheinbar doch nicht) vergangenen Tagen zu zelebrieren.

Tracklist:

  • 1. Firebird
  • 2. Kingdom of Steel
  • 3. Free and Wild
  • 4. Adversity
  • 5. Evil in the Keep
  • 6. Cannibal Death Cult
  • 7. Storm Warning
  • 8. Island of the Dead

Iron Dogs – Firebird (Official Video)

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