Mit zwei CDs und insgesamt 36 Tracks muss man erstmal schlucken, was mich nur noch mehr schmunzel lässt, wenn ich an den Bandnamen denke (LSD…). Das Genre nennt sich Industrialrock, jedoch sind in der Musik noch wesentlich mehr Elemente zu finden. So wird sowohl ein bisschen Punk, Metal, Drum&Base, als auch Gothic im großen Industrial-Kessel zusammengemischt. Klingen tut das Ganze dann, als würden sich Static-X mit Ministry oder Nine Inch Nails mit PAIN paaren.

Das Album beginnt mit einem Intro nach gepflegter Nachrichtensendung-Atmosphäre bis dann mit „U Cant Stop The Bomb“ die erste wilde Tanzorgie eingeleitet wird, zumindest im Kopf. Denn in der Praxis stelle ich mir das Alles wesentlich schwieriger vor. Zum Abgehen und Mitsingen eignet sich da „Last Daze“ wesentlich besser. Ein gelungner Song, der noch etwas mehr an PAIN erinnert als vorher schon vermutet. Und das liegt nicht zuletzt an der Ähnlichkeit der Stimmen beider Sänger.

Danach gibt’s eine kurze Pause in Form von „Tape 2 Further Studies & Strategies“. Klingt wie das Intro, mit einer Reihe von zusätzlichen Störgeräuschen verfeinert. Es folgen drei weitere Songs von denen „Prozac Nation“ ein hartnäckiger Ohrwurm geworden ist und hier als besonderer Anspieltipp genannt werden muss.

Track Nummer 13 „Hang Up“ ist dann Päuschen Nummer zwei. Der letzte Teil der CD ist nochmal ein Bombast an Kopschmerzen und zudem noch abgefahrener als das Vorherige zusammen. Allein das Outro dauert knapp 24 Minuten und lässt sich schwer ertragen. Genug ist genug. Denn insgesamt sind die Songs bisher nicht besonders abwechlungsreich geworden und haben nur in wenigen Ausnahmen sofort Zugang ins Ohr.

CD2 bietet dann eine schier endlose Reihe von Remixen und Mixen. Dabei werden die Songs „Reset“, „Prozac Nation“, „Ready Or Not“, „Last Daze“ „Hang Up“, „Policy Of Hypocrsy“ usw. von CD1 nochmal, und teilweise danach nochmal(!), in anderer Verkleidung dargeboten.

Das Merkwürdige ist dabei, dass die Mix-Versionen wesentlich „poppiger“, tanzbarer, erträglicher, kurz: Einfach besser gelungen sind.

Fazit: Eigentlich haben sich die Jungs zu viel Arbeit mit „Fighting For Voltage“ gemacht. Damit meine ich nicht nur die unglaublich vielen Intro, Outro und „Midtros“, sondern auch die Tatsache, dass man wohl auf Nummer sicher gehen wollte, und die Kost, gleich mehrmals warmgemacht, servieren wollte. Aber oft schmeckt das Essen bekanntlich nach einem Tag einfach besser.

Tracklist

CD1:

  • 01. Intro
  • 02. U Can’t Stop The Bomb
  • 03. Ready Or Not
  • 04. Reset
  • 05. Caught In Time
  • 06. Last Daze
  • 07. Tape 2 Further Studies & Strategies
  • 08. Prozac Nation
  • 09. Flip The Switch
  • 10. Policy Of Hypocrisy
  • 11. Time Holes
  • 12. Hang Up
  • 13. Future Implosion
  • 14. Ignorance Is Pissings
  • 15. Fighting For Voltage
  • 16. Outro

CD2:

  • 01. Tape 8 (Worm Holes)
  • 02. Reset (Melt Mix)
  • 03. Prozac Nation (Skold Mix)
  • 04. Tape 4
  • 05. She’s Lost Control
  • 06. Ready Or Not (Hairlip Smacker Mix)
  • 07. Last Daze (Burning Electro)
  • 08. Hang Up (Cracknation Mix)
  • 09. Tape 23
  • 10. Policy Of Hypocrisy (Philty Download Mix)
  • 11. Last Daze (XP8 Mix)
  • 12. Territorail Pissings
  • 13. Reset (Baal Mix)
  • 14. Flick The Stitch (KMFDM)
  • 15. Last Daze (Led Manville Mix)
  • 16. Tape 18
  • 17. Welcome To The Future
  • 18. Reset (16 Volts Mix)
  • 19. Last Daze (Funland Mix)
  • 20. Fighting The Voltage (LSD Mix)