Wertung: 6 von 10

Griaß eich God! Lunar Aurora sans zruck. A Woidgeisterbeschwörung hams im Sackerl. A pfundige Woidmusi. Aber euer Watschn könnts euch woanders abholen. Ich krieg eine für mein anmaßendes Bayrisch.


Lunar Aurora zählen seit mehr als siebzehn Jahren ganz unbestritten zu den besten schmarzmetallischen Bands aus dem deutschsprachigen Raum. Es war völlig unklar ob sie nach “Andacht” (2006) noch einmal zurückkehren würden. Ein Hochgefühl, sich nun an “Hoagascht” ergötzen zu dürfen. Nur geriet meine Schwärmerei, nach für recht gut befundenen Track-Samples vorab, beim Kompletthorchen schnell ins stocken. Sicher gibt es wirklich einige großartige Momente auf dem Album. Nur weiß mich kein einziger Song wirklich am Stück zu fesseln. Weder das (gut) programmierte Schlagzeug noch die vollständig im oberbayrischen Dialekt vorgetragenen Texte haben Anteil an dem Umstand.

Das erste Black Metal Album auf oberbayrisch. Und das hört man heraus, ohne das Assoziationen aus Haxen und Weißbier im Wirtshaus aktiviert werden. Auf “Hoagascht” begleitet man einen Fackel tragenden, grobschlächtigen Waldschrat auf seiner nächtlichen Wanderung durch die bayrischen Wälder. Der barsche Reiseleiter brabbelt missgünstig, in immer gleichem Tonfall, von Natur-Mystik. Nicht selten verliert sich sein Erzählen im schwachen Wind oder seiner ausgemergelten Kutte. Man sieht leuchtende Tieraugen und hört Eulen heulen. Ein schaurig-schöner Rundgang, ohne von einem richtiggehenden Erlebnis sprechen zu können.

Die primitiven Nebelschwaden der Gitarre wissen leider zu selten die beabsichtigte Stimmung zu untermalen, oder die Stimmung verflüchtigt sich im Laufe der Lieder. Oftmals ist das Keyboard der unverzichtbare Ausstrahlungsträger.

Interessanterweise kommt das Album ohne jegliche Raserei daher. Das Tempo variiert in streng gestecktem Rahmen. Diese Aufrechterhaltung, die das Album durchziehende Idee, um es eben als Album funktionieren zu lassen, krankt lediglich am Kompositorischen. Zumindest ich verliere hier, vor allem nach der ersten Hälfte, zunehmend den mitreißenden Faden.

In kompakter gestalteter Form, sprich: EP, wäre “Hoagascht” besser zur Geltung gekommen. Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen Lunar Auroras und zur gegenwärtigen Konkurrenz (wenig Gutes, dafür dann umso Überragenderes), ist das hier zu wenig. Eine annähernd arge Enttäuschung und starkes Schwanken in der Punktewertung. Hat wie gesagt seine Momente, daher verdammt knappe drei.

Tracklist:

  • 01. Im Gartn
  • 02. Nachteule
  • 03. Sterna
  • 04. Beagliachda
  • 05. Håbergoaß
  • 06. Wedaleichtn
  • 07. Geisterwoid
  • 08. Reng
Copyright © 2017 Metaller.de

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen