“Kai, würdest Du wohl ein Review von diesem Abend für OsnaMetal schreiben? Die Pfeifen haben keinen Schreiberling geschickt.“

Pff. Asche über Euer Haupt, liebe OsnaMetal – Freunde. Eine der vielversprechendsten Rock – Bands aus dem Lokalsektor feiert ihr CD – Debüt mit Pauken , Trompeten und vor allem EIERN; und ihr?..

Wie auch immer, natürlich springe ich gerne kurzfristig in die Bresche und es ist mir ein grosses Vergnügen, einige Zeilen über eines der besten Konzerte in dieser Grössenordnung zu schreiben, die ich in den letzten Jahren besucht habe. Mag übertrieben klingen, ist es aber nicht!

Wer die Ereignisse in der Osnabrücker Rock Landschaft in den letzten Monaten etwas verfolgt hat, wird auch mitbekommen haben, das LAUT die Neugeburt, der geschätzten Kollegen von Fortitude ist. Neues , deutsprachiges Konzept mit neuem Frontmann, Lyrics aus dem Leben, Bratgitarren und Grooves, bei denen man das Tanzen gar nicht selber machen muss, weil man getanzt WIRD!

Die Entwicklung die die Jungs in den letzten 12 Monaten gemacht haben, ist fast schon erschreckend. Songwritingmarathon, abendfüllendes Live Programm und nicht zuletzt der Studioaufenthalt bei Matthias Lohmöller im DocMa-Klang Studio, der LAUT einen Sound auf den Leib geschustert hat, der druckvoller und intensiver nicht sein könnte. „FEUER“ heisst dieses Baby und genau dieses Feuer sprüht beim Hören der 5 Tracks aus dem Boxen.

Am 08.08.08 war also der offizielle Release von „Feuer“ und Laut luden zum Tanze in Schnallis Klimperbude, dem Bastard Club und wurden dabei von Dirty Bones unterstützt. Erstaunlich übrigens die Tatsache, das sich bereits zu früher Stunde die Hütte beachtlich füllte und zur Prime Time ca. 200 „LAUTe“ Fans den Weg aufs Bastard Parkett fanden. Wundersam für Osnabrücker Verhältnisse aber natürlich erfreulich das es auch anders zu gehen scheint.

Bemerkenswert auch, das Laut von nur einer Band supportet wurden. Endlich mal keine 5 oder 6 Bands im Billing. Keine Massenabfertigung mit hecktischen Change Overs und überforderten Zuschauern die spätestens nach der 3. Band den Saal verlassen, um an der frischen Luft zu feiern. Sehr schön.

Gegen 21 Uhr starteten Dirty Bones ihr Set und entfachten ein Rock n Roll Feuerwerk das sich gewaschen hat. Ganz ehrlich, ich kann Old Shool Rock in AC/DC Manier nicht besonders viel abgewinnen. Mein ganz persönlicher Geschmack. Aber eine Show, dieser Band… JEDERZEIT wieder!

Neben dem professionellen Backround die die Instrumentalisten Fraktion um Gitarrist Ahmed, zweifelsohne hat, dürfen Dirty Bones sich glücklich schätzen mit Om Johari eine echte Rampensau als Sängerin ihr Eigen nennen zu dürfen. Eine unfassbare Ausstrahlung hat diese Frau und nen Eierfaktor neben dem so manch Frontmann , männlicher Natur wirkt wie ein feuchter Kinderpups. Musikalisch erfinden Dirty Bones das Rad sicher nicht neu, aber man muss auch nicht „innovativ“ sein um eine solide und unterhaltsame Rock Show abzuliefern.

Dirty Bones heizten grandios ein und boten eine Basis für einen denkwürdigen Abend, die besser nicht hätte sein können…..

…Im Nachhinein könnte ich mir in den Allerwertesten beissen, nicht im Backstagebereich gewesen zu sein, als LAUT sich auf ihre Show vorbereitet haben. Ich hätte sehr gerne die Nervosität, die Vorfreude und die Energien der Herren gespürt die sich auf der Bühne entladen würden. Wohl keiner der 5 Freunde hat wohl damit gerechnet, das nach ein paar Shows in der Region, um auf sich aufmerksam zu machen und 3 Demotracks auf Myspace, dazu ausreichen würden um eine Release Party vor fast ausverkauftem Haus zelebrieren zu dürfen. Durften sie aber. FEUER lag in der Luft und loderte in tiefroten Flammen aus der Front PA, dicht gefolgt von „M.“ und „Menschenleer“. Auf der Bühne eine Band, die bereit ist alles zu geben, nein bereits alles gibt und mit jedem Gitarren Riff und jedem Killerrefrain unmissverständlich klar macht…

“Wir treten euch jetzt mal ganz gepflegt in den Hintern, ihr sollt Euch an uns erinnern“! LAUT schafften es binnen weniger Sekunden mir und vielen anderen Anwesenden ein breites Grinsen ins Gesicht zu zaubern, das festzuwachsen drohte, überzeugten mit purer Energie, und einem guten Song nach dem Anderen. Ich zumindest konnte keine Schwachpunkte in der Setlist feststellen. Keinen „Lückenfüller“ , kein Abfall des Spannungsbogens während des ganzen Konzerts. Nicht verwunderlich, das der Jubel des Publikums von Song zu Song grösser und „Lauter“ wurde, und Sänger Roy eine Runde Crowdsurfing genießen durfte. Selbiger verursacht auch ein ungläubiges Kopfschütteln bei mir, wenn ich mir vor Augen halte, das dieser Mensch bei seinem Einstieg vor ca. einem Jahr bei Laut, null Bühnenerfahrung als Sänger mitgebracht hat, zuvor als Gitarrist über diverse Bühnen tingelte und sich „mal eben“ innerhalb von 3-4 (?) Shows zu einem Frontmann gemausert hat, dem man nicht abkauft, das er jungfräulich ins Rennen gegangen ist. Man merkt dieser Band einfach an das sie in ihrem Konzept mit Leib und Seele aufgeht und hat es meiner Meinung verdient so abgefeiert zu werden. Laut gaben am Freitag Abend mehr als 100 %, haben sich den Arsch abgespielt und offensichtlich jede Sekunde „ihres“ Abends genossen.

Wer dieses, für meine Begriffe außergewöhnliche Konzert, einer außergewöhnlichen Band verpasst hat, dem sei ans Herz gelegt, eine der nächsten Shows zu besuchen und Laut zu unterstützen. Die Schergen haben´s verdient!

Fazit: Fanfreundlicher Eintrittspreis ( 3Euro), noch fanfreundlicherer Laut CD-Preis (3 Euro).

Guter Sound, ein Opener der Spaß macht, Laut verlassen nach 2 Zugaben und einem beeindruckendem Outro, ausgepowert, adrenalingeschwängert und glücklich die Bühne, hinterlassen ein sichtlich beeindrucktes Publikum und sollten damit bewiesen haben, das Osnabrück´s Rockmusik – Szene FEUER hat.

Was will man mehr?!

Setlist – LAUT:

  • 1. Feuer
  • 2. M.
  • 3. Menschenleer
  • 4. von Dir bestellt
  • 5. Datenkraken
  • 6. Warten im Nichts
  • 7. Vater
  • 8. Nur in deinem Kopf
  • 9. Duisburg
  • 10. Sturm

Zugabe:

  • 11. Feindlich
  • 12. Salz