Gestern war es also so weit. Die drei Jungs von LaminiusX, die sich selbst als französisch-deutsche Band einordnen und somit konsequenter Weise sowohl in Osnabrück, als auch in Paris heimisch fühlen, hatten zur CD-Release-Party ihres Zweitlingswerks „Vitamin“ geladen.


Anfangen durften die Jungs und das Mädel von Random Noise aus Diepholz mit ihrer qualitativ hochwertigen musikalischen Leistung. Ein Mix aus Alternative Rock, Nu Metal und Progressivität wurde den leider erst ca. 25 Gästen mal ruhig kritisch, mal brachial explosiv um die Ohren gehauen. Rein technisch kann man sich über die Leistung der Musiker nicht beklagen. Vor allem die teilweise recht eigenwilligen Tonartwechsel innerhalb der Stücke wurden auch gesanglich von Frontfrau Kristina gemeistert. Leider spielte der Sound nicht immer so richtig mit, was es schwer machte, teilweise die Texte zu verstehen. Letztendlich konnten sich doch noch zwei der Besucher dazu hinreißen lassen, vor der Bühne ein wenig zu tanzen. Mich beeindruckte vor allem die Fingerfertigkeit der beiden Saitenzupfer. Auch deshalb, weil Basser Kevin seine Kunst auf einem 6-Saiten-Bass zum Besten gab. Einziger Kritikpunkt ist die wohl noch ungeübte Art und Weise der Bühnenpräsenz zwischen den Songs. Ansagen und die Vermeidung von Längen sind nicht so das Ding von Random Noise.

Ähnlich schwierig das Publikum (mittlerweile ca. 45 Personen) zu aktivieren hatten es die nun folgenden The Hybridz, die zu Teilen aus Dortmund, aber auch aus unserem schönen Osnabrück stammen. Ihre Mischung aus Alternative Rock, Swing und ein wenig Ska war wohl die außergewöhnlichste des ganzen Abends. Nachdem nach dem zweiten Titel immer noch keiner der Gäste sich direkt vor die Bühne traute, machte Frontmann Franket Stone den Anwesenden einen Vorschlag, dass jeder, der sich von seinem Barhocker erhebt und zur Bühne kommt, sich eine Gratis CD am Bühnenrand nehmen dürfte. Selbst nach diesem Aufruf dauerte es noch so zwei, drei Stücke, bis der Funke endlich übersprang. Plötzlich war vorne richtig was los. Man merkte gleich, dass die Anspannung der Band sich in pure Spielfreude verwandelte, welche mit dem brillanten Sound diesen Auftritt noch zu einem echten Erlebnis werden lies.

Und wieder wurde das anwesende Publikum mit einem markanten Stilwechsel überrascht. Mit The Spirit of Desire stand nämlich auf einmal eine waschechte Melodic Progrock/Progmetal-Formation auf der Bühne, die sich im Osnabrücker Umland schon so einige Sporen als musikalisch hochwertiger Akt verdienen konnte. So war es also auch nicht außergewöhnlich, dass ich diese Band bereits mehrmals – und vor allem immer gerne gesehen habe. Nun ist die gewählte Musikrichtung nicht gerade sehr partytauglich und vor allem zum Genießen geeignet, was natürlich die vorher Tanzenden erstmal wieder auf die schon erwähnten Barhocker verschlug. Nichtsdestotrotz lieferte auch hier der Soundmann einen richtig guten Job ab, sodass nicht nur mir es mitunter kalt den Rücken runterlief ob der interessanten Kompositionen in einem Mix aus Härte und melodiöser Atmosphäre. Als Fazit bleibt mir hierzu nur zu sagen: The Spirit of Desire sind immer eine Reise wert.

Doch nun zum eigentlichen Grund des Erscheinens der wohl meisten Besucher, welche zu diesem Zeitpunkt auch die 100-Personen-Grenze erreicht hatten (plus ein ganzer Fanclub vom Headliner in Sarajevo, welcher über Skype live per Bild und Ton zugeschaltet war). Laminius X gaben sich nach langer Osnabrück-Abstinenz die Ehre, ihre CD-Releaseparty der zweiten Veröffentlichung „Vitamin“ zu zelebrieren. Wie versprochen wurde hier nochmal Alles aufgefahren. Neben teilweise echt genialen – und immer zur Musik passenden – Lichtszenen, gab es sogar einige Pyro-Effekte, die sich wunderbar in das Gesamtbild integrierten. Der Sound war brillant und die drei Hauptakteure zumindest nach außen hin sehr gut aufgelegt. Jedenfalls ließen sie sich rein gar nichts anmerken, falls eventueller Unmut über die wohl etwas höher erwarteten Besucherzahlen die Gemüter belastete. Neben witzigen und interessanten Ansagen (und auch nicht ganz so klugen, aber Stephan, das macht nix) waren es vor allem die starken Songs, die diesen Gig dominierten. Neben einigen Stücken vom Debüt-Album „one Man Show“ wurde vor allem auf das Repertoire der neuen CD „Vitamin“ zurückgegriffen. Höhepunkte waren zum Beispiel die aktuelle Single „Meins“, wie auch der genauso sozialkritische All-Time-Hit „Nichts ist wichtig“, welcher mir schon auf dem Debüt sehr gut gefiel.

Nach ca. einer Stunde Verspätung zum eigentlich gesetzten Ende war dann auch mit einer kurzen Zugabe Schluss.

Alles in allem ein bemerkenswert gutes Konzert, welches gut und gerne doppelt so viele Zuschauer verdient gehabt hätte. Trotzdem ging alles größteneils sehr professionell über die Bühne. Alle Beteiligten verdienen meinen ehrlichen Respekt. Ich hoffe auf eine Wiederholung, die dieses Mal nicht so lange auf sich warten lässt.

Setlists

Random Noise

  • 1. Intro
  • 2. Apocalypse Now
  • 3. Hide And Rebel
  • 4. Dropped
  • 5. Reaper
  • 6. I Bet I Know
  • 7. Epilogue Of Death

The Hybridz

  • 1. Delighted
  • 2. Hang Around
  • 3. Between Us
  • 4. Think About Your Thoughts
  • 5. Now You Know My Name
  • 6. What Is Real (neuer Song)
  • 7. Come With Me
  • 8. No Way To Nowhere
  • 9. Sailor
  • 10. Tomorrow

The Spirit Of Desire

  • 1. Intro
  • 2. Bad To The Bone
  • 3. Nothing To Lose
  • 4. Hey Father
  • 5. Here We Go Again
  • 6. On The Road
  • 7. Place In Your Heart
  • 8. Lost But Not Forgotten
  • 9. Suicide

Laminius X

  • 1. Almost Stars
  • 2. Nichts Ist Wichtig
  • 3. Denken Ist Schwer
  • 4. Erreur De L’histoire
  • 5. Macht
  • 6. Mehr Licht
  • 7. Trauma
  • 8. Meins
  • 9. Ton Secret
  • 10. Creep
  • 11. Leere Welt
  • 12. Vitamin
  • 13. Viel Zu Jung
  • Zugabe: Tonight

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