KORN – die weltberühmte Mainstream Nu Metal Band

1994 brachten KORN ihr erstes Album auf den Markt. Doch erst vier Jahre später sollte mit dem Longplayer „Follow The Leader“ der Durchbruch im Mainstreambereich gelingen. Seitdem sind sie aus der Musikwelt nicht mehr wegzudenken. Jetzt erscheint das elfte Album und es ist ein grandioser Livemitschnitt entstanden, der zweigeteilt wurde. (Artikel aus dem OM-Archiv!)

Korn – Live At The Hollywood Palladium

Korn - Live At The Hollywood Palladium
Korn – Live At The Hollywood Palladium

Zu Beginn muss man sich an krasse Elektro-Elemente gewöhnen, die man vom aktuellen Album „The Path Of Totality“ (2011) kennt, das mit namhaften Gastauftritten, beispielsweise SKRILLEX, DOWNLINK oder 12TH PLANET, glänzen konnte. So ist der Hit Get Up! dabei und Chaos Lives In Everything schallt gewohnt kraftvoll aus den Boxen. In der zweiten Hälfte des neuen Longplayers werden beliebte Klassiker gespielt, die nicht minder gut beim jubelnden Publikum ankommen – und beim Hörer zu Hause sicherlich für viel Freude sorgen: u.a. Falling Away From Me oder Shoots And Ladders. Darunter ist auch eine fast zwölfminütige Version von Another Brick In The Wall, die mit schönen Gitarrensoli aufgewertet wurde.

Produzent ist kein Geringerer als Barry Summers von Rock Fuel. Er hat einzigartige Aufnahmen gemacht und diese mit viel Können zu einer CD zusammengestellt. Hinzu kommt eine DVD oder BluRay, die den Hörgenuss zusätzlich mit fantastischen Bildern unterstreicht. Für jeden Fan ein absolutes Muss, das nicht im CD-Regal fehlen darf.

KORN gelingt ein solides Live-Album mit einer ausgewogenen Mischung aus Altbewährtem und Neugewagtem. Damit knüpfen sie an ihre Erfolge an und lassen den Hörer für etwas über 74 Minuten abtauchen in ein tolles Konzert der Band.

Tracklist:
01. Get Up!
02. Kill Mercy Within
03. Illuminati
04. Chaos Lives In Everything
05. My Wall
06. Way Too Far
07. Narcisstic Cannibal
08. Here To Stay
09. Freak On A Leash
10. Falling Away From Me
11. Predictable
12. Another Brick In The Wall
13. Shoots And Ladders
14. One
15. Got The Life
16. Blind

Korn – The Path of Totality

Korn - The Path of Totality
Korn – The Path of Totality

Bereits des Öfteren wurde Korn eine gewisse Stagnation in ihrer Laufbahn vorgeworfen und denkt man an die eigene Jugend zurück, so fallen einem wenige Variationen in der musikalischen Bandgeschichte ein. Dafür solide, die Pubertät begleitende Nu-Metal Alben die besonders durch die sehr persönlichen, meist Jugendtraumata verarbeitende Texte des Herrn Davis in ihren Bann zogen. Dem Vorwurf des immer gleichen Soundgewandts wollten Korn mit ihrem neuesten Werk nun entgehen und luden sich für die Aufnahmen zum neuen Album zahlreiche Dubstep-Größen in ihr Studio ein, unter anderem Skrillex, Noisia, 12th Planet und Excision.

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Voraus gegangen war dieser Idee der Song „Get up!“, welcher zusammen mit Skrillex bereits vor ca. einem Jahr entstand und Anfang 2011 als Gratisdownload zur Verfügung gestellt wurde. Nachdem der Song überaus erfolgreich bei Fans und Kritikern angenommen wurde, vertiefte sich die Zusammenarbeit. Die Idee, dass Experiment auf Albumlänge auszuweiten und sich dafür weitere Dubstep-Größen ins Boot zu holen, entstand. An sich kein schlechter Einfall, allerdings konnte man die Qualität der ersten beiden Vorabsingles („Get up!, „Narcissistic Cannibals“) nicht auf die knappen 40 Minuten beibehalten. Darüber hinaus ist auffällig, dass die Zusammenarbeit mit Skrillex die besten Stücke hervor bringen konnte, auch wenn trotz unterschiedlicher Feature ein in sich recht schlüssiges Werk abgeliefert wurde.

