Vorfreude ist die schönste Freude, sagt man. Und so konnten wir es alle schon Wochen vor unserer Abfahrt nicht mehr erwarten, das Ziel unserer Reise, die heilige Tauberfrankenhalle zu Königshofen zu betreten. Kutte an, Bier auf und los! Konzertberichte und Eventreviews auf Metaller.de!

FREITAG

Nach knapp zweistündiger Fahrt und anschließendem Zeltaufbau konnten wir auch endlich die ersten Flaschen Pils köpfen.
Was sich wohl niemals ändern wird: In der Schlange am Einlass gefühlte Stunden in der prallen Sonne ausharren. Also schnell noch ein weiteres Bier geöffnet und abgewartet.

Als wir schließlich alle unsere Festivalbändchen in Empfang genommen hatten, war der erste Weg der zum Merchandisestand um sich sofort ein Ticket fürs nächste Jahr zu sichern. Was, wie sich später an diesem Tag herzustellen sollte, eine weise Entscheidung war. Nach nur knapp 2 Stunden war das auf dem Festival erhältliche Kartenkontingent bereits erschöpft, zum Leidwesen vieler Besucher die erst später anreisen konnten.

Dieses Jahr erstmalig, konnte man auch direkt neben der Halle bei Bier und Bratwurst im Biergarten die Ohren entlasten.

Das reichhaltige Angebot an Merchandise und vielleicht eine der besten Metalbörsen überhaupt, bietet das Keep it True ohnehin jedes Jahr im hinteren Teil der Halle.

KIT2015 CobraDie erste Band die dann für uns auf dem Programm stand waren die Peruaner von COBRA. Obwohl die Band mit Soundproblemen zu kämpfen hatte, wurden die Überseemetaller frenetisch gefeiert und konnten sich trotz des recht frühen Platzes im Billig über eine schon gut gefüllte Halle freuen.

Die Schweden MINDLESS SINNER, deren Album und EP gerade erst über Heavy Forces Records rereleased wurden, waren als nächstes an der Reihe. Geiler 80er Heavy Metal der die Menge vom ersten Song an in ihren Bann zog. „Englische Einstellung“ am Marshall und alle waren zufrieden.

Nun folgte das obligatorische Mittagessen im Gasthaus „Zur Rose“. Währenddessen die „Juliane Werding“ des Heavy Metal mit ihrer Jutta Weinhold Band die Bühne der Tauberfrankenhalle u.a. mit Songs ihrer ehemaligen Band Zed Yago zum kochen brachte.

Gestärkt mit einer riesigen Portion Spätzle und der Gewissheit, dass man ab Mitte 40 keine Kinderportionen sondern ab jetzt Seniorenteller bestellt, traten wir den Rückweg zur Halle an.

Die Atmosphäre im Städtchen Königshofen trägt auch zum besonderen Flair dieser vielleicht weltweit einzigartigen Veranstaltung bei. Das ist der pure Gegenentwurf zu Wacken, Summer Breeze und anderen „Megaevents“ und „Reißbrettfestivals“.

Den Schluss des Gigs von FIST genossen wir bei einem weiteren Kaltgetränk von der Empore.

Die Halle hatte sich nun bereits gut für das erste Highlight des Freitags gefüllt: ASHBURY.

Mit nur einer offiziellen Veröffentlichung im Backkatalog (Endless Skies, 1983), verspricht jeder Auftritt ein Hitfeuerwerk der Extraklasse. Und so geriet der einstündige Gig, der die perfekte Fortsetzung zum Auftritt auf dem Hammer of Doom 2013 bot, zum ersten Gänsehautmoment des Festivals. Da die Meute bereits jetzt alle Hits aus voller Kehle mitsang. Als besonderes Schmankerl boten die Amis dann noch eine Coverversion von Jethro Tull’s „Aqualung“.

Vielen weiteren Getränken und der fortgeschrittenen Uhrzeit war es dann geschuldet, dass Uli Jon Roth zur Nebensache degradiert wurde. Der Auftritt war gut und das Scorpionsset überzeugte auf voller Linie, dennoch hieß es hier Kräfte sparen und den Auftritt von der Tribüne aus genießen.

Headlinerwürdig und absolut stark beschlossen EXCITER dann den ersten Festivaltag. Es blieben kaum wünsche offen und die in Originalbesetzung angetretenen Kanadier wussten vom ersten bis zum letzten Song zu überzeugen und so konnte man sich glücklich und kaputt in die Schlafsäcke verziehen.

