Tatsächlich habe auch ich Schwierigkeiten mit dem zum Teil extrem atemlosen Gesang, der in hektischen Kreischgesang in künstlich hoher Stimmlage übergeht, der für meine Ohren sehr unangenehme Obertöne enthält. Dabei wird der Gesang sehr trocken (ohne Hall oder anderer Verfremdung) transportiert und drischt auf den Zuhörer ein. Wenn dann noch Passagen folgen, in denen Agnete M. Kirkevaag mit sich selbst oder anderen Bandmitgliedern im Chor „singt“, wird die Unerträglichkeitsgrenze erreicht, auf die dann allerdings oft eine ruhige Passage folgt, in der die Sängerin zeigt, dass sie an sich eine tiefere Stimme besitzt, die sie durchaus – im Stile einer Songwriterin – zur Geltung bringen kann.

Insgesamt ergeben sich oft Widersprüche in der Musik, beispielsweise werden Death Metal Passagen der Musik von fast schnulzigem sehr trocken klingendem Gesang begleitet, um sich dann natürlich wieder in Disharmonien und dem schon erwähnten atemlosen Kreischgesang aufzulösen. Tangobeats werden von verzerrten Gitarrenriffs abgelöst oder songwriterähnliche Passagen mit akustisch klingender Gitarre werden durch Kreischgesang und hektischer Musik abgelöst oder ausgewechselt.

Das Wechselbad, das Musik und Gesang liefern, hinterlässt den Eindruck eines Mosaiks, in dem die Einzelteile manchmal nicht so recht zusammenpassen wollen, ein oftmals mehr oder weniger gekonntes Nebeneinander der Musiker statt eines Miteinanders, sodass die Musik als Ganzes den Charakter einer teilweise widersprüchlichen Collage erhält.

Also wahrlich keine leichte Kost, die hier geboten wird.

Ganz klar – das ist Geschmacksache.