Auch sollte man Korn dafür loben, nach dem erfolgreichen „Korn III – Remember who you are“-Album – eine Erinnerung der Band an die eigenen Wurzeln – mit dem Nachfolger völlig andere Wege zu bestreiten. Zwar ist Industrialmetal durch Bands wie Nine Inch Nails und Ministry bereits ein Begriff, doch mit ihrem „Dubstep-Metal“ könnten Korn möglicherweise zum zweiten Mal in ihrer Karriere Genreprägend werden. Zwar hat Korn auch in der Vergangenheit schon mit elektronischen Einflüssen experimentiert, aber es wurde niemals zum Albumkonzept. Das bei den ersten Experimenten auch Schwächen zu verzeichnen sind ist in meinen Augen eine logische Konsequenz. Vielleicht wären diese aber auch vermeidbar gewesen, wäre man mit der selben Kreativität und Power wie bei den Highlights der Platte „Get up!“, „Narcissistic Cannibal“ und dem ersten Song, „Chaos lives in Everything“, an alle Stücke heran gegangen.
Die einzelnen Instrumente leiden unter der Integration des Dubstep doch deutlich: die individuelle Art des Slap-Bass- Spielens von Reginald „Fieldy“ Arvizu ist nur in wenigen Ansätzen noch zu entdecken, das Schlagzeug musste der Dubstep Geschwindigkeit angepasst werden und besonders der Gesang von Jonathan Davis leidet an einer gewissen Leere und Ausdruckslosigkeit in vielen seiner neuen Songs und wirkt generell einfach zu leise abgemischt. Möglicherweise sind diese Aspekte den Kompromissen zu zuschreiben, die man vielleicht bei Experimenten dieser Art eingehen muss – an vielen Stellen scheint aber einfach nur die zündende Idee zu fehlen, um den Songs das gefühlte „fehlende etwas“ zu verleihen.

An diesem Album werden sich wahrscheinlich nicht nur die Kritik-Geister scheiden, sondern vor allem auch die Meinungen der langjährigen Korn-Fans. Auf der anderen Seite könnte es der Band gelingen mit ihrem innovativen Stil so manchen Fan hinzuzugewinnen. Sicherlich, dass einige Zuschauer den Konzertsaal in London beim Debüt der neuen Songs verließen und das Publikum wütend die „echten Kornsongs“ forderte macht deutlich, dass sich die Band fernab ihrer Wurzeln bewegt, doch sollte man Musikern die Möglichkeit zum ausprobieren geben und nicht gleich alles „Neue“ als konsequent schlecht beurteilen. Das Album hat sicherlich seine Schwächen, stellt auf der anderen Seite aber einen soliden Grundstein dar für die Weiterentwicklung sowohl der Band selbst, als auch der Mischung aus brachialen Metalklängen und elektronischen (Dubstep)-Tönen. Wie viel Potential hinter dieser Idee steckt wurde nicht zuletzt in den Vorabsingles bereits mehr als deutlich gemacht.

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Tracklist:
01. Chaos Lives in Everything (feat. Skrillex)
02. Kill Mercy Within (feat. Noisia)
03. My Wall (feat. Excision and Downlink)
04. Narcissistic Cannibal (feat. Skrillex)
05. Illuminati (feat. Excision and Downlink)
06. Burn the Obedient (feat. Noisia)
07. Sanctuary (feat. Downlink and J Devil)
08. Let's Go (feat. Noisia)
09. Get Up! (feat. Skrillex)
10. Way Too Far (feat. 12th Planet, Flinch and Downlink)
11. Bleeding Out (feat. Feed Me)

Korn – Paradigm Shift

Korn - Paradigm Shift
Korn – Paradigm Shift

Mit „Paradigm Shift“ kehrt dieses Urgestein des Genres, zu dem sie nie gehören wollten, zurück zu alten Wurzeln.
Überraschend frisch und neu wirken die Tracks auf „Paradigm Shift“ in ihrer Aussichtslosigkeit und Aggressivität, in ihrer Hässlichkeit, und wirken doch wie ein Statement gegen den Optimismus in Zeiten von Suppenküchen und dem dazu konträren Leben der Ultrareichen, dem moralischen Gehabe. Zwischen Wohlstandsghettos und urbanen Ruinen angelegt, ist „Paradigm Shift“ kein erhobener Zeigefinger der Moral, dafür ist Jonathan Davis mit seinem typischen Sprechgesang die Stimme der klaren Aussagen.

