Schottland ist in der heutigen Zeit für seine Whiskybrennereien bekannt. Die Erwähnung des allgemeinen Getränkes selbst tauchte bereits im Jahre 1736 auf und wurde von den Engländern sowie darauffolgend anderen bedeutenden Völkern adaptiert, da die schottische Spirituose schnell internationale Beliebtheit gewann. So kommt es, dass viele große Brennereien Schottlands einer langen Tradition folgen, wobei die Whiskybrennerei Laphroaig zu diesen Destillerien gehört.

Laphroaig – Allgemeine Daten

Laphroaig - der Whisky von der schottischen Insel Islay

Laphroaig – der Whisky von der schottischen Insel Islay

Laphroaig verdankt seinen Namen der schottisch-gälischen Sprache, welche zu den keltischen Ausdrucksweisen gezählt wird. Die Bezeichnung soll an das Wort ‚Senke‘ anlehnen, wobei sie aber auch an die Bedeutung ‚breite Bucht‘ anknüpfen kann, wenn die altnordische Sprache hinzugezogen wird. Laphroaigs Herkunft liegt auf der schottischen Insel Islay, welche als der südlichste und fruchtbarste Teil der Inneren Hebriden gilt. Ferner befindet sich auf Islay auch der Hauptsitz des Unternehmens. Als Wasserquelle der Brennerei wird der Kilbride Dam eingesetzt, sodass ein Produktionsvolumen von 2.700.000 Litern möglich ist. Ein weiterer Faktor, der zu den wissenswerten Aspekten der Destillerie zählt, sind die Gebäude selbiger.

Aufgrund ihrer lokalen Bedeutung sowie ihres original belassenen Zustandes wurden sie in der Statutory List of Buildings of Special Architectural or Historic Interest aufgenommen – den amtlich anerkannten Denkmallisten des Vereinigten Königreiches Großbritanniens und Nordirlands. In der für Schottland zuständigen Liste, welche von der Behörde Historic Schottland geführt wird, genießen Laphroaigs Gebäude die Kategorie C(S).

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Geschichte Laphroaig

Die offizielle Gründung der Whiskybrennerei erfolgte im Jahre 1815, als die Geschwister Alex und Donald Johnston Laphroaig in einer naturbelassenen Bucht eröffneten. Allerdings diente die Brennerei damals keinem kommerziellen Zweck, sondern lediglich dem Eigenbedarf der Brüder. In diesem Bestreben ähnelten sie ihrem Vater, John Johnston, welcher ursprünglich eine jener zwei illegalen Destillerien errichtet hatte, die sich später zu der Brennerei Lagavulin verbanden. Von 1837 bis 1868 teilte sich Laphroaig das verwendete Gelände mit einer anderen Destillerie, welche unter dem Namen Ardenistiel Distillery bekannt war und von Andrew sowie James Gairdner geführt wurde. Zu dieser Zeit gewannen Laphroaig und deren ‚Nachbar‘ das Wasser aus dem Sanaig Burn.

Über ein Jahrzehnt, bevor die Ardenistiel Distillery von dem gemeinsamem Gelände verschwand, änderte sich jedoch die Lage Laphroaigs. Das letzte Mitglied des Clans Johnston, Ian Hunter, verstarb, wodurch das Unternehmen nicht länger von der Begründerfamilie geführt wurde.

Die Firma war Hunter’s Sekretärin Bessie Williamson vermacht worden, welche diese ab dem Jahr 1954 führte. Als Williamson durch ihr Alter bedingt eine nachfolgende Weiterführung der Firma berücksichtigen musste, verkaufte sie Laphroaig im Jahre 1967 an die Long John Distillers, wobei sie aber weiterhin die Führung des Unternehmens übernahm. Fünf Jahre später schließlich setzte sie sich zur Ruhe, worauf folgend die Brennerei in den folgenden Jahrzehnten mehrmals den Besitzer wechselte. Long John Distillers ging 1975 in dem zu Allied Domecq gehörenden Whitebread auf, sodass Laphroaig Allied Domecq selbst unterteilt wurde. Innerhalb dieser Periode, 1994, wurde die Destillerie einer der Hoflieferanten des Prince of Wales, wodurch sie an Popularität gewann.

2005 übernahm Pernod Ricard das Unternehmen Allied Domecq, sah jedoch in Laphroaig keine Zukunft, da Auflagen des Kartellamtes zu berücksichtigen galten. Somit trennte sich Pernod Ricard von der Brennerei. Seitdem gilt das Unternehmen Fortune Brands bzw. eine Tochtergesellschaft selbiger, Beam Global Spirits & Wine, als der aktuelle Eigentümer.

Herstellung von Laphroaig

Die Umgebung der Destillerie wirkt sich auf die Produktion des Whisky unverkennbar aus. Die Lagerhäuser der Islay-Brennerei befinden sich direkt am Meer, sodass das Meerwasser unter großen Wellen um die Gebäude herum fließen kann. Dieser Prozess – in Kombination mit der salzig schmeckenden Luft – trägt zu dem Geschmack der Spirituose eindeutig bei. Weitere Faktoren spielen das Wasser aus dem Kilbride Dam, dem eine torfige Note zu eigen ist, und der spezifische Torf aus der Umgebung. Jener Torf stammt von den Feldern, welche zum Gelände des Unternehmens gehören, und verfügt über einen deutlichen Moss-Anteil. Trotz der vielversprechenden Ausgangssituation wird nicht sämtlicher Malz in eigener Produktion gewonnen.

Schätzungsweise 75% müssen hinzugekauft werden, um der tagtäglichen Herstellungsmenge gerecht werden zu können. Der fehlende Malz, mit einem Phenol-Betrag von ca. 40 ppm, wird von der Port Ellen-Mälzerei geliefert. Die Produktion des Whisky erfolgt in einer größeren Anlage. Unter anderem gehören dazu ein Maischbottich, sechs Gärbottiche aus Edelstahl und drei sogenannte ‚Spirit Stills‘, welche via Dampfbefeuerung funktionieren. Daraus ergibt sich im Schnitt eine Herstellung von geschätzten 2 Millionen Litern pro Jahr.

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Autor: Sam Ellier


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