Ein Konzert im „Café Untreu“? Da gibt´s doch sonst keine Live-Musik. Ja, das hab ich auch gedacht. Und das ist normalerweise auch so, denn was am Montag in der kleinen, gemütlichen Kneipe geboten wurde, war schon ein besonderes Konzert-Erlebnis.

Die Lombego Surfers aus der Schweiz gaben auf Initiative des Café Untreu-Betreibers Adi einen kostenlosen Gig im Rahmen ihrer momentan laufenden „Seven Pleasures“-Tour. Noch vor ihrem Auftritt merkt man, dass sich die drei Surfers wohl nicht lang haben bitten lassen, denn es sind viele Bekannte und Freunde der Band anwesend und man feiert das Wiedersehen mit reichlich Drinks und guter Laune.

Dementsprechend angenehm und ausgelassen ist auch die Stimmung während des insgesamt knapp eineinhalbstündigen Konzerts (inklusive drei(!!!)Zugaben)!

Die sympathischen Schweizer sind mit viel Spielfreude und Spaß dabei, und das bereitet auch den rund 40 Besuchern merklich Freude. Geboten wird roher, auf´s Wesentliche reduzierter 60`s Garage Rock`n`Roll der ersten Stunde. Gemischt mit einer gehörigen Portion Punk und geilem Surf-Sound. Besonders die instrumentalen Stücke im Surf-Style, die sie in ihrem Set zahlreich integriert haben, sorgen für Abwechslung und gehen tierisch nach vorne. Und genau das tun die drei nicht mehr ganz jungen Herren auch – die gehen nach vorne und rocken sich den Arsch ab, dass es eine wahre Freude ist. Mit inzwischen 7, teils ausverkauften, LPs und mehreren Singles haben sie reichlich Stoff für ihre ausgelassene Rock`n`Roll-Party, aber als Sahnehäubchen gibt`s auch einige großartige Coverversionen obendrauf. Genial: „Rumble“ von Link Wray – dieser Song war seinerzeit im Radio verboten, da er angeblich die Jugendkriminalität fördere – es ist ein Instrumental! Gute Wahl!

Die ausgewählten Cover-Songs zeigen deutlich, wo die Lombego Surfers ihre Wurzeln haben und ihre Einflüsse herkommen, nämlich von den ganz Großen: „Elvis“, „Ramones“, „Link Wray“, „Dead Moon“. Mit „Dead Moon“ verbindet sie eine gute Freundschaft, nachdem die Lombego Surfers seit ihrer Gründung 1991 mehrfach in Europa den Support für die Garage-LoFi-Urgesteine bestritten.

Die Anzahl der Zugaben spricht für sich – der kleine Kreis von Lombego-Anhängern will die sympathischen Schweizer gar nicht mehr von der Bühne lassen. Aber nur gut, dass sie nach der ersten Zugabe noch zweimal die Bühne unsicher machen, denn da gibt`s noch mal zwei Kracher, die ich gar nicht mehr aus`m Ohr kriege: Das unglaublich intensive Surf-Rock`n`Roll-Halb-Instrumental „Mai Tai“ und der famose Punkrocker „Gimme The Shakes“! Hammer-Songs!

Danach ist dann Schluss. Aber nur mit dem Konzert – die Party geht jetzt erst in die zweite Runde! Mit reichlich Bier und Schnaps für die Lombego Surfers, aber das haben sie sich auch redlich verdient!

Ich hoffe, das war nicht das letzte Mal, dass ich diese geile Live-Band in einer so stimmungsvollen Atmosphäre erleben durfte. Und ich empfehle dringend den nächsten Lombego Surfers-Gig in deiner Nähe nicht zu versäumen. Die können was – aber echt mal!!

Setlist Lombego Surfers:

01 Cool Life

02 Cut Out

03 In Their Eye

04 All Strung Out

05 Tiki Zone

06 Waverunner

07 Scuzz

08 Walk Alone

09 Is That All

10 24 Hours

11 Hang Around

12 El Cheapo

13 Born Senile

14Comes From You

15 Devil`s Town

16 Baby I Don`t Care (Elvis Presley Cover)

17 Highball

1. Zugabe

18 Reverend`s Ride

19 California Sun (Ramones Cover)

20 Pipeline (Chantys Cover)

2. Zugabe

21 Running Out Of Time (Dead Moon Cover)

22 Rumble (Link Wray Cover)

23 Mai Tai

24 Wing It

3. Zugabe

25 Roadside

26 Gimme The Shakes

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Location: Café Untreu
Datum: 2005-05-06
Autor: Stefan


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