Die elektronischen Parts sind nahezu inexistent, der Vordergrund ist ganz klar geprägt von Gitarren und Bass, Drums und Gesang. Mit dem Sound besinnen sich Korn auf ihre alten Stärken zurück, das, was sie bekannt gemacht hat und das, was sie am besten konnten, womit sie ein Genre wider Willen etablieren konnten. Es wirkt viel mehr wie eine Weiterentwicklung im Rückblick, da wo Korn aufgehört haben sich treu zu bleiben und den Ausflug in die Popmusik gewagt haben, setzt dieses Album an und es bleibt zu hoffen, sie halten diesen Kurs ein.

Trackliste
01. Prey For Me
02. Love And Meth
03. What We Do
04. Spike In My Veins
05. Mass Hysteria
06. Paranoid And Aroused
07. Never Never
08. Punishment Time
09. Lullaby For A Sadist
10. Victimized
11. It's All Wrong
12. Wish I Wasn't Born Today
13. Tell Me What You Want

Korn – Korn III – Remember Who You Are

Korn - Korn III - Remember Who You Are
Korn – Korn III – Remember Who You Are

„This album is a reflection of us being a band since 1993,“ sagt Sänger Jonathan Davis. „We worked hard on the previous records, and we experimented a lot. For „Remember Who You Are“, the four of us got together in a small room with the intention of writing an old school Korn record. This album is a perfect mixture of everything we've done, and this version of the band is the best ever.“ Große Töne und Versprechungen, die da aus dem Munde des Frontmannes kommen. Das Intro, um der Sache mal auf den Grund zu gehen, erweckt dabei fast schon melancholische Eindrücke, was sich in den folgenden Songs auch teilweise wiederfindet.

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Die erste Hitauskopplung „Oildale (Leave Me Alone)“ ist in mäßigem Tempo gehalten, weist einen ruhigen Strophengesang auf, was sich in den gewohnt alten bassbetonten, tiefen Groove-Riffs im Refrain entlädt. Zum lockeren Mitbangen ganz ok.

„Pop A Pill“ geht da schon flotter und pfiffiger zu Werke. „Fear Is A Place To Live“ überzeugt dann noch eine Ecke mehr. Mit coolem Sprechgesang und einem gelungenen Sing-Along Refrain macht Track Nummer vier endlich mal Spaß auf „Korn III – Remember Who You Are“.

„Move On“ ist dann wieder das genaue Gegenteil, langsam schlurft der Song so vor sich hin, ohne auch nur ein interessantes, packendes Detail vorzuweisen. Irgendwie scheinen sich Korn diesmal gern in clean gesungenen, melodischen Heulgesängen zu verlieren…

„Lead The Parade“ bietet danach zum 1. Mal die erhoffte Freakigkeit, und eine Parade von abwechslungsreichen, zwischendurch fast schon jazzartigen Passagen. „Let The Guilt Go“ hat eindeutig Potential zu einem Klassiker und macht einfach nur Spaß. „The Past“ gehört wieder in die Kategorie „Move On“… einfach nur belanglos und anödend. Ein weiteres Highlight ist ohne Zweifel „Never Around“. Hier wird das sentimentale „Rumgeheule“ besser verpackt und kommt mit ordentlich Biss und Aggression rüber! „Are You Ready To Live“ entpuppt sich als eine recht gut gelungene Halbballade mit toller, überzeugender Gesangsleistung. Gänsehaut!! Als letztes schlurft „Holding All These Lies“ leider wenig prickelnd daher. Für einen Abschluss eher schwach gehalten.

Fazit: Ungefähr die Hälfte des Albums bietet Hörgenuss und einigermaßen gelungene, für Korn würdige Nachfolger Songs. Die andere Hälfte dagegen rührt gar nichts. Viel mehr fehlt die erwartete Abgedrehtheit, die schrägen, freakigen Aufs-Maul Songs. „Korn III – Remember Who You Are“ ist ruhiger gehalten und regt ab und an auch zum Nachdenken an. Ob man auf Dauer trotzdem Spaß hat mit diesem Werk, wage ich vorsichtig zu bezweifeln.

Tracklist:
01. Uber-Time
02. Oildale (Leave Me Alone)
03. Pop A Pill
04. Fear Is A Place To Live
05. Move On
06. Lead The Parade
07. Let The Guilt Go
08. The Past
09. Never Around
11. Are You Ready To Live
12. Holding All These Lies

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Autor: ArchiVader

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