Wertung: 8 von 10

Ich war sehr froh darüber, dass mir die Ehre zuteil wurde, das vorerst letzte Album von Lunar Aurora zu reviewen. Nach diesem mittlerweile achten Release werden die Jungs aus Rosenheim die Band aus persönlichen Gründen erstmal für unbestimmte Zeit auf Eis legen und sich diversen eigenen Projekten widmen.


Auch mit ihrer letzten Veröffentlichung ist Lunar Aurora ein absolut umwerfendes Album gelungen.

Schon der erste Höreindruck ist durchweg positiv. Wunderbar atmosphärische Songs, voller hypnotischer Synthie-Einlagen, voller Dunkelheit und Hass, die in Kombination einen ausgezeichnet geknüpften Klangteppich ergeben. Nicht zuletzt auch durch das nahezu perfekte Zusammenwirken der einzelnen Musiker. Schon im ersten Song „Glück“ wird man verdammt düster empfangen. Ein zweiminütiges Intro mit bedrohlichem dunklen Rauschen und leisen Hintergrundchorälen leitet über in einen für Lunar Aurora typisch disharmonischen musikalischen Teil. Man wird direkt dazu verleitet, voller Verzückung mit dem Kopf gegen die nächste Schranktür zu bangen. Gepaart wird das Ganze mit dem überaus hässlichen und hasserfüllten Keifen von Aran. Im Hintergrund sind nachwievor die Choräle zu vernehmen, die durchaus gut zum Namen des Silberlings passen. Die Synthie-Einlagen lassen dem Hörer einen kalten Schauer über den Rücken laufen und ziehen ihn in eine unheilschwangere Düsternis. Unterlegt wird das ganze durch sägende Klampfen und wummernde Drums.Passend zum Titel „Geisterschiff“ beginnt dieser Track mit Windrauschen, Donnergrollen und knarrenden Schiffsplanken. Musikalisch ist dieser Song eher im Midtempobereich angesiedelt mit zwischenzeitigen Doublebassblasts. Auch hier findet sich wieder ein sehr erhabener Synthesizereinsatz. Nach einem kurzen gesprochenen Part folgt ein scheppernder Mittelteil gekoppelt mit einem krächzenden Gesang, welcher eine sehr gute Atmosphäre schafft. Ausleitend findet sich einmal mehr der am Anfang erwähnte Teil mit Windrauschen etc. .Kaum ist man vom „Geisterschiff“ entkommen, steht man urplötzlich im Regen. Denn genau so beginnt der Song „Dunkler Mann“. Da auf einmal bricht wie einem Donner gleich die Musik über den Hörer herein. Dass Lunar Aurora einen Hang zu etwas merkwürdigen Einspielungen in ihren Liedern haben, muss man nicht weiter erwähnen. Auch hier kann man ein Geräusch wie ein Klopfen im Hintergrund vernehmen. Nach einem sehr kurzen und ruhigen Sprechpart zur Mitte hin, der zum einmaligen Durchatmen reicht, wird man auch schon wieder von der Musik überrollt. Auch „Findling“ startet mit einem typischen Intro mit knarrenden Türen und diversen anderen Geräuschen, die den Hörer in die Nähe einer Burg bzw. eines Burggrabens bringen sollen. Schon wieder spürt man, wie sich die Gänsehaut breit macht, woran ein sehr schöner melodischer Teil schuld ist. Bei 7 Minuten ist auf einmal Schluss, man hört, wie jemand mit dem Schwert massakriert und noch übel zugerichtet wird, danach geht es wie gewohnt weiter.Der Track „Der Pakt“ beginnt natürlich wieder mit einem ruhigen Intro, um mit einem wunderbaren Moshpart fortzufahren. Kombiniert wird das Ganze mit einem sich ins Hirn einfressenden Keyboardlauf. Durchgängig wechselnde Tempi zeichnen diesen Song, der im letzten Drittel wieder Choräle beinhaltet. Abgeschlossen wird die Scheibe mit „Das Ende“, was zum letzten Song auf der CD und auch zum jetzigen Zustand von Lunar Aurora treffend passt. Eingeleitet wird mit einem fast schon epischen Anfang, der nach einem markerschütternden Schrei in einen Teil voller Hass übergeht, was den Gesang betrifft. In der Mitte des Liedes findet sich wieder ein guter Moshpart, der einmal mehr die Schranktür leiden lässt.Fazit: Eine durchweg sauber produzierte Scheibe, auf der die Erwartungen an Lunar Aurora meines Erachtens sehr gut erfüllt wurden. Ein Pflichtkauf für jeden Menschen, der diese Band kennt und zu schätzen weiss. Neulingen rate ich eher vom Kauf ab. Denn diese könnten mit dieser CD nicht viel anfangen.

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