Das Jugendzentrum war diesmal Schauplatz einer wieder mal grandiosen Rock n‘ Roll Show der Gebrüder Boozed. Na ja, fast Brüder.

Die 5 Jungs aus Bramsche, man beachte, das ist auch die Heimatstadt des Redakteurs, haben unter dem Slogan „Rock gegen unnützes Wissen“ mal wieder richtig die Sau raus gelassen..

Ein anderer Anlass war vermutlich auch der neue Vertrag mit dem „Turbonegro“-Label „Bizcore“, was die Jungs doch mächtig stolz macht – welches man auch defenetiv nicht negativ sehen darf, sowas ist doch schon mal eine Leistung, die zu würdigen ist!

Und das wurde sie auch; etwa 150 Fans waren beim Konzert zu späteren Stunde anwesend. Aber dazu später mehr.

Alles fing ja etwas früher an, nicht zur gewohnten Zeit um 19:00 Uhr. Alles wurde etwas nach hinten verschoben, da auch nur eine Band neben Boozed an diesem Abend spielen sollte.

Um 19:00 Uhr kam also ein super pünktlicher OsnaMetal.de-Redakteur zu der alten Webschule gelaufen(!). Und was war; zu! Sehr komisch, na ja denke ich. Durch Zufall ragte grad ein Kopf aus der, ich nenne sie mal Backstage Tür. Es war der Drummer von Boozed, Ugge. Was ich zu hören bekam schockte mich ein wenig, 20:30 Einlass, huch? Was mache ich denn die Zeit noch in Bramsche, dachte ich mir. Na ja, einem Döner und dem anschließendem Verdauungsspaziergang und außerdem mit dem Gedanken im Kopf, das ich doch mal wieder was in Bramsche machen sollte, wurde es schnell halb 9 und die Show fing so langsam an.

Als erstes, fetzten Iron Head. Gut der Gedanke liegt nah, das wird ein Tourbegleiter sein, wie z.B.: die „V8 Wankers“. Aber, falsch, es war ebenfalls eine Rock n‘ Roll Band aus Bramsche. Mit Knirpsen von 12-14 Jahren an Klampfe, Drums und Bass. Moment, mit 12 habe ich an alles andere, als an Gitarren spielen gedacht.

Ich habe die Jungs noch vor Einlass beim Soundcheck getroffen und sie mal gefragt, ob sie denn alles eigene Lieder spielen und wie lange sie denn schon zusammen spielen. Was ich da hörte erstaunte mich schon sehr; sie spielen schon 1 ½ Jahre zusammen und sie würden heute alle eigene Songs spielen. Respekt!

Ungefähr 20:35 fingen die Jungs dann an zu spielen, obwohl spielen ist untertrieben, sie rockten, aber wirklich. Was das Publikum zu hören bekam, war rotziger Rock n‘ Roll der definitiv zum Abend passte. Wenn man jetzt denkt die Jungs seihen nervös gewesen oder machten sich gleich in die Hose; ha, ne die nicht, so souverän spielten sie die Songs runter. Und vor allem, die Show war genial, es ist schon lustig, wenn sich ein Typ, dem die Gitarre noch zu groß ist, in „Misfist“-Manier auf dem Boden robbt.

Auf der Setlist standen Rock ´n Roll Titel, wie sie besser nicht sein konnten: Neben Klassikern wie „Burn Down in Hell“ oder „Rock Revolution“ gab es auch „Eat my Shit“ und „Back up Bitch“, man fragte sich; wo haben die Jungs das bloß her?

Von Song zu Song wurde die Band sicherer und wo die ersten pogoartigen Tänze von vermutlichen Mitschülern stattfanden, war das Eis gebrochen.

¾ Stunde Show, 5 Zugaben, man wollte sie einfach nicht gehen lassen. Aber dann war die Show vorbei. Wer jetzt denkt die Band fällt geschlossen von der Bühne, der täuscht. Wo nehmen die Knirpse nur ihre Energie her, wahnsinn! Falls die Band das böse Bandsterben überlebt, muss da unbedingt ein Auge drauf geworfen werden.

Luft holen, gleich kommt Boozed, man merkte, der Saal füllte sich auf die oben angesprochenen Zahl von 150 Fans. Viele alte Bekannte und Freunde der Band, die schon 2001 mitgerockt haben, fanden sich ein. Tolle Atmosphäre und so wurde natürlich auch gleich automatisch dementiert, das Boozed nicht mehr in der Webschule zocken, da sie eine zu große Gage verlangten. Und dass nur eine Band spielte war ganz sicher auch nicht der Grund der Gage. Das ist auch die einzigste Sache, was die Jungs von Boozed, so wie ich es mitbekommen habe, ziemlich sauer macht. „Wir sollten froh sein, das sich Boozed noch in Bramsche blicken lässt“; denke ich mir dann still. Aber, genug um den heißen Brei geredet, darum geht's beim Konzert am aller wenigsten. Gerockt werden soll, und so fingen die Jungs auch gleich mit „Fire and Gasoline“ an. Und schwupps, war die Menge auch schon am Tanzen. Poni, der Klampfenmeister machten direkt Eindruck, als er dann zu „Caution“, dem zweiten Song der Setlist, seine Gitarre hinterrücks spielte. Respekt, man merkte ihnen die Professionalität an. I

ch war bis jetzt auf allen Shows der Band in Bramsche, jedes Jahr werden sie besser!

Eines fiel mir ebenfalls auf: Der Biergenuss auf der Bühne wurde auch immer geringer. Der Sänger von Boozed, Markus, trank, wie es aussah, auch sehr viel Wasser an dem Abend. Man hat es anscheinend begriffen, das man nicht zugestoned und total voll, auf der Bühne eine gute Show abliefert. Das hinterher gesoffen wird ist klar. Leider war das nicht immer so.

Die 19 Songs umfassende Setlist beinhaltete Songs vom neuen Album „Tight Pants“, wie ebenfalls niemals sterbende Klassiker wie „Wild Boys“ oder „Drunk and Dangerous“, was noch vom gleichnamigen ersten Album stammt.

Viel Beifall und mehrere Zugaben später wurden die Jungs von der Bühne gelassen. Poni sagte mir nach dem Konzert, das es in Bramsche immer sehr viel Spass gemacht hat, weil die Fans einfach die Besten sind. Außerdem freut es ihm immer wieder, das er so viele Bekannte und Freunde hier hat, die zu der Musik der Band abgehen. „Das ist was besonders“ so Poni.

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Location: Alte Webschule Bramsche
Datum: 2005-09-02
Autor: Sven


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Ironhead & Boozed am 02.09.2005 in der Alten Webschule Bramsche: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne5,00von 5 Punkten, basieren auf 1abgegebenen Stimmen.
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