Wertung: 9 von 10

Kaum eine andere Band genießt heutzutage einen Kultstatus wie die Briten Led Zeppelin. Robert Plant, Jimmy Page, John Paul Jones und John Bonham haben ihrer Zeit Geschichte geschrieben und einen Sound kreiert, der unzähligen Musikern weltweit als Inspiration diente und auch heute noch dient.


Unvergessene Alben, die allesamt individuelle Einflüsse und ihre eigenen Besonderheiten haben werden mit diesem großen Namen in Verbindung gebracht.

Als im Jahre 2007 die inzwischen in Ehre gealterten Helden der 70er bekannt gaben, dass sie anlässlich eines Benefiz Konzertes zu Ehren des 2006 verstorbenen Atlantic-Gründers und Led Zeppelin Entdeckers, Ahmet Ertegün, für einen einmaligen Auftritt erneut auf die Bühne zurückkehren wollten, ging ein Ruck durch die Musikwelt. Diese Meldung sollte dann den bislang spektakulärsten Vorverkauf in der Geschichte der Rockmusik auslösen: Mehr als 20 Millionen Menschen weltweit bewarben sich für die 22.000 verfügbaren Tickets, die per Losverfahren an die Fans verkauft wurden. Am 10. Dezember 2007 traten Led Zeppelin nach 27 Jahren mit Unterstützung von Jason Bonham, dem Sohn von John Bonham, ein letztes Mal auf die Bühne der Londoner „O² World“ und fügten ihrer bereits legendären Historie einen weiteren Meilenstein hinzu. Dieses Konzertergnis können nun auch alle diejenigen erleben, die nicht zu den glücklichen 22.000 gehörten. Mit „Celebration Day“ veröffentlicht Warner nun den Mitschnitt dieses Konzertes. Deutschlandweit lief „Celebration Day“ am 17. Oktober 2012 einmalig in ausgewählten Kinos und erlaubte einigen Fans schon vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin einen Blick auf dieses Machwerk zu werfen.

Der Film beginnt ohne große Umschweife mit einem kurzen Intro in Form eines Nachrichtenbeitrags aus den frühen 80er Jahren, der sich dem Phänomen Led Zeppelin widmet. Doch schon bald erschallt das Riff zum Opener des Abend „Good Times Bad Times“ und das Spektakel beginnt. Robert Plant singt kräftig als hätte er nie wirklich aufgehört und ein inzwischen weißhaariger Jimmy Page zockt sich durch die unsterblichen Riffs von „Ramble On„, „Black Dog“ und „Trampled Under Foot“. Der Sound eine wahre Wucht: Kristallklar und druckvoll. Das Bild gestochen scharf, so dass die durchaus vorhandenen Falten von John Paul Jones stellenweise die Großaufnahmen des Bassers dominieren. An einigen Stellen wurden 8mm Bilder aus der Sicht des Publikums mit in den Film eingearbeitet und vermitteln so einen retro-mäßigen Blick auf das Geschehen auf der Bühne. Für manche mag das albern erscheinen, wer jedoch den Konzertfilm „The Song Remains The Same“ vom legendären Auftritt Led Zeppelins aus dem New Yorker Madison Square Garen noch vor Augen hat wird wissen wie ein Zeppelin Konzert sonst noch visuell untermauert werden kann. Ich persönlich finde es einen amüsanten Gegensatz zum sonst mangelfreien Bild. Der Schnitt ist angehnem und wirkt weder hektisch noch ungekonnt. Der Sound und die Bilder verschmelzen besonders im Zusammenspiel mit der riesigen Videoleinwand im Hintergrund der Bühne, auf der mit Farb- und Bildeffekten der Auftritt der Herren unterstrichen wird.

Die Songauswahl lässt die Herzen der Fans höherschlagen. Ein Querschnitt aus allen Studioalben der Briten lässt kaum Wünsche offen. Mir persönlich fehlte lediglich das Stück „Immigrant’s Song“, was wohl auf die durchaus gealterte Stimme des Frontmannes Robert Plant zurückzuführen ist.

Besonderes Highlight stellen die schon fast psychedelischen Soli von Gitarrist Jimmy Page dar, der sich im Laufe des Konzerts immer mehr in sein Spiel vertieft und den Geist vergangener Zeiten wiedererweckt.

Beim wohl bekanntesten Stück „Stairway To Heaven“ macht sich Gänsehautstimmung breit und der mit seinen knapp 9 Minuten nicht gerade kurze Song scheint viel zu schnell vorbei zu sein. Zum Ende der fast 2 1/2 stündigen Show lassen die Engländer es bei der Zugabe mit den Stücken „Kashmir“ und „Whole Lotta Love“ noch einmal krachen und beschließen ihr Set mit dem großartigen „Rock And Roll“. Unter tosendem Jubel des beigeisterten Publikums verabschieden sich die vier Musiker von der Bühne und so langsam kommt einem als Zuschauer die Tatsache in den Sinn, dass dieser Abgang wirklich der Letzte ist.

Im Vorfeld der Bekanntgabe der Veröffentlichung von „Celebration Day“ wurde die Gerüchteküche durch einen Countdown auf der offiziellen Facebook Seite angeheizt. Die Hoffnung auf ein neues Album oder gar eine Welttournee waren groß und so schien die Ankündigung eines Live-Albums eher als Ernüchterung. Aber mit diesem Live-Album und besonders mit der Konzert-DVD bzw. Blu-Ray festigen Led Zeppelin ihren Stand als eine der legendärsten Bands aller Zeiten und die Veröffentlichung wird diesem Stand mehr als gerecht. Natürlich muss man sagen, dass die in die Jahre gekommenen Musiker nicht mehr die Energie auf die Bühne bringen konnten, für die sie in den 70er Jahren berühmt und auch berüchtigt waren. Für Fans von Rockmusik dieser alten Tage ist das Album jedoch eine Pflichtanschaffung und jedem anderen kann man sie nur wärmstens empfehlen, denn es wurde defintiv ein historischer Moment der Musikgeschichte für die Nachwelt erhalten.

Tracklist:

CD I

  • 1. Good Times Bad Times
  • 2. Ramble On
  • 3. Black Dog
  • 4. In My Time Of Dying
  • 5. For Your Life
  • 6. Trampled Under Foot
  • 7. Nobody’s Fault But Mine
  • 8. No Quarter
  • 9. Since I’ve Been Loving You

CD II

  • 1. Dazed And Confused
  • 2. Stairway To Heaven
  • 3. The Song Remains The Same
  • 4. Misty Mountain Hop
  • 5. Kashmir
  • 6. Whole Lotta Love
  • 7. Rock And Roll

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