Der bekannte und von Kennern geschätzte Lagavulin Whisky stammt aus der gleichnamigen schottischen Brennerei. Tradition und Qualität machen diesen Malt so einzigartig. Heute gehört die Brennerei zum Spirituosenkonzern Diageo. An der Herstellung des Lagavulin hat sich seit Jahrhunderten jedoch wenig geändert. Lagavulin ist ein Classic Malt.

Die Geschichte des Lagavulin Whiskys

Lagavulin Scotch Whisky - „die Mulde, in der die Mühle steht“

Lagavulin Scotch Whisky – „die Mulde, in der die Mühle steht“ *

Seinen Namen verdankt der Whisky seiner Geschichte. Zu Deutsch bedeutet Lagavulin in etwa „die Mulde, in der die Mühle steht“. Sein Name ist gleichzeitig sein Ursprungsort. Erstmals wurde der Malt mit Namen Lagavulin auf der Hebrideninsel Islay im Süden Schottlands hergestellt, in einer kleinen Brennerei namens Lagavulin, die sich ehemals tatsächlich in einer kleinen Mulde, in der zuvor eine Mühe stand, befand. Heute hat sich das Landschaftsbild natürlich drastisch verändert und auch die einst kleine, 1742 erbaute Brennerei ist größer und moderner geworden. Aber ungeachtet dessen ist, und bleibt sie weiterhin die Wiege und der Herstellungsort ihres beliebtesten Qualitätsprodukts – dem Lagavulin Whisky.

Die Einen oder Anderen mag das Jahr 1742 stutzig machen. Zurecht, denn das Brennen von Spirituosen war im 18. Jahrhundert nur teilweise legalisiert. Der Lagavulin Whisky wurde erstmals 1816 in einer legalen Brennerei hergestellt. Im Jahre 1837 wurden dann zwei kleinere benachbarte Brennereien zur heutigen Lagavulin zusammengelegt. Eine der ehemaligen Mälzereien auf dem Gelände dient heute als Besucherzentrum. Eine Besichtigung mit Verkostung wird angeboten.

Produktion des Lagavulin

Der Lagavulin Whisky verdankt seine Exklusivität nicht allein der langen Reifung, sondern auch der besonderen Herstellung. Nur bestimmte Rohstoffe kommen für einen originalen Lagavulin infrage. Als Erstes ist hier natürlich das Wasser zu nennen, das ausschließlich aus den Seen Sholum und Lochan Sholum gewonnen werden darf. Man sagt den Gewässern eine ausgezeichnete Qualität nach, nicht zuletzt da sie an den naturbelassenen Hängen des fast 350 Meter hohen Berges Beinn Sholum liegen. Aber noch wichtiger für die Produktion ist der Rohstoff Malz. Für den Lagavulin wird ausschließlich Malz aus den Port Ellen Maltings verwendet.

Trotz großer und moderner Produktionsanlagen ist die Herstellungsweise traditionell geblieben. Die Brennerei nutzt heute zur Herstellung des Malts lediglich einen über 4 Tonnen schweren Maischbottich und zehn 21.300 Liter fassende Gärbottiche aus Pinienholz, die ihren Teil zur unverwechselbaren Note des Lagavulins beitragen. Die Destillation des Malts erfolgt durch Erhitzung mit Dampf in zwei je 12.300 Liter fassenden Wash Stills und zwei Sprit Stills. Anschließen wird der Whisky in 250 Liter fassende Hogsheads gefüllt und darf während der jahrelangen Reifung seinen Geschmack entfalten.

Schon anhand der Größenordnung der Produktion ist erkennbar, dass es sich beim Lagavulin um kein Massenprodukt handelt. Traditionsbewusste Herstellung macht den Whisky so selten und einzigartig. Über Jahrzehnte hinweg war lediglich der 16-jährige Lagavulin Whisky erhältlich. Erst die gesteigerte Nachfrage und Lieferengpässe führten zu einer Erweiterung der Produktpalette. So wird seit 2002 auch der 14-jährige Lagavulin vermarktet. Die Produktpalette ist, verglichen mit anderen Traditionsbrennereien, noch sehr überschaubar. Kaum eine andere Brennerei hat weltweit mit einer derart begrenzten Produktauswahl einen so enormen Erfolg wie die Lagavulin Brennerei.

Die Whiskys im Überblick

16 Years Old Lagavulin

Dieser Whisky zählt zu den Classic Malts und Whisky Bestseller und ist einer der beliebtesten Schottish Whiskys schlichthin. Ein typischer Islay Malts, der mit einer torfig und rauchigen Note besticht. Der 16 Years Old ist lang im Abgang und stark. Trotz seines würzigen Charakters ist der 16-jährige ausgewogen. Eine Spur durch Jod verstärkter Sherry gepaart mit einer Note holziger Eiche prägt den robusten Charakter und in seinem seidigen und trockenen Abgang enthüllt der Lagavulin einen Hauch Vanille. Der 16 Years Old ist der meistverkaufte und älteste Whisky der Classic-Malt Serie.

Destillers Edition – Pedro Ximénez Finished

Dieser Whisky ist die Distillers Edition des Lagavulin. Statt in Eichenfässern wurde der Lagavulin für die Edition in Pedro-Ximénez-Fässern nachgelagert. Die längere Reifung verlieh dem Whisky eine ungeahnte und doch harmonische Milde, ohne den ursprünglichen Geschmack zu verfälschen. Gleichzeitig wurde er vielschichtiger und komplexer Sherry und eine Spur Jod machen sich deutlich bemerkbarer. Die torfige Note wird hier durch eine fruchtige Komponente ergänzt.

12 Years Old, Cask Strength

Dieser Lagavulin Whisky wird erst seit 202 abgefüllt. Die Sorte entspricht dem 16 Years Old, wird jedoch vier Jahre weniger gereift, wodurch sie an Intensität gewinnt. Die zu Anfang trockene holzige Note entfaltet eine überraschend komplexe Süße, die von zarten Zitrusnoten zu einer schweren an Honig und Vanille erinnernden Komponente reicht. Im Abgang ist der 12 Years Old lang und rauchig eben sowie lebendig und aromatisch.

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Raritäten

  • 12 Years Old
    Ein weiterer 12-jähriger Lagavulin, der Vorgänger des 16 Year Old, findet sich gelegentlich bei Auktionen. Im Gegensatz zum heutigen hat der Ursprüngliche 43% statt 58 % Vol. Er ist eine Spur milder als der 12 Years Old, Cask Strength und eine Spur lebendiger und würziger als der 16 Years Old.
  • 21 Years Old, Cask Strength
    Dieser Lagavulin wurde 1985 destilliert und 2007 abgefüllt. Es gab lediglich 6642 Flaschen.
  • 25 Years Old, Cask Strength
    Dieser Lagavulin ist die älteste und teuerste Abfüllung mit nur 9000 Flaschen.
  • 30 Years Old, Cask Strength
    Der 30-jährige Lagavulin wurde 2006 mit 2340 Flaschen abgefüllt.

Mit seinem Alter gewinnt der Lagavulin an Stärke. Rauchige und torfige Komponenten überwiegen und der Touch Sherry tritt zurück. Eine Intensität an Schwefel, Torf und Salz überdeckt fruchtige Akzente und bildet einen samtig milden und rauchigen Abgang.

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Autor: Sam Ellier


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