Trotz Vatertag und Maiwoche luden vergangenen Donnerstag Mercury Tide zu ihrer Album-Releaseshow in den Bastard Club. Mit dabei hatte der ehemalige Angel Dust-Sänger Dirk Thurisch seine Labelkollegen Kamikaze Kings und die italienisch-kroatische Kombo Spellbound Dazzle.


Den Anfang machten die Berliner Kamikaze Kings mit einer Mischung aus Hardrock, Glam und Thrash, welche sie, stilvoll gekleidet ein wenig an den Film „Manta Manta“ erinnernd, dem enthusiastischen Publikum präsentierten. Leider war dieses an einer Hand abzuzählen, was der Band keineswegs die Freude am Auftritt nahm. Mit einem gehörigen Schuss Selbstironie, erotischen Tanzeinlagen und intimen Angeboten an alle Anwesenden überspielte der Sänger gekonnt und humorvoll die traurig anmutende Zuschauerstituation.

Mit Spellbound Dazzle folgte eine vergleichsweise junge, italienische Band, welche eine metalchorangehauchte Musik, gemischt mit Einfluss aus Rock´N´Roll, auf die Bühne brachte. Ein sehr innovativer Stil wurde dabei insbesondere durch einen eigenwillig klingenden Sound erzeugt, welcher zeitweise an Funk und Soul erinnerte. Dies gelang in erster Linie durch den ersten Einsatz eines Keyboards an diesem Abend. Eine weitere Überraschung gelang mit dem letzten Lied ihrer Darbietung, dem Song „Ruska“, welcher im Stil einer russischen Folklore gehalten war.

Zum Auftritt von Mercury Tide gesellte sich dann immerhin doppelt so viel Publikum – ganze zwei Hände voll – vor die Bühne. Mercury Tide präsentierten ihr am 25.05.2012 neu erschienenes Album „Killing Saw“. Die langjährige Erfahrung von Dirk Thurisch wurde in Form von mehr Professionalität gegenüber den beiden Vorbands deutlich. Allerdings konnte das allein nicht über eine gewisse Eintönigkeit hinwegtäuschen. So wurden gefühlvolle, teils melancholisch angehauchte Stücke aus dem Rock- und Metalbereich zum Besten gegeben, die zwar durchaus als eingängig und gefühlvoll wahrgenommen wurden, die aber nach einer gewissen Zeit an Reiz und Individualität verloren.

Dieser Abend hat wieder einmal gezeigt das große Namen allein nicht alles sind. Die eigentlichen Vorbands überzeugten stellenweise mehr als der eigentliche Hauptact. Insgesamt hätten aber alle auftretenden Interpreten wesentlich mehr Publikum verdient. Die Reaktion der Bands auf die mangelnde Zuschauerzahl war jedoch kollektiv vorbildlich und oft auch amüsant, so dass dieser Abend auf seine ganz besondere Art im Gedächtnis bleiben wird.

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