Wertung: 2 von 10

Uah! Was ist das denn? Dachte ich schon beim ersten Anspielen. Die vier Herren im CD-Booklet sahen so vielversprechend aus, der Sänger erinnerte optisch an James Hetfield, beim Cover haben sie sich alle Mühe gegeben – und dann klingt das alles nach ner Schülerband, die gern Emo hört.


Quasi noch in den Kinderschuhen steckt. In den „melodiösen“ Parts ein dünnes Stimmchen, das schief irgendwelche Seelenabgründe oder so besingt, begleitet von der Akustik-Klampfe und dem Bass. Gerade beim Opener hatte ich im Refrain das Gefühl, da singt ein Betrunkener mit Liebeskummer. Also nicht nur schlecht, auch noch traurig! Lediglich die „aggressiven“ Parts, wenn man denkt, jetzt geht’s zur Sache, sind da noch auszuhalten. Wenn die Klampfe auf „Strom“ gestellt wird und da auch mal wer anfängt zu shouten, kann man das als durchschnittlichen Hardcore eventuell durchgehen lassen. Das wird dann aber auch schnell wieder gebremst, Gitarren und Geräuschkulisse werden wieder runtergeschraubt und da ist es wieder – das Stimmchen! Soll wohl alles nachdenklich wirken, melancholisch und so. Und vielleicht wär auch alles gar nicht so schlimm, wenn man alles ein klein wenig schneller eingespielt hätte. Aber so hält sich alles im Mid-Tempo-Bereich, bzw. darunter, und auch wenn es da einige Bands gibt, die es sehr gut beherrschen, in diesem Bereich aggressiv und druckvoll zu klingen – bei Jump The Border muss da noch einiges passieren. Nur der Bass ist immer gut rauszuhören, mit der permanent gleichen Line. Die Klampfe hätte Potential, geht einem aber irgendwann auch auf die Nerven, weil es sich da ähnlich wie beim Bass verhält: immer das Gleiche. Alle Musiker haben laut Info schon einige Jahre Erfahrung auf dem Buckel, sei es mit Jump The Border oder anderen Bands, technisch ist diese EP auch einwandfrei, aber vielleicht hätte man sich da vor dem Einspielen noch etwas Inspiration holen sollen. Und vor allem nicht auf Biegen und Brechen versuchen, so melancholisch und emotional wie möglich rüber zu kommen, nur, damit im Endeffekt alles gleich klingt. „4 Death Kisses“ schreckt schon gleich am Anfang ab, „Rollback“ weckt Hoffnungen, dass evtl. doch noch alles anders kommt, aber „30 Years Later“ macht das schnell wieder zunichte, genauso, wie das angeblich zornige „Silverfish“ dann auch relativ lahm endet. Tut mir jetzt leid für den Verriss, aber das ist halt meine ehrliche Meinung zu dieser EP.