Wertung: 4 von 10

In der Bandbiografie setzt sich McIver kritisch mit dem Werdegang seiner Lieblingsband auseinander. Autorisiert ist diese von Metallica nicht. Man könne so besser über die Schattenseiten der Bandgeschichte berichten, begründet es der Autor. Und das tut er auch, sich aus dem Werkzeugkasten des plakativen Enthüllungsjournalismus bedienend. Was vor allem hängenbleibt ist der Overkill an Zitaten.

„Dies ist das umfassendste Buch, das bisher über Metallica geschrieben wurde(…)“ bekennt McIver schon in der Einleitung. Das ist auch das größte Problem des Buches: In jeder Hinsicht versucht es umfassend zu sein. Leider nicht nur inhaltlich.

In den Danksagungen wird erwähnt, dass über 70 Interviews der Biografie zugrunde liegen. Joel McIver war hier wirklich fleißig und kennt sich gut aus in der Szene. Dass er diese Interviews selbst geführt hat, glaubt man ihm gerne, denn er macht den Fehler, sich in sie zu verlieben. Seiten füllende Zitate, nur um eine Aussage zu untermauern, hemmen den Lesefluss.

Der Verdacht kommt auf, das Buch sei eine bloße Aneinandereihung von Interviews, die hie und da mit Einleitungen und Überschriften versehen werden. Oft fehlt der rote Faden. Der Erzähler kommt immer wieder auf die Geschichte Metallicas zurück, lässt den Leser jedoch in einem Labyrinth aus allgemeinen Beschreibungen der Szene, der Musikrichtung, anderer prägender Bands und den Einfluss der verschiedenen Städte auf die Musik, alleine.

Die Sprache ist meist in einem bemüht lässigen Plauderton gehalten. Die Art, wie der Leser direkt angesprochen wird, wirkt vorallem in Kombination mit den distanzierten Kommentaren zwischen den Interviews unpassend.

Die Stärken des Buches sind die Analysen der einzelnen Lieder und deren Entstehung, bis hin zu den Alben. Dass er musikalisch versiert ist, versucht der Autor nicht zu verheimlichen. Doch auch als Laie kann man mit den Beschreibungen etwas anfangen und entdeckt so manchen Song, den man unzählige Male gehört hat, völlig neu.

Zum eigentlichen Inhalt bleibt zu sagen, dass McIver alles über Metallica zusammengetragen hat, um die Bandgeschichte detailliert wiederzugeben. Vielen Gerüchte, die sich seit Bestehen der Band gehäuft haben, wird in den sogenannten „Wahrheit-Kapiteln“ auf den Grund gegangen.

Zum Nachschlagen und Blättern für eingefleischte Metallica-Fans eignet sich das Buch hervorragend. Beim Durchlesen stören die ständigen Abschweifungen, so dass selten Spannung erzeugt wird. Heavy Metal News und Literaturreviews auf Metaller.de!

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