Generell sind die drei sympathischen Typen der Band mit Stammsitz sowohl in Osnabrück, wie auch in Paris, ihrem Motto treu geblieben, die Lyrics der Songs dreisprachig (auch hier wieder teilweise in einem Song deutsch, englisch und französisch) darzubieten. Ist auch kein Wunder, brachte dieses Konzept schon beim Debüt eine Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Paris und Lerninhalte an französischen Schulen mit sich. Auf den ersten Blick, wenn man das so sagen darf, kommt mir Vitamin eine gehörige Portion härter vor, als der Erstling der Truppe. Als Beispiel sei hier gleich das einleitende „Almost Stars“ genannt. Auch wenn die von mir beim Debüt erkannte punkige Seite auf „Vitamin“ etwas in den Hintergrund abdriftet, verschwindet sie jedoch nie ganz. Vor allem in den größtenteils sozialkritischen Texten kommt die Einstellung des Dreiers hervorragend zur Geltung (ausgenommen seien hier explizit die französischen Passagen, was aber eher an meinem Unvermögen dieser Sprache gegenüber liegt).

Die Ideen hinter den Songstrukturen sind originell und professionell umgesetzt. „Vitamin“ ist ein Album, was die Entwicklung einer Band mit eigenem Weltbild deutlich widerspiegelt, schon jetzt überdurchschnittlich gut, einfallsreich und mit dem Mumm, auch mal unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Dennoch ist noch Potential nach oben vorhanden.

Wer „One Man Show“ mochte, wird „Vitamin“ lieben. Allen anderen sei aber trotzdem geraten, mal ein Ohr zu riskieren. Es könnte sein, dass ihr positiv überrascht sein werdet.

Trackliste:

  • 01. Almost Stars
  • 02. Mehr Licht
  • 03. Erreur de l’histoire
  • 04. Meins
  • 05. Trauma
  • 06. Viel zu jung
  • 07. Ton Secret
  • 08. Macht
  • 09. Vitamin
  • 10. Denken ist schwer