SAMSTAG

Eine kurze kühle Nacht wurde alsbald beendet. Irgendwie ist auch immer etwas los auf diesem keinen, multikulturellen und sympathischen Zeltplatz.

„You can wait for a Lifetime, to spend your breakfast in Sportheim“
Klassischerweise beginnt der Samstag mit Morgentoilette und Frühstück am heiligen Rasen des SV Königshofen.
Vom einfachen Kaffee bis zum „Continental Breakfast“ ist hier für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Keep It True ZeltplatzGestärkt und erfrischt konnten wir uns nach etlichen Konterbierchen dann auch schon auf den Opener des zweiten Tages freuen. Und der hatte es wirklich in sich: Only the strong shall survive!

IRON THOR Coverband des legendären King of Musclerock eröffneten den Tag mit einer viel umjubelten Show. Die Mischung aus Heavy Metal, Posing, Wrestling und Walküren machte Lust auf mehr und so wurden die Gelsenkirchener nach 45 Minuten mit viel Applaus verabschiedet.

Struktur braucht der Mensch, auch auf dem Keep it True. Und so stand nun für unsere kleine Truppe wieder das Mittagessen an.

Als nächstes stand dann auf unserem Zettel das Powertrio KILLER aus Belgien. Die in der einzig wahren Bandbesetzung Gitarre, Bass und Schlagzeug die Bühne rockten. Seit über 30 Jahren im Geschäft und kein bisschen Müde, so könnte das Motto dieses Auftritt lauten. Die Herren ernteten am Ende des Sets mehr als nur Höflichkeitsapplaus, für einen Gig den Motörhead in ihren besten Tagen nicht besser hinbekommen hätten.

HEATHENS RAGE die hier ihre erste Show außerhalb der USA absolvierten, hatten sowohl mit dem Sound als auch mit ihrer Bühnenpräsenz zu kämpfen. Daumen in die Mitte, hier wäre definitiv mehr drin gewesen.

Wieder aus luftiger Höhe bestaunten wir anschließend den Auftritt der Band SHOK PARIS. Die Halle war mehr als gut gefüllt und für viele Besucher dürfte einer der seltenen Festivalshows der Amerikaner ein weiteres Highlight des KIT dargestellt haben. Solide Performance, tolle Stimme und noch bessere Stimmung. Großes Kino!

Alte Venomhits in druckvollem Gewand boten M-Pire of Evil, die Band um Mantas und Abbaddon.
Besonders die älteren Kuttenträger fühlten sich da bestimmt in ihre Jugend zurückgebombt.
Die Show fand bei „Countess Bathory“ ihren Höhepunkt bevor nach einer geschickt gesetzten Pause Feuer- und Raucheffekte den Zugabteil einleiteten. Toller Gig der zweidrittel Venomurbesetzung.

TITAN FORCE die mit Jag Panzer-Sänger „The Tyrant“ Conklin bereits Ende der 80er für Furore sorgten hatten an diesem Abend den Platz des Coheadliners.
Stimmlich überragend und einfach in einer anderen Liga, so lässt sich das Konzert kurz und bündig zusammenfassen. Wer Heavy Metal der alten Färbung mag, muss TITAN FORCE lieben.

Und damit war das KIT für uns auch schon fast wieder beendet. RIOT V die man bereits auf dem Metal Assault 2014 bestaunen konnte, haben wir uns mal genickt. Der erste Outdooreinsatz der Saison verlangt einem einfach alles ab und die jüngsten sind wir ja auch nicht mehr.

Veranstalter Oliver Weinsheimer sorgt einfach Jahr für Jahr für ein Lineup nachdem sich so manch andere Veranstaltung die Finger lecken würde. Vom Newcomer bis zu den fast vergessenen alten Helden bekommt man einfach alles geboten was sich das Herz des Traditionalisten wünscht. Über die Location und das gemütliche Außenrum muss man denke ich auch keine Worte mehr verlieren.

Knapp 2000 Karten und viele Besucher aus dem Ausland, die teilweise echt Odysseen auf sich nehmen um nach Lauda-Königshofen zu kommen, die Liebe zur Musik lang vergangener Tage und die Gewissheit eines der Außergewöhnlichsten Festivals der Welt zu sein dafür steht das Keep it True Festival. Wir sind in jedem Fall nächstes mal wieder dabei und freuen uns schon jetzt auf FATES WARNING, RAZOR und viele weitere Topacts.

Long live the Loud – Long live Keep it True!


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* Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2017 um 11:02 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

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